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Teenage: Die Erfindung der Jugend (1875-1945)
 
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Teenage: Die Erfindung der Jugend (1875-1945) (Gebundene Ausgabe)

von Jon Savage (Autor), Conny Lösch (Übersetzer)
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Pressestimmen

01.07.2008 / Spex: Wir lassen uns nicht verheizen "Savage läuft zu Hochform auf, sobald es um sein Stammgebiet geht: Musik. Detailgenau informiert und in der Wortwahl geschmeidig, rekapituliert er die Wichtigkeit von Jazz, Ragtime und Swing für das Abgrenzen Jugendlicher von ihren jeweiligen Elterngenerationen."
(Jan Kedves über die Originalausgabe)

19.09.2008 / Die Tageszeitung: "Teenager werden nie obsolet" "Der Teenager ist eines der zentralen historischen Subjekte des 20. Jahrhunderts ... Der britische Pophistoriker Jon Savage hat nach den Ursprüngen gesucht und eine Geschichte der Jugend geschrieben."

01.10.2008 / Literaturen: Sie tanzen den Truthahn-Tanz "Höchst unterhaltsam, wie Jon Savage den Typus Teenager mit dem Entstehen von Pop-Musik, Konsum- und Massenkultur verknüpft ... Sein Buch ist so intelligent wie farbenfroh ... lehrreich und erschütternd."

01.10.2008 / Spiegel Special: Die Erfindung der Generation "Ein lesenswertes Kompendium zur Geschichte der Jugendkultur und ihrer immerwährenden Neuerfindung ... Savage ist es gelungen, nicht nur Jugendhistorie, sondern zugleich eine kleine Geschichte der Moderne zu schreiben."

02.10.2008 / Zeit Online: Jung stirbt, wen die Götter lieben "Savage erzählt von einst, und der Leser sieht Bilder, hört Klänge aus dem Jetzt. Und er versteht gründlich, dass jede neue Technologie, jedes neue Medium, und jeder neue Krieg den Aggregatzustand, die Beschaffenheit, die Dynamik, die Bedeutung, die Körperlichkeit, die Mode der Jugend neu definiert."
Klaus Walter

14.10.2008 / Süddeutsche Zeitung: Kein Kind, kein mann, aber laut "Jon Savage gehört zu den wenigen wirklich interessanten, weil analytisch, gesellschafts- und zeitdiagnostisch versierten Popkulturjournalisten der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit ... Geglückt ist ihm mit 'Teenage' eine so akribisch wie anschaulich erzählte Geschichte der westlichen Populärkultur."

15.10.2008 / Frankfurter Allgemeine Zeitung: Die Stimmen der Teenager "Jon Savage zeichnet ein präzises Panorama der Erfindung der Jugend ... Er erweist sich als Stimmensammler und als meisterhafter Moderator dieser Stimmen."

26.10.2008 / NZZ ONline: Ein Gefühl grenzenloser Gegenwart "Anhand von Tagebüchern, Kleidungsstilen, politischen Debatten, Jugendbewegungen, Medienereignissen und anhand von Pop-Musik erzählt Savage materialreich und spannend von der Erfindung einer Figur, die im 20. Jahrhundert zum Protagonisten der Pop-Kultur werden sollte. Das Buch behandelt die Entstehung eines adoleszenten Selbstbewusstseins ebenso wie die diversen Versuche des Staates, dieses unter Kontrolle zu bringen."

27.11.2008 / Die Zeit: Alles wollen, sofort "Savage, Experte für Pop-Phänomene von Punk bis New Wave, unternimmt in 'Teenage' eine kulturhistorische Expedition durch die westliche Welt und schildert die Geburt der Jugend aus dem Geist des Massenkonsums."

05.12.2008 / Frankfurter Rundschau: Teenage "Aufregend und klug."


Literaturen, Oktober 2008

„Höchst unterhaltsam, wie Jon Savage den Typus Teenager mit dem Entstehen von Pop-Musik, Konsum- und Massenkultur verknüpft ... Sein Buch ist so intelligent wie farbenfroh ... lehrreich und erschütternd.“

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Anspruchsvoller als das Cover vermuten lässt, 7. Oktober 2008
Von Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 REVIEWER)    (REAL NAME)   
So wie Jon Savage ergeht es vielen Autoren. Irgendein Projekt verstellt den Fokus der Aufmerksamkeit, und schon ist man in einer Geschichte gefangen, die einem erst wieder frei lässt, wenn man ein dickes Buch geschrieben hat. Etwas merkwürdig ist es allerdings schon, wenn uns ein Bericht in die Hand gedrückt wird, der dort aufhört, wo er nach unserer Erwartung beginnen sollte. Daher fühlt sich der Autor auch dazu genötigt, gleich zu Beginn eine Erklärung abzugeben. So einleuchtend es ist, sich auf die Vor- oder Urgeschichte der Teenager zu beschränken, so rätselhaft bleibt die Änderung des englischen Originaltitel The Prehistory of Youth Culture: 1875 - 1945 zu The Creation of Youth Culture. Fest steht jedenfalls, dass wir über die Zeit von Elvis Presley & Co nur sehr wenig erfahren, sondern mit Wahrnehmungen und Biografien von Jugendlichen Bekanntschaft machen, die früher lebten und nach Ansicht des Autors die Wegbereiter der Nachkriegsgenerationen waren. Das muss einfach wissen und annehmen, um Enttäuschungen zu vermeiden.

