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Tells Tochter: Julie Bondeli und die Zeit der Freiheit
 
 
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Tells Tochter: Julie Bondeli und die Zeit der Freiheit [Gebundene Ausgabe]

Eveline Hasler
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Nagel & Kimche; Auflage: 3 (9. August 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3312003423
  • ISBN-13: 978-3312003426
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Aufgeklärte Weiblichkeit - Eveline Hasler erzählt von Julie Bondeli Die Bernerin Julie Bondeli (1731–1778) dürfte, falls überhaupt, heute bekannt sein als kurzzeitige Liebe von Christoph Martin Wieland. Ihr Vorbild war Emilie du Châtelet, die Freundin Voltaires. Sie hat mit dem Arzt und Dichter Johann Georg Zimmermann korrespondiert; Goethe und Sophie La Roche sprachen bewundernd von ihr. Rousseau, für den sie immer wieder eintrat, hat sie besucht; Lavater hat mehrere Wochen bei ihr gewohnt. Sie ist vergessen worden, dabei schrieb sie einmal Zeitgeschichte. Ihr Hauslehrer war Samuel Henzi, der jenes Tell-Drama verfasste, in dem eine Tochter den Apfel auf dem Kopf trägt. Julie Bondeli mag sein Modell gewesen sein. Im Sommer 1749 wird der aufrechte Mann als Rädelsführer des Berner Aufstandes hingeschlachtet, für Lessing sofort ein Dramenstoff. Als das Fragment 1753 veröffentlicht wurde, wandte sich Albrecht von Haller im Auftrag des Berner Rats an den deutschen Dichter und legte ihm nahe, er möge das Stück doch besser sein lassen. In ihrem neuen Roman «Tells Tochter. Julie Bondeli und die Zeit der Freiheit» entfaltet Eveline Hasler das Milieu des vorrevolutionären Bern und wagt sich an ein verschwundenes Frauenleben. Sie hat in verschiedenen Bibliotheken und Archiven zwischen Bern und St. Gallen, Biberach und Burgdorf recherchiert und historische Familien- und Genre-Tableaus ausgearbeitet. Die zwölf Kapitel öffnen sich wie Tagebuchblätter, wobei die Chronologie (der Text beginnt im Januar 1761 mit dem ersten Besuch des Arztes Zimmermann bei der schwindsüchtigen dreissigjährigen Julie) immer wieder unterbrochen wird durch zurückliegende Szenen (vom freien Klassenzimmer unter den Ulmen, wo Henzi die Kleine in Philosophie und Mathematik unterrichtet, bis zum flüchtigen Glück der jungen Frau mit Wieland im Zedernschatten). Eveline Hasler kennt ihre historischen Gestalten, und sie setzt alle Geduld daran, noch die am weitesten verzweigten Verwandtschaftsbeziehungen, politischen Animositäten, philosophisch-dichterischen Neidereien und modischen Salon-Divergenzen zu dokumentieren. Als Meisterin des Zeitkolorits rundet sie appetitlich die Décolletés der Bernerinnen und lässt das Handgewobene aus dem Emmental züchtig fallen, sie evoziert den Lavendelduft alter Möbel und den Geruch der Essigsöckchen, die die Mutter ihren fiebernden Kindern überzieht. Und wer bei ihr das Wort «Barettlitochterjäger» gelernt hat, ist schon ein Insider vergangener Heiratspolitik. Auch im Zeitalter von Google kann ein Roman lehrreich sein, ja Bildungsgut angenehm vermitteln. Immer wieder belegen historische Quellen (in Kursivschrift) die erzählten Passagen. Dabei entsteht ein Diorama-Effekt. Der Leser liest sich durch Kulissen. Lebensgross stehen die Figuren da, mit jener heilen, malvenfarbenen Anmut, die an alte Papierausschneidekunst und verblassende Echthaarpuppen erinnert. Eveline Hasler stellt ihre Helden vor, sie referiert, was sie denken, sie schickt sie nicht los mit der freien Energie einer eigenen Imagination. Das mag ein Mangel sein. Ebenso gut aber liesse sich diese sorgfältige Zurückhaltung als kluge, dem historischen Genre gemässe poetische Grazie verstehen. Angelika Overath

Pressestimmen

"Eveline Hasler ist mit dem Roman 'Tells Tochter' ein Zeitgemälde gelungen, das auch für Kenner des 18. Jahrhunderts manch Überraschendes bereithalten dürfte. Immer wieder überrascht die Autorin mit Geschichten, die verschüttet, mit Personen, die dem Vergessen anheimgefallen sind. Ihre Stärke besteht darin, sie mit neuem Leben zu füllen." Klara Obermüller, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.04 "Kaum ist je das Bern des Ancien Régime atmospärisch dichter gezeichnet worden als in Eveline Haslers neuem Roman Tells Tochter, den als Biografie der einst legendären Berner Salonnière und Intellektuellen Julie Bondeli (1731-1778) anzusehen, angesichts der bunten Vielfalt an Themen und Figuren eine grobe Vereinfachung ist." Charles Linsmayer, Die Weltwoche, 28.10.04 "Das zutiefst menschliche solcher Einzelschicksale erklärt die große Wirkung von Eveline Haslers Büchern, die sich oft wochenlang in den Bestsellerlisten halten können." Rita Torcasso, Brigitte, 15.09.04

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Ein interessantes Porträt über Julie Bondeli (1731-1778), eine gebildete, ledige Patrizierin im vorrevolutionären Bern, bewundert von Wieland, Goethe und Rousseau - das Buch liess mich eintauchen in eine Zeit, als man dachte, dass Frauen nur mit einem kühlen Wickel um den Kopf lesen sollten, weil die vermehrte Blutzufuhr den zarten weiblichen Hirngefässen schaden würde!
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