Dieses Buch ist kein herkömmlicher Bildband mit einem Flickenteppich verschiedener Stile - es ist ein klar konzipiertes, bis hin zur Prägung auf dem Buchdeckel durchgestaltetes Künstlerbuch.
Johannes Groht ist es gelungen, etwa 160 Seiten (!) reine Bildstrecke so aufzubauen, dass es keinen Moment langweilig wird, darin zu blättern. Die Foto-Reihe ist so komponiert, dass man vier Zyklen von Jahreszeiten durchwandert, von den nordfriesischen Inseln bis nach Vorpommern, und dabei eine ungeahnte Pracht und Vielfalt von prähistorischen Bauwerken in den schönsten norddeutschen Landschaften erleben kann.
Die fesselnden Fotografien zeigen nicht nur eine Fülle kaum bekannter Megalithstätten, sie fangen deren Atmosphäre und Geist auf eine so intensive Weise ein, dass man meint, durch die Augen eines Menschen von vor 5.000 Jahren zu blicken. Hier geht es nicht um Vollständigkeit (obwohl die Auswahl durchaus repräsentativ ist) - es geht um die tiefe Erfahrung ehemals heiliger Orte und ihrer Beziehung zur Landschaft. Grohts Bilder zeigen uns Aspekte der Wirklichkeit, den wir sonst kaum noch wahrnehmen. Dabei setzt er nicht auf Effekte der Bildbearbeitung, sondern allein auf das Licht und die Magie der Momente, die er mit einer hochauflösenden Großbildkamera einfängt.
Was man mit diesen Bildern erleben kann, deutet der bekannte Ethnologe Paul Devereux in seiner umfangreichen Einführung auf kongeniale Weise und stellt es in einen europäischen, ja globalen Kontext.
Ein ausführlicher Anhang rundet das Werk ab: Im Gespräch mit dem Herausgeber Johannes Heimrath erläutert der Fotograf seine Herangehensweise, und ein fundierter Text zu den archäologischen Fakten, Grundrisse ausgewählter Stätten sowie detaillierte Ortsbeschreibungen mit einer Karte machen das Buch zusätzlich zu einer informativen Quelle und einem wertvollen Führer für neugierige Reisende.
Dieses Buch ist - ein Meisterwerk. Ich kann es nur empfehlen!