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Kundenrezensionen

3,4 von 5 Sternen83
3,4 von 5 Sternen
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am 6. Oktober 2010
Mit gemischten Gefühlen habe ich dieses Buch gelesen. Schon recht früh fiel mir auf, dass mir so gar keine der Personen wirklich sympathisch war, die meisten waren so echte Unsympathen. Das muss nicht gegen das Buch sprechen, vielleicht war das die Intention der Autorin, allerdings konnte ich aus diesem Grund keine rechte Bindung zum Buch herstellen.

Daran änderte sich auch bis zum Schluss nichts mehr, die Hauptfigur ging mir mit ihrer unglaublichen Lethargie immer mehr auf die Nerven. Aber ok, unrealistisch kann man das nicht nennen, so Leute soll es geben.

Vom Schreibstil her kann ich das Buch nur positiv beurteilen. Es liest sich leicht ohne platt zu wirken. Allerdings störte mich der Episodenstil ein wenig. Für meinen Geschmack gab es zu wenig roten Faden, der sich verfolgen ließ. Andererseits wurde so wohl auch das Leben der Hauptfigur ganz anschaulich vermittelt. Es passierte nichts, immer mal wieder aufgelockert durch einige Taxi-Episoden.

Insgesamt ein unterhaltsames Buch, was mich aus o.g. Gründen jedoch etwas ratlos zurückläßt. Macht aber nichts, ich kommŽ drüber weg. Weitere Bücher von Karen Duve würde ich durchaus lesen.
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am 4. April 2011
Kurzinhalt:
Hamburg, Anfang der 80er: Alex lebt mit ihrem Bruder in einem Bungalow - der Vater ist froh, dass er seine Kinder nach draußen verfrachtet hat.
Ohne Job kann sie sich keine Wohnung leisten. Mal abgesehen davon, dass sie auch gar nicht weiß, wie man eine mietet. Da fällt ihr die Anzeige: "Taxifahrerinnen gesucht" ins Auge. Explizit mit Frauenendung.
Sie besteht die Prüfung mit Ach und Krach, denn eigentlich kann sie sich keine Straßennamen merken - und lernt das Leben von einer ganz neuen Seite kennen. Nicht nur, weil sie lauter neue Straßennamen lernt, sondern auch, weil ihre Kollegen eine ganz neue Welt darstellen - wie auch die Fahrgäste, die bei ihr einsteigen.

Meine Meinung:
Nachdem ich bei der Lesung mit Karen Duve war und gehört haben, dass sie selbst jahrelang Taxi fuhr und diese Erfahrungen in einem Buch verarbeitet hat, musste ich mir das gleich bestellen.

Nach der ersten Irretation, dass es sich dabei um einen Roman und keinen autobiographischen Erfahrungsbericht handelt, war ich sofort in der Geschichte drin. Ich denke, es ist völlig egal, ob die Protagonistin Karen Duve oder Alex heißt- dass man so ein Buch nur schreiben kann, wenn man viele der Dinge selbst erlebt hat, ergibt sich von selbst.

Ich war begeistert von der schonungslosen Beschreibung des Taxifahrens einerseits und der Fahrgäste auf der anderen Seite. Duve gelingt damit gleichzeitig eine Analyse der gesellschaftlichen Unterschicht Hamburgs der 80er Jahre.

Da sind auf der einen Seite die Taxifahrer: ewige Studenten, Machos, Selbstverliebte und Verklemmte. Menschen die nicht wissen, was sie sonst in ihrem Leben anfangen sollen und insofern im wahrsten Sinne des Wortes ziellos durch die Gegend irren. Bis ihnen der nächste Fahrgast eine neue Richtungsangabe vorgibt. Haben sie mal niemanden zu fahren, hocken sie zusammen in einem Taxi und philosophieren über das Leben.

