Theoretisches pädagogisches Wissen mag zwar für irgendetwas gut sein. Angehende Lehrer sollten während ihres Studiums jedoch darauf bedacht sein, ihre Gehirne von Theorien freizuhalten, die von Professoren vermittelt werden, die noch nie im Leben vor einer Klasse hormongesteuerter Teenager gestanden haben. Das einzige was zählt ist praktische Erfahrung, weshalb es sehr verwunderlich ist, das ein Praxissemester an einer Schule bislang nur in Baden-Württemberg obligatorisch ist.
Nun aber zum Roman. Frank McCourt beschreibt in seinem Buch "Teacher Man" seine dreißigjährige Karriere als Lehrer an diversen New Yorker High Schools. Was tun, wenn einem ein Sandwich vor die Füße geschmissen wird? Wie reagieren, wenn man die kleinen Bastarde am liebsten windelweich prügeln würde? Liebeskummer, Drogensucht, Bandekriminalität, zig verschiedene Ethnien und vieles mehr. Dieser absolut mitreißende autobiographische Roman sollte Pflichtlektüre für alle werden, die mit dem Gedanken spielen, sich irgendwann mal mit anderer Leuts Kinder abzugeben. McCourt beschreibt sowohl die vielen frustrierenden als auch die erhebenden Momente des Berufs. Sein Fazit lautet: Es ist kaum planbar wie ein Tag läuft, ob man am Ende des Tages deprimiert oder zufrieden ins Bett geht. Wenn man eine Klasse falsch einschätzt wird der Unterricht scheitern, auch wenn er noch so vorbildhaft geplant wurde.
Fazit: Toller Roman des Pullitzerpreisträgers. Sinnvoller als die meisten Pädagogikkurse.