Hubert Käppel ist einer der bedeutensten Lehrer der klassischen Gitarre. Waren es jetzt 60 oder 80 erste Preisträger, die aus seiner Schule hevorgegangen sind?
Jedenfalls bleibt unbestritten, dass sich kaum jemand so aktiv in der Gitarrenfestival-Szene bewegt wie eben Hubert Käppel und dass dieser mittlerweile seit mehreren Jahrzehnten zahllose Profi-Gitarristen geprägt hat .
Wenn man überlegt,mit welchen anderen Kompendien man dieses Werk vergleichen könnte, wäre da die mehrbändige Gitarrenschule von Emilio Pujol, die Loseblattsammlung von Übungen von Tarrega, die Technikbände von Carlevaro, Pumping Nylon von Scott Tenant zu nennen. Es wäre absurd, zu erwarten, dass hier das Rad neu erfunden wurde.
Aber der Standard in Punkto Gitarrentechnik, der durch zahllose Gitarristen in den letzten 25 Jahren neu definiert wurde, erklärt sich eben aus der Weiterentwicklung und Erweiterung obengenannter "Altmeister". Diese Entwicklung fand in "Die Technik der modernen Konzertgitarre" ihren Niederschlag, ist quasi eine verschiedene "Lager" übergreifende Gesamtschau der Dinge.
Alle Beschreibungen technischer Vorgänge sind präzise, sehr detailliert und dabei doch in einer klaren Sprache formuliert.
Dieses Buch ist das kondensierte Wissen jahrzehntelanger Lehrtätigkeit. Es ersetzt dennoch keinen guten Gitarrenlehrer oder ein Studium.
Käppel hat die Möglichkeiten dessen, was man in Schrift- und Notenform ausdrücken kann hier voll ausgeschöpft. In seiner Vollständigkeit und Vielfalt ersetzt es die bisherigen vergleichbaren Veröffentlichungen.
Der einzige wesentliche Kritikpunkt wäre, dass die Darstellung der Tonleitertechnik eher in tradtionellen Konzepten verhaftet bleibt und neue Konzepte nicht genügend berücksichtigt. Hier sollte man sich mal ansehen, was Leute wie etwa Matt Palmer, der ja auch ein Buch zu eben diesem Thema geschrieben hat, bietet.