Obwohl Disturbed's Erstling "The Sickness" wie ein Bombe in der New Metal Welt einschlug (mit Hits wie Voices, Stupify, Down with the Sickness...), war dann der Nachfolger "Believe" eher enttäuschend. Trotzdem stieg die CD in den US Billboard 200 Charts sofort auf Platz 1 ein => Vorschusslorbeeren der ersten CD.
Mit "10.000 Fists" legt die Band aus Chicago ihr drittes und definitiv bestes und ausgereiftestes Album vor. Die messerscharfen Gitarrenriffs, das Rhythmusgewitter, der coole Gesang von David Draiman sind noch da, aber das Songwriting hat sich enorm verbessert. Die Band hat ja mit ihren ersten beiden CD's einen ganz besonderen, bisher unerreichten Stil geprägt, der auf dieser CD konsequent weiterverfolgt und manifestiert wird.
Auf den ersten beiden CD's fand ich die wahnsinnig exakt gespielten Drum - Sequenzen fast etwas steril und wie vom Computer. Jetzt stört mich das nicht mehr. Diese CD hat derart Power, da kann man lange suchen bis man ein derartiges Riffgewitter mit solch cool groovenden Rhythmen findet. Diese CD ist eine der Besten, die der New Metal je hervorgebracht hat. Die Bass/Drum - Machine, gebildet von Mike Wengren (Drums) und "Fuzz" (Bass), geht mit dieser CD definitiv in die Geschichte ein.
Das sagenhafte "Just Stop" ist ein Rhythmus - Ungeheuer der Sonderklasse. Diese genialen, synkopischen Rhythmen fesseln dich, die Fußtrommel glüht und reinigt Dein Gehör.
Die erste Single "Guarded" rockt bis zum umfallen. Die ständigen Tempo und Rhythmus - Wechsel am Schlagzeug sind einfach sagenhaft und lassen Dich nicht mehr los.
"Deify", der nächste Hit, hat einen Refrain der Sonderklasse. Der Einstieg mit der George Bush - Rede ist wirklich originell. Die 2. Single "Stricken" hat gegenüber den ersten 4 Songs ein etwas reduziertes Tempo und ganz dezent werden auch Keyboards eingesetzt. Das Gitarrensolo ist wohl das beste auf der ganzen CD.
"I'm alive" ist der einzige, eher schwache Song. Und wer geglaubt hat, das mit Track 6 die Luft raus ist, wird eines besseren belehrt. Von da an wird die CD immer besser.
Wie auf den älteren CD's setzt Sänger David Draiman immer wieder seine berühmten Gorilla - Schreie gezielt ein, das ist wohl bereits sein Markenzeichen. Ansonsten ist die Gesangsleitung Klasse, dieser Mann kann singen !
* "Son of a plunder" ist einer der besten Disturbed - Songs überhaupt.
* "Overburdened" ist die erste, echte Disturbed Ballade, recht gelungen.
* "Decadence" bietet definitiv das beste Gitarrenriff der ganzen CD. Der Song startet etwas schwach, doch dann bebt die Erde und nach ca. 2 Minuten, wenn das Riff startet, wird man einfach weggeblasen. Sagenhaft !
* Das Genesis - Cover "Land of confiusen" ist ziemlich gelungen, der Song bietet ja im Original auch einen cool groovenden, komplizierten Rhythmus von Phil Collins, geradezu prädestiniert, um von Disturbed gecovert zu werden !!
Und auch bei den letzten 3 Tracks, "Sacred Lie", "Pain redefined" und "Avarice" geben die Jungs keinen Millimeter nach.
Das ist die perfekte Platte für eine etwas härtere Party, da reiht sich Hit an Hit. Nach SOAD ist die CD für mich die Überraschung des Jahres.
Diese Leistungssteigerung nach der letzten, eher schwachen CD hätte ich den Jungs niemals zugetraut. Ein Fehlkauf ist bei dieser CD einfach unmöglich. Vielleicht hilft diese CD zum endgültigen Durchbruch in Europa.