Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Gewinn für jeden Rockmusikfan, 22. August 2005
Als harter Rock Anfang der 1990er Jahre in der Krise war, richteten sich die Augen auf eine Stadt im äußersten Nordwesten der USA: Seattle. Hier hatten bereits seit einigen Jahren Independent Bands versucht, dem üblichen Rock-Einerlei zu entgehen. Seattle war keine farbenfrohe Hollywood-Metropole wie Los Angeles, Seattle war grau und regnerisch, ein bisschen vergessen und ganz bestimmt nicht der Ort wo man eine Revolution der Rockmusik vermutet hätte. In dieser Stadt also entstand aus verschiedenen Vorgängerbands (darunter u.a. Mother Love Bone und Green River) die Formation Pearl Jam. Zusammen mit Nirvana waren sie die ersten, die Einflüsse von Siebziger Jahre-Rock, Independent und Wave sowie Punk zu einer Einheit verschmolzen. Dieser Sound sollte fortan als „Grunge" von sich reden machen.Das Debüt von Pearl Jam war beiderseits des Atlantiks ein Riesenerfolg. Besonders aber in den USA, wo „Ten" 1992 auf Platz 2 der Charts schoss. Das Album war ein Parforceritt, ein nie da gewesener Geniestreich einer jungen Band, die bereits mit ihrem Debüt einen mit Hymnen gespickten Klassiker vorlegte. Nicht weniger als drei Hitsingles wurden aus dem Album ausgekoppelt und man fragte sich woher die kreative Energie dieser Bande von Großstadt-Provinzlern stammte, die Legenden wie „Once", „Jeremy", „Garden" und insbesondere das getragene „Alive" am Fließband abzuliefern schien. Bereits kurz nach dem Erscheinen von „Ten" war klar, dass das Album in die Rockgeschichte eingehen würde. Pearl Jam hatten sich selbst die Messlatte für alles Kommende extrem hoch gelegt. Einhergehend mit der Veröffentlichung des Albums wurden die Mitglieder der Band über Nacht zu Stars der Jugendkultur. Unzählige Poster und Devotionalien, sowie eine schier nicht enden wollende Tournee quer durch die Vereinigten Staaten machten Eddie Vedder, Stone Gossard, Mike McCready, Jeff Ament und Dave Abbruzzese, kurz Pearl Jam, zu den Helden der sog. „Generation X". Besondere Kennzeichen: Ausgeprägter Weltschmerz, lässig um die Hüfte geschlungenes Karo-Hemd und kritische Haltung zur damaligen Regierung von George Bush Sr.. Auch aus heutiger Sicht wirkt „Ten" keineswegs wie ein Trendprodukt, sondern hat auch über zehn Jahre nach seinem Erscheinen nichts von seiner Faszination verloren. Ein wahrer Klassiker der Rockgeschichte, auch wenn man im Lauf der Zeit einige unausgereifte Arrangements entdeckt, die man seinerzeit kommentarlos schluckte. „Ten" steht noch immer über den Dingen und bleibt Pearl Jam's bis heute bestes Album, dies sei vorweg genommen.
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ten-Sessions, 29. Februar 2008
Als mir mein Vater vor ca. 5 Jahren sagte: "Pearl Jam könnte eine Band sein, die dir gefällt." wusste ich natürlich noch nicht, dass er mir damit einen Tipp gegeben hatte, der mein Leben nachhaltig verändern würde.
Innerhalb der nächsten Wochen stand ich in einem großen Musikgeschäft vor der Karteikarte mit dem Buchstaben "P" im CD-Regal.
Und da waren: sechs, sieben Alben von Pearl Jam.
Ich hatte noch nie einen Song von ihnen gehört, noch nie etwas über sie gelesen, und so griff ich blind in die CDs und erwischte ein pink-rotes Album, auf dem Arme nach oben ausgestreckt wurden.
- Ich hätte auch Yield oder Binaural erwischen können, und wer weiß, vielleicht wäre ich dann nie zu einem riesen Pearl Jam-Fan geworden, vielleicht hätte ich mir nie wieder eines ihrer Alben gekauft. (Womit ich nicht sagen will, Binaural sei "schlechter" als Ten, aber im Nachhinein scheint es mir ansolut einleuchtend, dass damals mein erstes PJ-Album nur Ten sein konnte, kein anderes.)
Zuhause legte ich die CD in den Player und spürte spätestens (dann aber schon unaufhaltsam) bei Track No.3 "Alive" etwas, das ich zuvor noch nie oder danach nie mehr beim ersten Anhören einer CD bzw. eines Songs gespürt habe. Am ehesten trifft es wahrscheinlich der Gedanke: "DAS ist es!"
