Ein klarer Vorteil des Buches, es ist nicht dick! Es ist flüssig und verständlich geschrieben und in nicht allzu lange Abschnitte eingeteilt.
Es gibt aber einige Sachen die mich hier durchaus stören:
Zunächst einmal ist von dem Kollektiven Unbewussten die Rede, was an sich nichts verwerfliches hat. Allerdings wäre es schön, wenn er sich (da sich der Autor schon dieses Begriffes bedient) zu Carl Gustav Jung (ein Schüler Freuds) äußern würde, schließlich hat dieser den Begriff geprägt.
Darüber könnte man natürlich noch hinweg sehen, wenn so etwas nur einmal vorkommt. Aber 'zwei mal' ist bekanntlich 'nochmal'. Die Rede ist bespielsweise von einem Vogel, der aus unerfindlichen Gründen in der Wüste lebt und Eier frisst. Der Autor erklärt uns Lesern sofort, dass das ein Beweis für das kollektive Unbewusste ist. Offen bleiben die Fragen, was für ein Vogel das sein soll, und ob der liebe Autor schon einmal etwas von Verhaltensforschung gehört hat. In diesem speziellen Fall ist die Ethoökologie (=Verhaltensökologie: Verhalten einer bestimmten Art in einer bestimmten Umgebung) zu Rate zu ziehen. War Dilas nun zu faul, um auch nur den Namen besagten Vogels herauszufinden, oder meinte er gar, dass das der Leser schon selbst tun müsse. Ich persönlich bin an einem Buch interessiert, das solche Sachverhalte ganz selstverständlich aufklärt. Der Leser steht jetzt nämlich vor der Frage, gibt es besagten Vogel wirklich, oder ist er eine Erfindung des Autors? Ein Rätsel.
Leider häufen sich solche Geschichten, beispielsweise bei dem mysteriösen Freund des Autors, der blind ist. Ich kann als Leser nicht nachprüfen, ob es den wirklich gibt. Diese Ungenauigkeit zieht sich durch das Buch durch und ist ziemlich ärgerlich.
Wesentlich bedenklicher ist meiner Ansicht nach, der Abschnitt über die "Lichtfunken" (aus einem Kapitel im Buch). Dilas stellt hier einige Theorien darüber auf, was das alles sein könnte (Bsp: fremde Lebensform). Zugleich verharmlost er aber auch, die Theorien, die die Wissenschaft insbesondere die Augenmedizin über seine "Lichtfunken" herausgefunden hat. Diese kleinen Pünktchen sind nämlich kleine Verletzungen der Hornhaut. Bei der Bewegung des Auges (und das bewegt sich [auch unbewusst] ständig) scheint es, als bewegen sich diese Pünktchen. Ein Besuch beim Augenarzt ist sinnvoller, als sich nur auf die Spekulationen des Autors zu verlassen.
Der Unterschied zwischen genauem Hinhören und Hellhörigkeit ist ein gravierender. Denn das, was im Buch als Hellhören bezeichnet wird, ist leider nichts anderes als genaues Hinhören. Das gleiche gilt auch für den Unterschied zuwischen einer guten Beobachtungsgabe und Telepathie.
Mich hat das Buch sehr enttäuscht. Dilas erhebt nämlich seine eigenen Erfahrungen zum Gesetz (siehe Kapitel: Lichtfunken). Stichworte und nicht nachprüfbare Sachverhalte werden aufgegiffen, ohne dass er sich genauer über sie informiert hat.
Ich rate vom Kauf ab.