Das Buch ist leide ebenfalls eine Rarität: die Rechtschreibung ist schlecht, und bereits die Einleitung enthält schwere Fehler (Leerzeichen in Komposita, Relativsätze ohne Kommata). Typographisch genügt das Buch keinerlei professionellen Ansprüchen; es sieht nach laienhafter Word-Formatierung aus.
'Klar', wird jetzt manch einer einwenden, 'bei Books on Demand darf man nichts anderes erwarten'. Doch, das darf man! Was ich nicht erwarte, sind brilliante Bilder wie bei Geo, doch auch die Motive in diesem Buch sind hervorragend getroffen, die Landschaften schön gewählt.
Die Mängel aber sind bedauerlich, denn in Teeraritäten findet man allerlei hilfreiche und wissenswerte Informationen über Tee und über Teeraritäten, und eines kann man dem Schreiber sicherlich nicht vorwerfen: fehlende Sachkenntnis und Tee-Erfahrung. Nein, diesen Eindruck macht Tanja Berlin nicht.
Vielleicht kann das Buch für eine zweite Auflage nachbearbeitet werden -- auch der Stil vertrüge ein wenig Schliff --, wünschenswert wäre es. Ich möchte auch nicht gänzlich von diesem Buch abraten, denn die Liebe zum Tee steckt in ihm, und sicherlich war viel Zeit und Arbeit notwendig, um es zu schreiben. Jeder Teeliebhaber, jeder, der sich für Tee begeistert oder der einmal in die Teewelt schnuppern möchte, sollte einen Blick wagen. Anstatt selbst zahlreiche Seiten im Internet zu suchen, die auch weder ortho- noch typographisch hochwertig sind, kann man es sich durchaus mit diesem Buch auf dem Sofa bequem machen und hält vermutlich auch das bessere Fachwissen in der Hand.
Ein Buch sollte jedoch auch zweilei sein: richtig geschrieben -- das ist nicht bloß Zusatz, das ist Voraussetzung -- und ansprechend gesetzt. Ich spreche nicht von Perfektionismus, den erwarte ich nicht; sehr wohl erwarte ich aber einen Text, wo auf einer Seite nicht fünf oder zehn, sondern nur hin und wieder ein Fehler enthalten ist.