Innerhalb G.Ph. Telemanns allein von der Menge her überwältigenden Oeuvres sind mit Sicherheit nicht alle Werke von der Einzigartigkeit, als die uns heute beispielsweise diejenigen J.S. Bachs erscheinen. Die "Musique de Table" jedoch stellt durchweg allerhöchste kulinarische Ansprüche zufrieden. Jeder der drei Teile besteht aus der selben Folge einer groß besetzten Ouverturensuite, verschiedener kammermusikalischer Besetzungen vom begleiteten Solo bis zum Quartett sowie einem italienischen Concerto und deckt damit das volle Spektrum barocker Instrumentalmusik ab. Abwechslung entsteht durch die Verteilung auf die verschiedenen Soloinstrumente Violine, Blockflöte, Oboe, Traversflöte und Trompete. Konrad Hüntelers Gesamtaufnahme bewahrt im Gegensatz zu den meisten anderen, eine Auswahl treffenden Aufnahmen diese - im Barock ausgesprochen wichtige - äußere Ordnung.
Die Interpretation der "Camerata des 18. Jahrhunderts" könnte nicht überzeugender sein. Die instrumentalen Fähigkeiten der renommierten Musiker und die Vertrautheit mit barockem Musizieren steht außer Frage, beeindruckend ist aber die unaufdringliche Natürlichkeit, die Telemanns Musik sprechen lässt. So tritt deren ganze Schönheit wie selbstverständlich hervor, wie beispielsweise im Quatuor mit 2 Traversen und einer Blockflöte. In der Ouverture der 2. Suite werden sehr schön die Anklänge an die von Telemann geliebte polnische Volksmusik gezeichnet. Da der Klang wie stets bei MD+G Instrumente wie Raumakustik mit beispielhafter Natürlichkeit abbildet, ist diese vollständige Edition nach wie vor unerreicht.