Ich bin ein anspruchsvoller und kritischer Techniknutzer, und wenn es Probleme gibt, würde ich die schon ausführlich melden. Hier ist's aber gottseidank mal etwas einfacher. In Kürze:
Gut ist:
- die Materialwahl. alle Teile aus Voll-Aluminium (sowohl der Spiegel als auch alle tragenden Teile). Dadurch unbegrenzt rost- und witterungsfest.
- eine Auswahl unter drei Farben (beige, Anthrazit, Klinker-rotbraun), passend zum Hintergrund.
- pfiffige Form-Idee. Durch die leicht eckige Form ist die Antenne seitlich nur 45 cm breit, kann sich also gut in Ecken (wie bei mir im Balkon) oder schräg an senkrechte Wände anschmiegen.
Aber noch wichtiger: dadurch ist ihr Durchmesser in diagonaler Richtung 55 cm (fast schon also wie eine 60cm-Schlüssel), was die Leistung erhöht.
- der LNB-Arm hält den LNB so tief, dass die Schüssel fast senkrecht ausgerichtet wird. Auch das hilft, sie an Kanten anzuschmiegen, bzw. sie in Ecken einzuschmiegen. Und, bei bodennaher Montage im Balkon bleibt auch der LNB sehr nah am Boden.
- Ertrag: Signalqualität (SNR, Signal-Noise-Ratio) liegt nur 2 dB unter einer von mir (bei gleichem Wetter) ebenfalls getesteten 60-cm-Technisat-Schüssel. Für mich eine Überraschung; Grund dürfte der 55-cm-Durchmesser in diagonaler Richtung sein.
- Sie liegt in der Signalqualität 4 dB über einer Flachantenne wie die aktuellen Selfsats (hatte ich zuvor getestet), und hat nicht deren viele Nachteile und Schwächen (siehe meine Rezension dort).
Schlecht:
- derzeit nichts gefunden.
Verbesserungsvorschläge:
- Die hellste Farbe ist ein warmes, cremiges Beige, etwa wie ungebleichte Natur-Baumwolle. Jedenfalls wärmer als auf dem Produktfoto. Für Hauswände aus reinem Weiß (wie bei mir) hätte ich es hübsch gefunden, wenn es eine vierte Farbe "Weiß" geben würde. Oder vermeidet Technisat dies bewusst wegen eines Vergilbungs-Risikos?
- Herstelleraufdrucke finde ich nie gut.
Beides ist aber jetzt nicht so störend, dass ich sie mit Autolack aus dem Baumarkt übersprühen würde (was man natürlich z.B. zwecks Tarnung könnte), oder sie deswegen abwerten würde.
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Tipps: Wo können Sie ihre Antenne montieren?
A. finden sie raus, wo der Astra steht.
Für die Positionswinkel an ihrem Standort gibt Internet-Rechner.
B. finden sie heraus, was der Astra an Ihrer Fassade oder in ihrem Balkon an Hindernissen vorbei (Nachbarhäuser, Bäume, Balkonbrüstung) ausleuchtet.
B1. über Sonnenstände.
Zu einer bestimmten Tageszeit steht die Sonne horizontal neben dem Astra, zu einer anderen Tageszeit vertikal über oder unter dem Astra. Dann sehen sie an den Schatten, was durch horizontale oder vertikale Hindernisse abgeschattet wird.
Am bequemsten ist es wärend der Winter- oder Sommersonnenwende, da die Sonne dann zu einer bestimmten Zeit genau hinter dem Astra steht.
Nutzen sie einen Internet-Sonnenstands-Rechner, um die Winkel aus Schritt A in Uhrzeiten zu übersetzen.
Diese Methode hatte ich benutzt. Hat den Vorteil, dass man den Kopf nicht an den Stellen haben muss, an der eine Montage in Frage käme.
B2. nachts über Sterne.
Im Wintersternenhimmel fahren die Gürtelsterne des markanten Orion-Sternbilds jede Nacht den Himmels-Äquator ab. Da alle Satelliten auch ganz nah am Himmelsäquator stehen, zeigt ein Orion-Gürtelstern zu einer bestimmten Nachtzeit die Astra-Position ganz gut an. Mehr weiß ich nicht dazu, ich hatte die Sonnenstands-Methode genommen.
B3. über ihre Digicam.
Jeder Zoom-Einstellung entspricht ein bestimmter Bildwinkel, also können sie ihre Digicam als Winkelmessgerät verwenden.
B4. über eine selbstgebastelte "Peilrampe" aus Styroporteilen, Kartonteilen o.ä.
B5. Keine Lust auf jegliche Mathematik, sondern sie wollen den Winkel einfach direkt ablesen können? kaufen Sie sich dann einen
Billig-Sextant für unter 20 Euro.
Am Ende wusste ich, dass ich meine Schüssel in der Balkon-Ecke ganz unten (mit Balkonfußboden-Berührung) aufstellen konnte.