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Teil der Welt. Fraktale einer Ethik - ein Drama in drei Akten
 
 

Teil der Welt. Fraktale einer Ethik - ein Drama in drei Akten (Gebundene Ausgabe)


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Carl-Auer-Systeme Verlag
  • ISBN-10: 3896702076
  • ISBN-13: 978-3896702074
  • Größe und/oder Gewicht: 22,4 x 14,2 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 706.487 in Bücher (Die Bestseller Bücher)
  • Komplettes Inhaltsverzeichnis ansehen

Produktbeschreibungen

Spektrum der Wissenschaft

Dieses Buch ist ein Buch über die Entstehung dieses Buches. Diese Rückbezüglichkeit ist kein Zufall, sondern Programm. Denn Rückkopplungsschleifen sind Hauptgegenstand der Kybernetik, die von Steuerungs- und Kommunikationsprozessen bei Tieren, Menschen und Maschinen handelt. Als ihr Vater gilt der Mathematiker Norbert Wiener (1894-1964); für ihre Weiterentwicklung und Verbreitung sorgte ganz wesentlich der Physiker Heinz von Foerster. In Deutschland ist "Wissen und Gewissen - Versuch einer Brücke" wohl sein bekanntestes Buch. In vielen, auch in den Geisteswissenschaften sehr beachteten Arbeiten über die Eigenschaften natürlicher und technischer Systeme schuf er Grundlagen für die Entwicklung von Computern und künstlicher Intelligenz sowie für das Verstehen der menschlichen Kommunikation und der Organisation menschlichen Zusammenlebens. Der in Wien geborene Heinz von Foerster gab nach dem Zweiten Weltkrieg der experimentellen Kognitionsforschung in den USA eine völlig neue Richtung: Das Verhalten eines lebendigen Organismus wird weder monokausal von innen noch von außen gesteuert, sondern der Organismus steuert sich selbst, indem er Eigenverhalten bildet. Dieser Prozess kann als mathematische Iteration verstanden werden, die gegen einen Fixpunkt strebt; er ist unter den Namen "Autopoiese" und "Selbstorganisation" populär geworden. Erst heute, nachdem wesentlich einfachere mathematische Iterationen in den Fraktalen eine eingängige bildliche Darstellung gefunden haben, wird die Bedeutung dieser neuen Sichtweise allmählich erkannt und gewürdigt. Heinz von Foerster entfaltete seine Auffassungen in der Auseinandersetzung mit der frühen Kybernetik und deren Gründervätern Norbert Wiener und Warren S. McCulloch (1898-1972). Er gründete und leitete fast zwanzig Jahre das Biological Computer Laboratory an der University of Illinois in Urbana-Champaign (südlich von Chicago), ein Zentrum, an dem Physiker, Mathematiker, Biologen, Mediziner, Techniker und Philosophen gemeinsam logischen und methodischen Problemen nachgingen, die das Erkennen des Erkennens aufwirft. Monika Bröcker, einer freien Wissenschaftlerin und Autorin, die seit 1998 eng mit von Foerster zusammenarbeitet, ist es durch hartnäckiges Fragen gelungen, ihrem Helden neben einer sehr verständlichen populärwissenschaftlichen Darlegung seiner Hauptgedanken seine bislang ausführlichste Biografie zu entlocken. Am meisten besticht an diesem Buch die Einheit von Inhalt und Form. Seine Dialogform weckt Assoziationen zu den überlieferten antiken Dialogen von Sokrates, den Unterredungen von Galileo Galilei und den Gesprächen des ebenfalls prominenten Kybernetikers und Systemtheoretikers Gregory Bateson (1904-1980) mit seiner Tochter, die dieser in seinem Buch "Ökologie des Geistes" als "Metaloge" bezeichnete. Im ersten Akt suchen Autor und Autorin nach der geeigneten Darstellungsform. Ein Blick hinter die Kulissen wird gewährt, und die Bühne wird ausgemessen. Dann erfolgt eine Art Tango um die Themen Kybernetik, Ethik und Konstruktivismus: Fragen und Gegenfragen wechseln sich mit "Biss" ab. Provozierende Angriffe werden jäh in respektvoller Empathie gebremst. Dabei werden recht beunruhigende Fragen aufgeworfen: Wenn unsere Welt auf Axiomen beruht, ist dann nicht die Veränderung eines Axioms eine Veränderung der Welt? Wenn wir die Axiome frei wählen können, sind wir dann nicht für diese Welt verantwortlich? Der zweite Akt widmet sich autobiografischen Erinnerungen und Familiengeschichten Heinz von Foersters. Lesende werden unvermittelt vom Strudel der Umwälzungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfasst: Neben philosophischen und naturwissenschaftlichen Ereignissen werden die aufkommende Frauenbewegung, die Entdeckung der fernöstlichen Philosophie und das Zerbröseln bürgerlicher Moralvorstellungen in pointierten Anekdoten illustriert. Es folgen Schilderungen der faschistischen Diktatur, der Kriegs- und Nachkriegsjahre sowie der akademischen Kultur in den USA. Wer je sein ungeduldiges "et cetera, et cetera ..." vernahm, wird in der Wiedergabe der Tonbandaufnahmen mühelos den authentischen von Foerster wiedererkennen und zwischendurch nur ungern das Buch aus der Hand legen. Im dritten Akt gewinnt der Tango noch einmal an Tempo. Verschiedene Konsequenzen der Ideen und Haltungen Heinz von Foersters für Therapie, Management, Erziehungs- und Computerwissenschaft werden diskutiert. Heinz von Foerster ist am 2. Oktober 2002, kurz vor seinem 91. Geburtstag, in seinem Haus in Pescadero (Kalifornien) verstorben. Die Nachrufe weisen zu Recht darauf hin, dass seine technischen Erfindungen, seine Beiträge zur Kybernetik, Wissenschafts- und Erkenntnistheorie maßgeblichen Einfluss auf das zwanzigste Jahrhundert genommen haben. Diese Beiträge werden in einer immer komplexer werdenden Welt zunehmend an Bedeutung gewinnen. Rezensent: Prof. Dr. André Frank Zimpel

