Diese Karte ist einfach zu installieren. Sie hat einen passenden CI-Slot (das ist eine Art PCMCIA-Einsteckplatz wie bei Notebooks), in den man ein geeignetes Smart-Card Modul (bei mir Alphacrypt-Light für ca. 50) stecken und damit die Smart-Card von Kabel Deutschland ansteuern kann.
Für das Geld gibt es sonst keine ordentlichen PC-Karten mit CI-Modul für digitales Kabelfernsehen. Zum Vergleich: Eine
TV TECHNOTREND TT-Connect CT-3650 CI (DVB-C+T, USB) kostet weit über 100 EUR. Eine Premium DVB-C Karte des selben Herstellers mit CI-Modul ist mit mehr als 130 EUR zu bezahlen und die angeblich hochwertigste PC-Lösung für DVB-C, die
FireDTV C/CI externer DVB-C EmpfÃ'nger, Firewire oder
FloppyDTV C/CI fÃ'r DVB-C Digital Kabel HDTV new sind mit 179 bzw. 150 EUR zu bezahlen.
Die TechniSat Karte funktioniert im Netz von Kabel Deutschland (Berlin) mit einer normalen Smartcard des Anbieters problemlos, wenn man einige Dinge beachtet:
Die mitgelieferte "Light"version des DVB-Viewers ist unvollständig oder fehlerhaft. Ich hatte (wie andere Benutzer wohl auch) Empfangsprobleme und Abstürze. Also sollte man zwar das Software Paket von Technisat installieren und von der Seite des Herstellers den Treiber aktualisieren, aber zusätzlich 15 EUR für die Vollversion des DVB-Viewer investieren. Für diesen Preis erhält man eine unter WinXP gut laufende Anwendung mit lebenslangen Upgrades (wo gibt es das heute noch?) und einer Menge zusätzlicher Module. So konnte ich beispielsweise mit einem kostenfrei erhältlichen Zusatzmodul "Aufnahmeservice" einen über das Internet gesteuerten Aufnahmeservice einrichten: Die gewünschten Aufnahmen bei TVinfo auf den Merkzettel setzen, über einen täglichen automatischen Abruf einlesen lassen und schon wacht der Rechner mitten in der Nacht aus dem Ruhezustand auf, um die gewünschte Sendung fehlerfrei aufzunehmen. Dabei wird der Rechner (AMD 3000X2) kaum belastet. Es kann also auch während einer Aufnahme noch am Rechner gearbeitet werden.
Fernsehen am Rechner ist selbstverständlich auch möglich, von mir jedoch wenig verwendet: Verträgliche Umschaltzeiten (etwa 1-2 Sekunden, was bei DVB-C üblich ist) und auch die zusätzlichen (verschlüsselten-) Programmpakte von KD lassen sich ansteuern. Die Bildqualität ist auf einem PC-Monitor überragend. Durch DVB-C gelangt ein Datenstrom von 4000-7000 kb/s auf die Festplatte, der sich gut weiter verarbeiten und schneiden lässt. Zum Vergleich: DVB-T hat 1000 - 2200 kb/s. Beeindruckend ist auch der Ton: Hoch auflösend, richtig crisp und teilweisen senden die öffentlich-rechtlichen Sender auch mit AC3 (Dolby-Digital) - da kommt mit einer geeigneten Anlage Freude auf beim Fernsehen.
Bedenken solle man vor dem Kauf, dass für einen Empfang der privaten TV-Sender über DVB-C eine gültige Smartcard des Kabelanbieters besitzen muss, weil diese mit Grundverschlüsselung ausgestrahlt werden. Der Empfang der öffentlich-rechtlichen Sender (ARD, ARTE usw.) ist in höchster Qualität jedoch auch ohne zusätzliches Abo und Smartcard möglich.
Fazit: Die für erfahrene PC-Anwender geringen Schwierigkeiten bei der Erstinstallation werden durch überragende Bild- und Tonqualität sowie einen sehr komfortablen Empfang mit geeigneter Software mehr als aufgewogen. Computer-Laien sollten jedoch von einer solchen Lösung wegen der noch vorhandenen Probleme (zum Beispiel fand mein DVB-Viewer zuerst die RTL-Sender (Pro7, Sat1 usw. nicht) die Finger lassen und sich lieber einen DVB-C Receiver zulegen.