Vorab: Ich gehöre zu den Tekken-Spielern, die sich auch für die Storylines der einzelnen Charaktere interessiert. Ich habe die Games von Anfang an (PSI) verfolgt und kaum mehr Spaß an je einem anderen Beat'm'Up Game gefunden. Nachdem Dragonball ein richtiger Reinfall war und auch DoA nicht sonderlich als RL-Movie überzeugen konnte, habe ich bei der Anknüdigung von Tekken laut aufgeschrien.
Diese Angst vor Charakterverstümmelung war allerdings nur teilweise begründet, denn im Großen und Ganzen ist dem Regie-Team dort tatsächlich was ganz Gutes gelungen. Jedoch möchte ich diese Rezensionsmöglichkeit nutzen, um die Unterschiede zur Spielgeschichte etwas zu differenzieren:
Im Film geht es ja darum, dass die Welt in unterschiedliche "Zonen" aufgeteilt wurde und eine davon Tekken heißt. Ursprünglich war der Gedanke eigentlich, dass der Konzern "Mishima Zaibatsu" unter der Leitung von Heihachi Mishima das Turnier "Tekken - King of Iron Fist" ausruft. Der Unterschied liegt in erster Linie darin, dass Endzeit-Movies momentan total im Trend sind. Mit End-Zeit hatte Tekken jedoch eigentlich nie was zu tun...
Was mich sehr enttäuscht hat, war die Umsetzung des Charakters "Kazuya Mishima". Kazuya war in allen Tekken-Teilen dabei (in Teil 3 immerhin erwähnt) und hat eine relativ dramatische Vergangenheit. Genau genommen wurde "Tekken" zum ersten Teil hin nur ausgerufen, damit Kazuya die Möglichkeit erhielt sich an seinem Vater Heihachi für dessen Grausamkeit zu rächen. Ich finde, dass diese Vater-Sohn Beziehung in der RL-Verfilmung überhaupt nicht umgesetzt wurde. (Okay, evtl. weil "LANGWEILIG" - aber baut Tekken nicht eigentlich in erster Linie darauf auf?)
Tatsächlich erweckt Kazuya eher den Anschein des Charakters "Lee Chaolan": Er möchte seinen Vater von seinen Führungskräften überzeugen und spielt eine eher untergeordnete Rolle. (Lee ist nicht mit dabei)
Meiner Meinung nach passt das überhaupt nicht zu dem vermeidlichen Teufel...
Devil und das verfluchte Blut werden übrigens geflissentlich ignoriert. Schade eigentlich; zwar wäre die Umsetzung wohl etwas missverständlich gewesen, hätte ich mich auf Devil aber ziemlich gefreut! (DRAMA BABY!)
Die Tatsache dieses Storyboard-Crashes führt dazu, die Karten neu zu mischen. Man brauchte einen direkten Bösewicht, der psychisch instabil und ziemlich sadistisch veranlagt war. Deshalb schnappte man sich den armen Kazuya, um ihn zu einem getretenen Hund zu machen, der in seiner "Jugendzeit" nichts besseres zu tun hatte, als sich an jedem Mädchen zu vergehen, das ihm vor die Linse kam. (das sagt er sogar von sich selbst im Film...)
Darunter auch Jun Kazama. Es wird in keinster Weise darauf eingegangen, warum er so ist und was ihn zu seinem Handeln antreibt.
Diese Banalität hat mich persönlich ziemlich frustriert, da Namco niemals bestätigt hat, dass Jun Kazama von Kazuya vergewaltigt wurde. Hinsichtlich einiger Story-Modes im Spiel weicht die Möglichkeit sogar ziemlich stark ab und wer den Hintergrund von Tekken 2 kennt, weiß auch wovon ich spreche.
Lange Rede kurzer Sinn: Kazuya Mishima wurde total verschandelt. Schade eigentlich, denn Ian Anthony Dale passt rein äußerlich wie die Faust aufs Auge (haha ;D)
Auch die Beziehungen zwischen Steve Fox und den Williams-Schwestern wurde gekonnt übergangen, weshalb gerade viele witzige Ereignisse aus den animierten Spielfrequenzen völlig abgehen und nur noch gähnende Action-Leere hinterlassen. Der gesamte Film dreht sich um Jin, der Rache an dem Mörder seiner Mutter nehmen will. Obschon der Kern der Story stimmt, passt er überhaupt nicht zu den Spielen und das macht ihn unweigerlich irgendwie schlecht - zumindest, wenn man sich für die Geschichte hinter dem Beat'm'Up interessiert.
Sehr gut umgesetzt finde ich die Battle-Szenen. Martial Arts macht sich in solchen Filmen immer gut und ich habe auch einige Moves aus dem Game wiedererkannt.
Fazit zu meinen 2 Sternchen: Die Storyline verwirrt total und hat nur am Rande etwas mit dem Spiel zu tun (KEINE HARADA / NAMCO-PRODUKTION!). Kazuya Mishima wurde nie als Vergewaltiger verschrien, Jin Kazama sollte in seiner Not zu Heihachi Mishima gehen und ihn nicht meiden und die Williamsschwestern würden nie zusammen mit dem gleichen Kerl ins Bett gehen, ohne sich dabei gegenseitig umzubringen... Die Charaktere sind hohl und lieblos gehalten, die Tiefe fehlt eindeutig und das macht das Gesamtwerk zu einem einzigen Action-Genuss ohne jeglichen Sinn für Humor oder Gefühl.
Die Kämpfe sind's wert, dass man sich's anschaut. Trotzdem sollte man sich storytechnisch nicht darauf verlassen, was einem da erzählt wird.
Passender finde ich zu dem Spiel eigentlich den Anime... und den ziehe ich der RL dann auch vor.