Auf der anderen Seite werden die Fahrgäste, von den Taxifahrern des Romans als "Dreckhecken" bezeichnet, in einem ganz anderen Licht dargestellt, als ich mir das immer vorgestellt habe. Da dachte ich, nur gut betuchte Menschen, können sich Taxifahren leisten. Alle anderen nehmen den Bus. Aber hier wird von Schnorrern und Spinnern geschrieben, Zuhältern und Gewalttätigen, Nutten und alten Muttchen. Menschen, die ihren eigenen Geruch mitbringen oder den, der noch an ihren Schuhen klebt; die ungefragt rauchen oder meinen, die Frau am Steuer wäre auch noch für anderweitige Dienste offen.

Dabei immer im Mittelpunkt: Alex - die Frau, die das Taxi fährt und mehr als einmal darauf angesprochen wird: Hast Du keine Angst?
Tatsächlich weiß auch sie mit ihrem Leben zunächst nichts Besseres anzufangen, so sehr der Job nachher auch an ihr zehrt. Sie bleibt viele Jahre dabei und findet nachher den Absprung nicht.

Unterteilt ist der Roman in die Anfänge (1986) und das Ende dieser Zeit (1989-1990).

Gleichzeitig erhält man einen schonungslosen Einblick in ihr Privatleben, das keines ist. Auch hier ist sie eine Suchende, Getriebene, die nirgendwo richtig ankommt, ankommen möchte. Zugezogenen Vorhänge, Affenbücher, platte Fahrradreifen und skurile Männer bestimmen ihr Leben. Selten habe ich einen so schonungslosen und dabei ehrlichen Blick auf einen Menschen erhalten.

Fazit:
Eine seltsame und gleichzeitig faszinierenden Welt, in der man versinkt, sobald man das Buch aufschlägt.
Ganz großes (Kopf-)Kino! Ganz große Literatur!
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Aus dem Stadtbild sind sie nicht wegzudenken. Zahlreiche Sonder- oder (werbewirksame) Serviceformen haben sich mittlerweile entwickelt: Es gibt sie für Frauen, für Kinder und Schüler, ausgestattet mit Laptop und Telefon, für Fahrradfahrer, als schneller Pizza-, Blumen-, Video-, Blut- oder K*nd*mtransport und sogar für Schw*le ("Tuxi" in Köln). Das Fernsehen überträgt gar eine Quizsendung aus einem solchen Gefährt. Gemeint ist natürlich das sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Frankreich etablierende Taxi. Über ihre Zeit als derartiger Dienstleister könnte sogar einige Prominenz berichten. Auch Erfolgsautorin Karen Duve übte dreizehn Jahre diesen Job aus und hat ihre Erfahrungen in ihrem neuesten Roman "Taxi" verarbeitet.

Nun kann man sich nicht so recht vorstellen, wie man den Leser auf über 300 Seiten mit den Erlebnissen einer Taxifahrerin bei Leselaune hält und nicht langweilt. Doch Karen Duve vermag das scheinbar Gewöhnliche ungewöhnlich gut in Szene zu setzen. Ihr Erfolgsrezept: man nehme ein oder mehrere Antihelden, auf jeden Fall einige skurrile, fast schon wieder realistische Protagonisten, eine liebevolle Prise Boshaftigkeit, kräftig gewürzt mit jeder Menge Humor und Selbstironie, lasse alles langsam köcheln und münde es in ein grotesk surreales Finale.

Duves Heldin Alex Herwig - jung, gutaussehend - hat ihre Lehre als Versicherungsagentin abgebrochen und ist auf der Suche nach einem Brötchenerwerb eher wie die Jungfrau zum Kinde, oder besser mit einem lasziven Beinaufschlag, ins Taxi-Fahrer-Gewerbe geschlittert. Denn die in dieser Branche wohl wichtigste Eigenschaft - eine gewisse Ortskenntnis - geht ihr absolut verloren. Sie gibt dem weiblichen Klischee des Fehlens einer intuitiv ausgeprägten räumlichen Orientierung reichlich Nahrung, sie kann sich einfach keine Straßennamen merken.

Aber irgendwie schafft sie es trotzdem sich bei ihren ausschließlich männlichen Kollegen zu behaupten. Vielleicht weil die ihr ziemlich ähnlich sind, allesamt eigentlich mehr oder weniger gescheiterte, skurrile Intellektuelle. Sie leben in einer Art Subkultur ihren eigen Rhythmus, der sich nicht nur in einer speziellen Sprache ausdrückt. Der Fahrgast ist und bleibt ein Schwein, ein "Dreckhecke", ist meist verrückt und mehrheitlich ambulant schizophren. Ihre Kunden waren für sie der Abschaum der Menschheit, Gesindel, reiche Fahrgäste halt "vergoldetes Gesindel", das verachtet werden muss.

