Das Problem liegt auf der Hand: Die Zahl der Jugendlichen, die ohne Ausbildungsplatz und ohne konkrete Ausbildungsperspektive bleiben steigt! Ein besonderes Problem sind hierbei die Jugendlichen ohne jeglichen Schulabschluß. Diese werden zur Erfüllung der Berufsschulpflicht oftmals BVJ-Klassen, JoA-Klassen oder dergleichen aufgenommen und dort von den Lehrern tapfer beschult. Das Ziel mag sein, eine Vorbereitung auf ein Arbeitsleben in einem technischen Umfeld zu realisieren. Da ich in einer solchen „Jungarbeiter-Klasse" unterrichte, habe ich dieses Heft zur Hand genommen um Hilfen für meinen Unterricht zu erhalten.
Das Büchlein liefert auch ganz artig sehr grundlegende Informationen und Arbeitsaufgaben aus den Berufsfeldern Metall, Elektro, Holz, Bau. Mir fehlt in dieser Liste noch die Farbe! Alles ganz grundlegend: Benennen und Handhaben von Werkzeugen aller Art, auch der beliebte Umgang mit dem Messschieber; aber auch Körnen, Sägen, Löten. Alles was das Herz begehrt. Die Inhalte werden auf sehr stark reduziertem Niveau fachsystematisch abgearbeitet. Hier liegt das Problem - fachsystematisch! Mit diesen Blättern kann man keinen Jugendlichen hinter der Theke oder dem Bahnhof hervor holen. Wer interessiert sich wirklich für die Wirkungsweise des Handbohrers. Das Produkt, das handwerkliche Erzeugnis sollte der Ausgangspunkt der Arbeit stehen. Dieses Produkt - oder Projekt - sollte dann die Abfolge der Lern- und Arbeitsschritte bestimmen.
Diese Heft, mag helfen, punktuell einen projektorientierten Unterricht zu begleiten - es wird ihn aber nicht wirklich stützen, geschweige denn erleichtern oder gar initiieren. Meine Erwartung, neue Anregungen und Hilfen für meinen Unterricht zu erhalten war zu kühn - leider!