...
Die Songs sind ohne Ausnahme charakteristisch, typisch für das ganze Album - die Ten-Sessions - als auch typisch für sich selbst, jeder Song hebt sich auf dieser CD von dem anderen ab, und doch verbindet sie eben jenes Schleierhafte, das jener Zeit, dem Grunge, nirgendwo besser und deutlicher anhaftet als auf dieser CD.
Für mich als Gitarrist ist Ten außerdem eine Ansammlung wunderbarer Gitarrensounds, von Mike McCready's clean bis angezerrten glockigen Strats und Solos bis hin zur fernen, rund-verzerrten Gibson von Stone Gossard, dem hauptsächlichen Songschreiber auf diesem Album.
Pearl Jam haben mit Ten ein Imperium geschaffen, Songs wie "Yellow Ledbetter", "Alone" (aus der Zeit der Ten-Sessions, aber nur auf den Lost Dogs-Rarities zu finden), "Wash", "Oceans", und "Alive" versprühen hymnenhaft dieses Flair aus dem Seattle der frühen 90er.
Es bleibt zu erwähnen, dass jedes PJ-Album einen anderen Charakter hat, und das ist gut so. Das folkige "No Code" mit dem rauhen "vs." zu vergleichen macht genausowenig Sinn, wie "Yield" mit seinem Pop und seinen schönen Melodien/Harmonien dem bluesigen, rockigen "Pearl Jam" von 2007 gegenüberzustellen; "Vitalogy" ist dunkler als alles andere, "Binaural" experimenteller, "Riot Act" besonnener in seiner Zurückgenommenheit.
Jedes Album von PJ ist ein Meisterwerk für sich, und doch kann ich jedem nur raten, der in den Pearl Jam-Mythos eintauchen will, sich zuerst das Debutalbum - TEN - zuzulegen.
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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schwimmen gegen den Strom, 17. April 2003
Im August 1991 veröffentlichte Pearl Jam ihr Debut-Album unter dem Titel Ten, benannt nach der Rückennummer der Golden State Warriors-Basketballspielers Mookie Blaylock. Anfangs alles andere als erfolgreich wurde erst eine breite Öffentlichkeit mit der Veröffentlichung von Nirvanas Nevermind auf Ten aufmerksam. Kein Wunder, war es eine Zeit, in der quasi alles, was im weiteren Umkreis von Seattle aufwuchs, ein Holzfällerhemd trug und auch nur halbwegs eine Gitarre in den Händen halten konnte, von den Musik-Journalisten und dem Musik-Sender heilig gesprochen wurde.War Nevermind der Ruf nach Neuem, dann war Ten sein Widerhall. Wie Nevermind traf Ten den Nerv der Zeit. Wie Nevermind ist Ten ein Album gegen die 80er Jahre, gegen den King of Pop Michael Jackson, gegen Madonnas Glam und Style, gegen die Wall Street und gegen die Spielregeln des Musikgeschäfts. Und wie Nevermind ist Ten ein Album, das thematisch in erster Linie Jugendliche anspricht. Es ist aggressiv, geradlinig, schnell, traurig. Seine Texte handeln von Schmerzen und vom Alleinsein, von Zukunftssorgen und von dem allgemeinen Zorn gegen die gesellschaftlichen Missstände, von dunklen Ängsten, von Eltern und ihrer mangelnden Fürsorge. Es werden Themen angesprochen, die sich über das gesamte Schaffen Pearl Jams ziehen sollen, zum Beispiel religiöse Anspielungen wie die Suche nach Erleuchtung. Musikalisch ist Ten ein echter Leckerbissen. Schon auf ihrem Debut waren Pearl Jam in der Lage, Songs zu schreiben, die beim ersten Durchhören begeistern und auch nach hundertmaligem Hören ihren Reiz nicht verlieren. Natürlich sind da Alive und Jeremy, zwei Klassiker, aber mein persönlicher Favorit ist Even Flow: Allein liegt einer auf seinem Bett, Mit den Gedanken, die ihm zufliegen wie Schmetterlinge, kann er nichts anfangen. Er verscheucht sie, denkt an einen Neuanfang. Auf nichts kann er sich konzentrieren. mit nichts ist er zufrieden, am wenigsten mit sich selbst. Was soll's. Er denkt an einen Neuanfang. Ten wurde mit Platin ausgezeichnet. Auch das kein schlechter Anfang.
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