Die Autorinnen, erfahrene Trainerinnen in verschiedenen Wirtschafts- und Universitätskontexten, verfolgen mit "Teamtrainings erfolgreich leiten" den Anspruch, einen "Fahrplan" oder "Leitfaden" zur Durchführung eines Teamtrainings anzubieten. Dies ist ein hoher Anspruch - dem das Buch überwiegend gerecht wird.
Wie sieht dies aus? Der Kern des Buches besteht aus einem bis auf die halbe Stunde detailliert beschriebenen Programm zur Durchführung eines dreitägigen Teamtrainings. Daneben (im letzten Teil des Buches) gibt es sehr gut beschriebene Seminarbausteine, die - aus eigener Erfahrung - nicht nur für Teamentwicklungen anwendbar sind. Alles zusammen eine gute Mischung vieler praktischer Rezepte, die aus der Erfahrung der Autorinnen stammen, also praxiserprobt sind. Und dies alles mit einer intuitiv nachvollziehbaren Strukturierung, übersichtlichen Zusammenfassungen, praxisnahen Visualisierungen auf dem Flipchart und vielem mehr.
Eine Nebenwirkung hat das Rezept-Buch allerdings. Bei aller Praxis fehlt die Theorie doch. Die starke Praxisorientierung mit nur dem Nötigsten an Theorie führt dazu, dass das Training nicht - wie der Klappentext verheißen könnte - direkt vom "Manual" aus durchgeführt werden kann. Denn das nötige theoretische "Surplus"-Wissen, über das der Trainer verfügen sollte, fehlt leider meistens (z.B. zur TZI, S. 198ff. oder zu den vermeintlichen prozentualen Anteilen der Informationsaufnahme, S. 318f.). Die Theorieminimierung könnte auch dazu geführt haben, dass im Buch - wie in jedem guten Manual - Angaben zur Trainings-Effektivität oder zur Kontraindikation fehlen. Wie gut kann ein Transfer in den Team-Alltag sein, wenn nicht das gesamte Team, sondern nur ein einzelnes Teammitglied am Seminar teilnimmt?
Alles in allem: Das Buch enthält sehr gute praktische Anleitungen, wie ein Teamtraining - und andere Trainings! - professionell durchzuführen sind. Wer Tipps und Hinweise zur Aktivierung von Teilnehmern, inhaltlichen und zeitlichen Strukturierung eines Trainings und vielen anderen Dingen erfahren möchte, um ein Training durchzuführen, ist hier sehr gut aufgehoben. Wer darüberhinaus theoretische Hintergründe sucht, ist auf zusätzliche Literatur angewiesen. Als ob es die Autorinnen geahnt hätten, findet man diese Literaturtipps im Buch.