wie hier schon mehrfach erwähnt, handelt das Buch nicht nur von dem auf dem Buchrücken erwähnten Clipper-Rennen. Es ist vielmehr die Familiengeschichte eines schottischen Clans, die in den schottischen Highlands beginnt und ca. 30 Jahre später in London endet. Dazwischen gibt es Abenteuer auf der ganzen Welt, vor allem aber auf den Weltmeeren. In der ersten Hälfte dreht sich alles um Whisky und Schmuggel desselben, in der zweiten Hälfte geht es dann um Schiffbau und Tee-Import.
Die Titelwahl und die Beschreibung auf dem Buchrücken sind in der Tat ein Eigentor. Das Clipper-Rennen findet erst kurz vor Schluß statt. Und hier wird es auch nochmal spannend.
Ich mag dicke Romane. Aber das Problem dieses Buches ist seine Vielseitigkeit und seine Unausgewogenheit. Beide Teile (also Schottland und Nicht-Schotland) sind quantitativ in etwa gleich gewichtet, hängen aber nicht wirklich zusammen. In Schottland ist die Familie vereint, im zweiten Teil ist die Familie zerrissen und in der ganzen Welt verstreut. Den roten Faden vermisse ich allerdings. Wir haben also zunächst ein Highlands-Abenteuer und etwa ab der Hälfte dann einen Seefahrer-Roman.
Wie schon beim "Meister des siebten Siegels" erhält man mit diesem Buch nicht nur einen Abenteuer-Roman, sondern auch unheimlich viel Fachwissen über das Whisky-Brennen, den Schiffbau, die Hochseeschiffahrt und englische und schottische Geschichte inklusive Kolonialpolitik.
Es wird mit diesem Buch auch klar, wer von dem Autorenduo des "siebten Segels" für die Geschichte und wer für das Fachwissen verantwortlich war. Soyener hat unheimlich viel Fachwissen und wenn es ins Detail geht, wird leidenschaftlich und kenntnisreich geschrieben. Das Vorantreiben der Geschichte und der Spannungsaufbau ist allerdings nicht so sein Ding.