Wenngleich man von diesem Autoren eher aufregende Kriminalromane gewöhnt ist, so schafft er es auch mit diesem so „ganz anderen" Roman, eine Geschichte zu erzählen, die von Beginn an spannend ist.
Die Flüchtlingsgeschichte einer namenlosen Frau, die sich selbst ganz spontan aus einer Erklärungsnot heraus den merkwürdigen Namen gab, ist eine symbolische. Der Autor arbeitet an ihrem Schicksal die Unaufmerksamkeit und Blindheit reicher Staaten ab, die helfen wollen und es nicht richtig tun, die um grausame Schicksale wissen, aber nichts unternehmen.
Daneben spielt sich ein Schriftsteller-Drama ab, das fast schon satirisch die Nöte des Literaten aufzeigt. Irgendwie ist es schon fast witzig, was dem Hauptakteur dieses Romans für abstruse private Erlebnisse den direkten Weg zu seinem hehren Ziel, die aufwühlende Geschichte von Flüchtlingen aufzuschreiben, verstellen.
Bedächtig und bewegend zugleich fasziniert der Lauf aller Erzählstränge. Man lacht allerdings stets ernst.
© Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.