Das Gute zuerst:
Die Dampfstation ist leistungsstark. Die Wäsche wird wesentlich schneller glatt, oft reicht sogar Bügeln nur von einer Seite. Leinen wird wesentlich glatter als beim normalen Dampfbügeleisen- allerdings wird sehr dickes oder antikes Leinen in getrocknetem Zustand auch nicht hundertprozentig glatt. Man muss es weiterhin feucht bügeln.
Der Dampfausstoss ist sehr stark- man muss beim Glattziehen von Wäsche sogar aufpassen, dass man sich die Hand nicht verbrüht.
Das Bügeleisen selbst ist wesentlich leichter als normale Dampfbügler, da der Wassertank ja separat in der Station untergebracht ist.
Die Bügelsohle ist extrem glatt- so glatt, dass das Eisen sogar vom Bügelbrett auf den Boden rutschen kann, wenn man vergisst es hochkant zu stellen!
Sie ist relativ schmutzabweisend- die Bezeichnung "selbstreinigend"ist aber trotzdem so nicht ganz korrekt. Angehängte Kunstfaser oder andere starke Verschmutzungen muss man nach wie vor manuell von der Bügelsohle entfernen.
Der Tank ist mit 1,8 Litern recht groß, so dass man nicht dauernd nachfüllen muss.
Er lässt sich unter dem Wasserhahn ohne Probleme befüllen und die Bügelstation ist grundsätzlich für NORMALES Leitungswasser konzipiert- das lästige Schleppen von destiliertem Wasser und die zusätzlichen Kosten fallen weg.
Die Station hat zusätzlich eine Eco-Funktion, die bei annähernd gleicher Leistung 20 % Energie sparen soll. Ich habe die Funktion ausprobiert und habe den Eindruck, dass diese Angabe stimmt: Die Wäsche wird genauso glatt wie bei der Normalfunktion.
Und damit kommen wir zu den kleinen Makeln:
Gut gedacht ist an sich das "Antikalk-System": Ein an der Seite angebrachter Metallstab mit Vertiefung (erinnert an einen Ölmessstab beim Auto) soll den angesammelten Kalk aus dem Wasser aufnehmen, den man dann laut Gebrauchsanleitung einfach ausschüttet und den Stab abspült. Leider setzt sich der Kalk sehr schnell direkt auf dem Stab ab, der dann entkalkt oder kräftig mit einem groben Schwamm abgerieben werden muss.
Außerdem muss man mindestens zwei Stunden warten, bis man nach dem letzten Bügeln den Stab reinigen kann- sonst sind Verbrühungen die Folge.
Wird das Bügeleisen länger als acht Minuten nicht betätigt, schaltet es sich automatisch ab. Dummerweise passiert das auch dann, wenn man ein Programm gewählt hat, das eine hohe Temperatur und Dampffunktion hat (Leinen und Baumwolle), den Dampf aber nicht nutzt, weil man halbfeuchte Wäsche bügelt. Mittendrin im Bügeln lässt plötzlich die Temperatur nach und das Eisen schaltet sich ab.
Um das zu verhindern, muss man in regelmäßigen Abständen ganz kurz den an der Innenseite des Griffs angebrachten Dampfknopf betätigen.
Dieser Knopf muss beim Dampfbügeln dauergedrückt werden- was wahrscheinlich bald dazu führt, dass er kaputtgeht.
Es kann auch gut passieren, dass man versehentlich Dampf einschaltet, weil der Knopf genau dort liegt, wo die Finger den Griff innen berühren.
Hat man die Acht-Minuten-Frist verpasst und das Eisen hat sich abgeschaltet, dauert es gute zwei bis drei Minuten, bis es wieder aufgeheizt ist und man weiterbügeln kann. Das finde ich etwas zu lang.
Ziemlich gewöhnungsbedürftig ist die Kabelaufbewahrung.
Die dicke Leitung für die Wasserdampfzufuhr muss außen durch eine Art Tunnel gesteckt werden und ragt auf der anderen Seite raus. Um sie zu befestigen, kann man sie locker über die Ausbuchtung des Anti-Kalk-Systems schieben.
Das Stromkabel soll zusammengerollt in eine Vertiefung an der unteren Seite der Station.
Das ist aber nicht ganz einfach. Egal wie man es macht- das Kabel geht nie ganz rein, vom Stecker ganz zu schweigen.
Irgendwie ist die Vertiefung zu klein. Nur wenn man das Kabel sehr eng in Schlaufen legt, geht es überhaupt einigermaßen. Ansonsten ist es eine einzige Wurstelei.
Der Griff des Bügeleisenelements ist gleichzeitig die Halterung für den Transport. Und das Bügeleisen wird lediglich durch einen etwas dickeren Plastikbügel oben festgeklemmt. Ich frage mich, was wohl passiert wenn der Bügel brüchig wird oder einfach nach einer Weile ausgeleiert ist?
Besonders komfortabel ist die Tragevorrichtung ohnehin nicht, da die Station immer nach vorne kippt, wenn der Tank relativ voll ist und die ganze schwere Station nur an dem kleinen Bügeleisenelement hängt....
Fazit: Ich habe den Kauf trotz der kleinen Einschränkungen nicht bereut, da die Bügelstation mit ihrer Leistungsfähigkeit einiges wieder wettmacht- trotzdem finde ich, dass es noch Verbesserungsbedarf gibt.
Nachtrag vom 5.12.11:
Grundsätzlich bin ich immer noch zufrieden, muss aber ein weiteres Problem ansprechen, das sich im Bügelalltag ergeben hat. Man sollte nicht warten, bis die rote Lampe für die Reinigung des Kalkbehälters aufleuchtet, sondern diesen wesentlich öfter reinigen. Tut man das nicht, kann es durchaus vorkommen, dass man neben dem erwünschten Dampf auch jede Menge Kalk bekommt, der aus den Düsen der Bügelsohle schießt und das Wäschestück so verschmutzt, dass es nochmal in die Waschmaschine muss.
Das ist mir jetzt schon zweimal passiert.