Nach den sehr ruhigen Klängen seiner brillianten Soul Cages CD hat Sting mit Ten Summoner's Tales wieder leichtere Kost abgeliefert. Dabei bleibt er dem Pop verschrieben, wird aber fast nie flach oder unkreativ. Seine Eigenheit als Komponist, die er mittlerweile bis zur Perfektion beherrscht, ist es aus dem 4/4 Takt auszubrechen und die ungewöhlichsten Taktarten in einem Stück zu mischen. Dabei macht er das so geschickt, dass man es beinahe nicht merkt, und das Lied ohne Holpern absolut flüssig durchläuft und sogar groovt. Bemerkenswert ist auch die gut gespielte Hammondorgel von David Sancious, mit der er manche Stücke würzt, sowie die angenehmen String- und Hornsections. Das Arrangement ist verglichen mit den Police-Zeiten komplexer, aber bestimmt nicht übervoll. Musikalisch erinnert nur noch die Gitarre erinnert ab und zu an Stings alte Band, aber die Texte sind oft mit der selben Art von Humor ausgestattet, wie bei Police. Sogar vor Zitaten aus seinen alten Texten schreckt der Mann nicht zurück, wie bei Seven Days, in dem er einen Absatz von Every Little Thing She Does Is Magic eingebaut hat. Eines der Hauptthemen in den Texten ist, wie so oft, Liebe, aber er ist erfrischenderweise nicht auf Sex fixiert, sondern schreibt ganze Geschichten drum herum. Schöne CD, die wieder etwas schnellere Songs neben seinen bewegenden Balladen beinhaltet. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)