Man merkt der Musik von Cat Stevens die Herkunft der Eltern des britischen Songwriters, der heute als Moslem unter dem Namen Yusuf Islam bekannt ist und sich aus dem Musikgeschehen zurückgezogen hat, eindeutig an (sein Vater war Grieche, seine Mutter Schwedin):
Nordländische Gelassenheit und Melancholie paart sich mit südländischem Temeperament; beide Eigenschaften lassen sich bestimmten Songs und/oder Passagen klar zuordnen.
Zu "Tea for the tillerman" als solches:
Jeder halbwegs an Musik interessierte Mensch wird bereits an der Titelliste erkennen, dass es sich hierbei um ein Singer/Songwriter-Album von höchster Qualität handelt:
Das einfühlsame, tiefgehende, wunderschöne "Father & son" sowie der sowohl Traurigkeit als auch Aufbruchsstimmung vermittelnde Evergreen "Wild world" sind die bekanntesten Hits dieses Albums.
Auch das verträumte, beruhigende "Into white", der Stevens-typische Opener "Where do the children play?" und das leidenschaftlich vorgetragene "Hard headed woman" sind anerkannte und sehr sehr schöne Nummern. Mein Favorit auf "Tillerman" ist jedoch eindeutig das von butterweichen und surrealistischen Klängen gekennzeichnete "Sad Lisa", das auf melancholische Art und Weise von einem stets tieftraurigen Mädchen erzählt.
Die nun noch übrig bleibenden, weniger bekannten Lieder sind zwar nett anzuhören, überzeugen jedoch nicht in gleicher Weise wie die zu Recht erfolgreicheren Nummern, die "Tea for the tillerman" angehören. Auch wenn "Miles from nowhere" mit Hall versehen völlig überraschend überzeugend rockig klingt und auf "Longer boats" ohne zusätzlich eingeführte Instrumente eine karibische Athmosphäre erzeugt wird (solche Effekte zeichnen große Kompositionen und Arrangements aus), hätte ich mir, wie es z.B. bei Paul Simon stets der Fall war/ist, gewünscht, dass jeder Song des Albums auf gleichwertig hohem Niveau anzusiedeln ist. Dies ist zwar nur zu ca. 2/3 des Albums gelungen, dennoch gehört es zum erweiterten Kreis der schönsten Alben in der populären Musik überhaupt.