Kurzbeschreibung

Dieses Buch ist die ausführlichste biographische Darstellung über Heinz von Foerster, ein Buch, in das er mit der Unterstützung von Monika Bröcker noch einmal das gesamte Gewicht seines 90-jährigen Lebens gelegt hat. Es vermittelt neben der Lebensgeschichte und den wichtigsten Gedanken des "Sokrates der Kybernetik" gleichzeitig auch Welt- und Wissenschaftsgeschichte aus erster Hand.
Von Foerster ist ein begnadeter Erzähler, und was er nicht von sich aus schildert, holt Monika Bröcker in den Gesprächspassagen mit ihren gleichermaßen klugen wie einfühlsamen Fragen ans Licht. Fast en passant gelingen den beiden so unterhaltsame Erklärungen auch schwieriger Sachverhalte.
"... ebenso schwungvoll wie erhellend, ein unglaubliches Dokument eines zutiefst engagierten und amüsierten Lebens."
(Dirk Baecker, Universität Witten-Herdecke)
Viktor-Frankl-Preis 2001 für Heinz von Foerster!

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5.0 von 5 Sternen Ein Erleuchteter ist von uns gegangen..., 21. Juli 2004
Heinz von Foerster war mehr als andere, das Produkt seiner menschlichen Beziehungen. Er war immer der Integrator, der der die Menschen zusammen brachte. Für ihn war es nichts einen Text zu schreiben, ohne feedback. Das Gespräch war für ihn die ausschlaggebende Form, der Entwicklung. Und das ist etwas Einzigartiges in unserer Zeit, wo jeder Durchschnittsbildungsbürger, glaubt im stillen Kämmerlein, die Worte Gottes aufs Papier bringen zu können.
Hier und anderswo bei Heinz von Foerster, steigen wir direkt in eine Diskussion ein, werden Zeuge einer Diskussion.
Wir kennen andere Interviewbücher, in denen die Fragen immer so platziert sind, dass der jeweilige Intellektuelle, doch monologhaft seinen Text runterbeten kann. Dies ist hier nicht der Fall und das verlockt, dieses Buch zumindest zu öffnen, weil man erwarten darf, dass der Text(bzw. Fragen darin) am Ende noch immer offen bleiben.
Wie sehr werden wir heutzutage von Ratgebern etc überschüttet, mach dies so mach jenes so und haben dabei das Gefühl: nun das mag dem Autoren geholfen haben und sein Honorar wird ihm sicher noch ein Stück weiterhelfen, aber mit mir hat das nichts zu tun.
Hier wird der Intellektuelle immer gleich darauf angesprochen und man merkt, dass von Foerster am Ende nicht mehr derselbe ist, wie zu Anfang des Interviews.
Der Leser hat hier die einzigartige Möglichkeit, das Buch anzunehmen oder zu verwerfen, wie es ihm beliebt.
Das ist wahrer Konstruktivismus.
Eine weitere ganz banale Tatsache beweißt das von Foerster der vollkommendste, der Urväter war: er stand mit ihnen allen in Konatakt, mit Maturana, Varela, von Glasersfeld und Watzlawijk und nicht wie jene nur mit einzelnen.
Es gibt keine Grenzen für Kommunikation, außer Determinsmus, d.h. "So ist es Aussagen". Oder mit dem Meister selbst:" selbst vom Dümmsten kann man lernen."
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