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Technik und Zeit: Der Fehler des Epimetheus
 
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Technik und Zeit: Der Fehler des Epimetheus [Broschiert]

Bernard Stiegler
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Produktinformation

  • Broschiert: 360 Seiten
  • Verlag: Diaphanes; Auflage: 1., 1. Auflage (1. Juni 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3037340126
  • ISBN-13: 978-3037340127
  • Originaltitel: La technique et le temps
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,2 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 777.089 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Bernard Stiegler
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Am überzeugendesten ist Technik und Zeit im Durcheinander der Einzelanalysen.« (Joseph Hanimann, FAZ)

»Bernard Stiegler wagt das Experiment und denkt denkt nach und denkt voraus.« (Leander Scholz, Deutschlandradio)

Kurzbeschreibung

Lange Zeit hat die Philosophie die Frage nach der Technik zu stellen versäumt, als sei sie es nicht wert, gedacht zu werden. Die Technik als Horizont jeder künftigen Möglichkeit und jeder Möglichkeit des zukünftigen Werdens ist Gegenstand von Stieglers auf drei Bände angelegtem Magnum opus, dessen erster Band nun vorliegt. Zentral für Stieglers Überlegungen ist die vergessene Figur des Epimetheus, des Zwillingsbruders von Prometheus: Prometheus hat den Göttern das Feuer gestohlen und sie beim Opfer betrogen. Dieses war notwendig, weil zuvor Epimetheus den Fehler begangen hatte, die Menschen nicht mit den Gaben auszustatten, die sie zum Überleben brauchen. Der Mensch lebt seitdem im Zwiespalt von epimetheia, dem im Nachhinein nachdenken, und prometheia, der Vorausschau. Mit Rousseau entwickelt Stiegler die These eines »zweiten Ursprungs« der menschlichen Gattung, der im technischen Denken wurzelt. Damit stellt sich bereits für die früheste Menschheitsgeschichte die Frage der Zeitlichkeit und der Antizipation. Technik und Technologie werden immer mehr zu den beherrschenden dynamischen Faktoren der menschlichen Entwicklung, wobei im gleichen Maße die Unvorhersehbarkeit künftiger Entwicklungen wächst. Entlang der Thesen von Leroi- Gourhan und Simondon, mit Heidegger, Derrida und Rousseau entwirft Bernard Stiegler eine neue Sichtweise des Verhältnisses von Mensch und Technik. »Die Fortsetzung der Evolution des Lebenden kann durch andere Mittel als das Leben gedacht werden.«

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von H. Gebauer TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert
Der geneigte Leser sollte sich keinesfalls von dem etwas eingängigen Titel täuschen lassen, denn was hier vorliegt ist schon im Original schwer lesbare hochakademische bzw. hochtheoretische Prosa, die mit ihrer Schwierigkeit nicht geizt.
Es muss darauf hingewiesen werden, dass das vorliegende Buch der erste von drei Bänden ist. Und wie es so bei dreibändigen Projekten ist, der erste Band enthält eben viel Präliminarien und kommt nicht so richtig zu einem Ende, was man leider auch vom zweiten Band (La Technique et le Temps II, La desorientation) und dritten Band (La Technique et le temps III. Le temps du cinema et la question du mal être) sagen muss. Dass das Buch zuerst vom Autor auf fünf Bände angelegt war und dann über die Jahre auf 3 geschrumpft ist, spricht auch nicht gerade für eine souveräne Architektonik, zudem hat der Autor leider damit begonnen Unmengen von Büchern zu veröffentlichen, die leider eine eher kultur-konservativen Ton anschlagen und eher nicht mehr der affirmationistischen Dekonstruktion eines Derrida ähneln.
Das Buch versucht die Technik als das noch Ungedachte der abendländischen Geschichte also wie der Autor einleitend schreibt als Horizont einer jeden zukünftigen Möglichkeit oder möglichen Zukunft" und eine weitere massive These dieses Buches "Der Mensch erfindet die Technik, die Technik erfindet den Menschen."
Die Einleitung fängt dann schon an schwerere Geschütze aufzufahren: die Unterscheidung von techne und physis, Platons Hypomnemata, Heideggers Dasein, die Konfrontation von Epitmetheus und Prometheus, Gilbert Simondon und Edmund Husserl, und zu guter Letzt André Leroi-Gourhan, den der Leser schon aus Derridas "Grammatologie" kennen dürfte.
Obwohl der englische Übersetzer Richard Beardsworth dem Werk den Rang von Heideggers "Sein und Zeit" bescheinigen wollte, hat Geoffrey Bennington in einer lesenswerten Reszension darum gebeten doch einmal die Lesebrille aufzusetzen.Stieglers Buch ist also eher durchwachsen als eine Sensation. Vor allem fallen - wie Bennington gezeigt hat - seine Fehldeutungen von Derridas differance negativ auf, so dass Stiegler meint, man müsse das Konzept einer differantiellen différance auffahren, ebenso ist sein Verhältnis zu Heidegger ein wenig unterbelichtet. Diese seltsame Unschärfe, die Stieglers Verhältnis zu Heidegger und Derrida begleitet, führt so Bennington dazu, dass wesentliche Einsichten der Dekonstruktion zugunsten eines vordekonstruktiven Technikverständnisses aufgegeben werden. Was daraus folgt ist wohl die alte humanistische Leier von der Bedrohung des Humanum durch die Technik.

Fazit: Ein interessanter Problemaufriss, der auf jeden Fall den erfahrenen Leser fordert, da ihm das Äußerste abverlangt wird. Die Lektüre ist also keineswegs ein Spaziergang. Negativ wirkt sich natürlich aus, dass dies nur der erste Band ist, der leider irgenwie im Niemandsland der Argumentation verendet, als abgerundet endet. Also alles in Allem ein durchwachsenes Buch, das viele Probleme aufwirft und wenige beantwortet. Leider hat sich durch die neueren Veröffentlichungen Stieglers gezeigt, dass die Richtung seiner hochtrabenden Reflektionen leider in Richtung von Kulturkonservativsmus weisen. Zur These einer Proletarisierung des ästhetischen Apparates durch die modernen Massenmedien. 3 Sterne
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