Jon Savage ist Schriftsteller, Rundfunkautor, Musikjournalist. Und mit seinem Buch Englands Dreaming wurde er international bekannt. Ob allerdings alle seiner Fans auch vom neuen Werk begeistert sind, bezweifle ich. Denn wer sich für die Darstellung des Punk Rock begeisterte, bringt eventuell nicht das Durchhaltevermögen und das Interesse mit, das es für die Lektüre dieser umfassenden geschichtlichen Darstellung braucht. Auch wenn die vielen Storys und Lebenszeugnisse den Unterhaltungswert steigern. Faktum bleibt: Jon Savage bringt so viele Personen und Ereignisse auf die Bühne, dass man als Publikum immer wieder eine längere Pause einlegen muss, um den Saal nicht vor dem Ende zu verlassen. Zumindest mir erging es so.

Was steht drin? Diese Frage befriedigend zu beantworten, fällt mir ebenso schwer wie dem Klappentexter. Jon Savage schreibt eine Kulturgeschichte der Jahre 1875  1945, in deren Zentrum Jugendlich stehen. Er macht uns mit deren Wünschen, Träumen, Hoffungen und Ängsten bekannt, zeigt anhand von aussergewöhnlichen Biografien das Eingegossensein in patriarchalische, religiöse und politische Regelwerke, macht uns auf die befreienden Kräfte der Musik und aufmerksam, erinnert an die existentiellen Nöte während Krisen- und Kriegsjahren, entführt uns selbstverständlich nach Amerika und kommt immer wieder nach Europa zurück. Wir erhalten Einblicke in Medien, die wir nur noch vom Hörensagen her kennen. Und wir spüren im Verlauf der Ausführungen immer mehr, dass Teenagers zwar als Marketingbegriff geboren wurden, sich aber wie Zauberlehrlinge unaufhaltsam von ihren Meistern lossagten.

Mein Fazit: Jon Savage entwirft ein Panorama, das in seinen Einzelteilen schon gezeichnet wurde, aber vor diesem Buch noch nie als Ganzes zu sehen war. So locker, wie das Cover vermuten lässt, lesen sich die 500 Seiten nicht. Bringt der Leser allerdings ein historisches Interesse mit, so wird er dem Autor dankbar sein, trockene Quellen und lebendige Lebenszeugnisse vereint zu haben. Noch mehr Bilder und leicht lesbare Zusammenfassungen hätten wohl auch historisch Interessierte begrüsst.


