Die einstigen "Freiburger Spielleyt" haben den Namen gewechselt - sie nennen sich nun "Early Music Freiburg. Über den Grund hierfür kann ich nur spekulieren - vorstellbar ist, dass abgängige Mitglieder die alten Namensrechte mit entführt haben, oder auch, dass sich die "Spielleyt" in leicht veränderter Besetzung nun einem neuen, noch weit "ernsthafterem" bzw. "authentischerem" Programm widmen wollen als bisher. Ernsthaft sind sie jedoch auch bisher - trotz gelegentlichem Einsatz von Stilmitteln der "U-Musik", wie in "Waves of Vigo" oder "Tales of Miracles" geschehen - stets gewesen, stets hört man bei ihnen eine intensive Auseinandersetzung mit dem jeweils bearbeiteten Liedgut (in textlicher wie musikalischer Hinsicht) heraus. Und ebenso wie früher ist das neue Album wieder ein Konzeptalbum: das Thema ist diesmal die Auseinandersetzung mit der flüchtigen Zeit. Etwas hat sich aber gegenüber früher nun doch verändert. Die Arrangements sind karger geworden, spröder, die Interpretationen wirken verhaltener, verinnerlichter. Ist dies nun Reife? Diese CD ist schwerer zugänglich als die früheren Werke der Freiburger, verlangt auch vom Hörer eine intensivere Auseinandersetzung, während die frühere Philosophie der "Spielleyt" darin bestanden hatte, einen möglichst lebendigen Ausgleich zwischen Überlieferung und heutigen Hörgewohnheiten zu schaffen. Nun denn, die Auseinandersetzung lohnt sich wohl. Als Einstieg in das Werk der "Spielleyt" ist die CD jedoch kaum geeignet, erst recht nicht als Einstieg in mittelalterliche Musik.