Wenn Tilda Swinton die Hauptrolle im Film hat, sollte es eigentlich egal sein, worum es geht. Zweifellos zählt sie zu den größten Schauspielern der Welt (und das meine ich nicht nur physisch! Es müssen ja nicht alle Superstars Zwerge sein!). Und hier tritt sie sogar vierfach auf - begleitet von einem wie immer faszinierenden Jeremy Davies (u.a. 'Tom Tom' in Wim Wenders "The Million Dollar Hotel") und der ebenfalls bedeutenden Karen Black (u.a. 'Fran' in Alfred Hitchcocks "Family Plot"). Doch diesen Film kann leider auch Tilda Swintons Kunst nicht recht retten, zu haarsträubend ist hier die story. Wenn da einer eine Netzwerkkarte in der Hand hält und davon redet (wohlgemerkt: das meinend, was er gerade in der Hand hält): dass auf der 'Festplatte' ein Virus sein könnte, der ins reale Leben herausspringt - das ist dann sozusagen eine 'typische Handbewegung' für die Filmgeschichte von "Teknolust". Und trotzdem Sex ein Thema dieses Films ist, sieht man vom schönen Körper der Swinton hier rein gar nichts (seltsam eigentlich, da sie sich in anderen Filmen durchaus bisweilen nackt zeigt). Aber natürlich ist es, wie immer, ein Vergnügen, sie spielen zu sehen - und ein köstliches highlight ist ihre Dreifach-Tanznummer! Ansonsten ist noch zu erwähnen, dass der Film eine hübsche Farbgestaltung hat. Wirklich: Alles so schön bunt hier! Also, mein Urteil: Für ein paar Euro ist dieser Film durchaus ein Schnäppchen - für Tilda-Swinton-Fans ohnedies ein Muß. Ein Meisterwerk ist es zwar ganz und gar nicht, aber doch recht kurzweilig anzusehen.