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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Atomarer Fallout bringt ewige Jugend, 8. Oktober 2008
Von Franz-Robert Neubauer (Eutin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
John Savage's Buch beginnt 1875, nämlich mit Tagebüchern von Jugendlichen aus jener Zeit, etwa von Mary Bashkirtseff (eine verhätschelte Tochter reicher Russen) aus Frankreich oder von Jesse Pomeroy (ein bestialischer Kindermörder) aus den USA. Bashkirtseff verkörpert den guten Teenager, Pomeroy einen bösen. "Das ist eine Aufteilung, die bis heute funktioniert:", sagt Savage in einem Interview in der WOZ, "Teenager als Traum oder als Albtraum".
"Teenage" geht chronologisch vor - von 1875 bis 1945 - und entfaltet vor allem anhand zeitgeschichtlicher Zeugnisse eine Typologie des jugendlichen Selbstverständnisses. Savage zeigt auf, dass bereits Goethe mit seinem 'Werther' und Rousseau mit seiner 'Emelie' vorwegnehmen, was etwa ein Jahrhundert später bis in die Tiefen der Gesellschaft durchsickerte, nämlich das Bewusstsein um die Jugend - gewissermaßen ein dritter menschlicher "Aggregatzustand" neben der Kindheit und dem Erwachsenenalter.
Das Buch ist wegen seiner knappen Kapitel, seiner historischen Fotos und der "flotten Schreibe", die Savage pflegt, ausgesprochen kurzweilig zu lesen. Aber es bietet noch weit mehr als das, gelingt es dem Autor doch, ein neues Schlaglicht auf unsere Kulturgeschichte zu werfen. Mit enormen Sachkenntnissen und großem Hintergrundwissen führt Savage meisterhaft vor Augen, wie wir heutzutage gewissermaßen alle zu Teenagern wurden.
Wer wissen möchte, welche Gegenreaktionen die Industrialisierung evozierte, wie die Demokratie den Konsum bedingt und warum der Konsum eine Antwort auf den Faschismus ist, und wer verstehen möchte, worin der Zusammenhang zwischen Atombombe und Kurt Cobain besteht, dem kann ich das Buch nur ans Herz legen. Ich habe es im Zuge meines Studiums gelesen und dabei viel gelernt. Aber "Teenage" würde sich gewiss auch ebenso gut als Feierabendlektüre eignen!
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5.0 von 5 Sternen Tolles Buch!, 18. Mai 2009
"Ich habe es satt, unbedeutend zu sein. Ich modere im Schatten dahin. Die Sonne, die Sonne, die Sonne! Los geht's - lasst uns mutig sein. Die Zeit ist eine Reise, die mich dorthin führt, wo es mir gut geht. Bin ich wahnsinnig? Oder vom Schicksal auserwählt? So oder so, ich bin gelangweilt!" Dies schrieb im Jahr 1875 die 17-jährige Maria Bashkirtseff in ihr Tagebuch. Mit 25 starb sie an Tuberkulose. Ihr Tagebuch wurde veröffentlicht und die Welt war begeistert. Kaum vorstellbar im Blog-Zeitalter, daß die seelischen Offenbarungen eines Teenagers einen weltweiten Bestseller hervorbrachten.
Bedeutend wurde Maria Bashkirtseff, sogar so bedeutend, daß Jon Savage in ihr den Ausgangspunkt der Erfindung der Jugend markiert.
Jugend gab es nicht, vorher. Es gab Kinder und Erwachsene. Junge und alte Menschen. Als Maria lebte, dämmerte es im gesellschaftlichen Bewußtsein, daß die Zeit der Adoleszenz den Rahmen sprengt, den Kindheit und Erwachsensein vorgeben. Zwei Weltkriege später und nachdem die Jugendlichen einerseits die Kriminalität und andererseits das Kino und die Musik für sich entdeckt hatten, war der Begriff "Teenager" etabliert.
Der Jugendkriminalität widmet der Autor viele Zeilen. Ebenso der Musik. Im Jahr 1917 hatte eine weiße Band mit dem namen "Original Dixieland Jass Band" die schwarze Musik die sich Jass nannte in die Herzen der Weißen hineingetragen. Jass ist ein Lehnwort aus dem afrikanischen und heißt Geschlechtsverkehr. Diese Musik war damals Rebellion pur und die jungen Menschen waren außer Rand und Band (es ist schon merkwürdig, daß der Dixieland Jazz heute vorwiegend von alten Männern gehört und gespielt wird).
Vor und während dem 2.Weltkrieg war der Swing die Musik der Jugend (und der Jitterbug war ihr Tanz). In Deutschland wurde der Swing von den Nazis verfemt, was aber nur wenige abschreckte. Ausführlich beschreibt Jon Savage die Geschichte der Hamburger Swings.
Das ist überhaupt das schöne an diesem Buch. Eine Geschichte folgt auf die andere. Menschen kommen, Menschen gehen. Und bei aller konkreten Wucht, geht die Abstraktion, durch die der historische Kontext deutlich wird, nicht verloren. Ganz große Klasse!
Das Monster in diesem Kontext waren die beiden Weltkriege. Schon im ersten Weltkrieg starben jeden Kriegstag über 5000 Menschen (ein Drittel davon Jugendliche) und das über vier Jahre hinweg. Im zweiten Weltkrieg waren es noch weit mehr. Der Krieg ist der Vater aller Dinge, schrieb der griechische Philosoph Heraklit. In diesem Fall stimmt es: aus den unsäglich brutalen Folgen der Weltkriege heraus wurde die Jugend geboren. In dem Moment als die Erwachsenenwelt ihre ekligste Maske aufsetzte strampelte sie sich aus dem Käfig frei. Und hörte Musik.
Wandervögel, Sheiks, Flappers, Kindred of the Kibbo Kift, Bright Young People, Zazous, Biff Boys, Edelweißpiraten - durch viele Jugendbewegungen hat sich die Jugend hindurch bewegt. Durch viele Filme hat sie sich hindurch gefiebert (das Kino war neben der Musik derTreibsatz beim Anfeuern des jugendlichen Selbstverständnisses). Und endlich, im Jahr 1945, war die Jugend im Rampenlicht.
Und heute singen Tocotronic: "Ich höre dich sagen, mehr leise als laut, das haben sich die Jugendlichen selbst aufgebaut".
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