"Heute nicht, aber morgen oder übermorgen..." mit dieser unentschlossenen Devise wurschtelt sich die Protagonistin letztendlich dreizehn Jahre mehr schlecht als recht als Taxifahrerin durchs Leben, hat eher unbefriedigende Beziehungen meist sexueller Natur und Abhängigkeit, findet nicht den Absprung aus dem ungeliebten Job und versinkt immer mehr in Lethargie und Teilnahmslosigkeit. Bis eines Tages ein Fahrgast mit einem Schimpansen in ihr Taxi steigt...

Erneut ist Karen Duve ein großartiger Roman gelungen. Auch wenn man auf den ersten Blick gar nicht so recht vermutet, was ihren ganz eigenen Duktus ausmacht, scheint es doch, als ob die Erzählung aus nichts anderem als aus schon tausendmal gesehenen und gelesenen Szenen und Sätzen besteht: viele (großartige) Dialoge, kurze, prägnante und schnörkellos leichtfüßige Sätze. Locker zu lesen zwar, aber was die Verdaulichkeit angeht, kann diese schlichte, leichte Sprache über den tieferen Sinn im ersten Moment ein wenig hinwegtäuschen, der "Taxi" in Wirklichkeit ist.
Das Vergnügen beim Lesen besteht gerade darin, die bekannten Elemente in immer neuer Form wiederzuerkennen und neu verknüpft zu sehen. "Taxi" jongliert souverän mit gängigen Klischees und simplen Bildern. Diese wiederum meist in dunklen, grauen Tönen, mit wenig Farbe und verwischten Konturen, aber genauso aussagekräftig wie die "verwackelte Unsicherheit" der Bilder des Malers Gerhard Richter.

Ihre Protagonisten entblättert die Autorin gnadenlos, stellt sie mit ihren Schwächen bloß, schafft bewusst eine Abgrenzung für jedwede Sympathiebekundungen. Dies schärft den Blick des Lesers ungemein, da jede Identifizierung mit einer ihrer Helden von vornherein ausgeschlossen scheint. Doch gerade dies bewirkt eine Abkehr von der Gefahr des Abgleitens
ins Kitschige oder allzu Klischeebehaftete.

Fazit:
Wiederum ein typischer Duve-Roman: mit Protagonisten, die eher nicht zu den Gewinnern der Gesellschaft gehören, über die sie jedoch mit bodenständiger, ja illusionsloser Ehrlichkeit, gleichzeitig jedoch einem unverkennbar subtilem Humor schreiben kann.
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am 27. August 2008
Mir hat das Buch Taxi von Karen Duve gut gefallen. Ich habe allerdings Buecher der Autorin schon seit der Kurzgeschichtensammlung "Keine Ahnung" gern gelesen, war also voreingenommen. Ich bin mir nicht sicher, was einige Rezensenten mit fragwuerdiger Grammatik und schlechtem Editieren meinen; mir sind derlei Maengel nicht aufgefallen.
Das Buch ist sehr kurz, fluessig geschrieben, gut zu lesen. Die Oberflaechlichkeit, mit der alle Charaktere beschrieben sind, scheint mir gewollt. Die Protagonistin versucht nicht, naeher in das Leben anderer einzudringen und so erfaehrt der Leser immer nur das, was die Protagonistin und andere Personen freigeben wollen oder muessen. Alles ist etwas ueberzogen, unwirklich und abschreckend. Es ist ja Literatur.
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am 10. Juli 2008
Das Buch beginnt fulminant. Leider kann es diesen hohen Level nicht bis zum Schluss halten, der etwas konstruiert wirkt. Eigentlich verdient das Buch deshalb nur 3 Punkte. Den Extrapunkt gibt es für die wunderbare Sprecherin Anneke Kim Sarnau (nicht irritieren lassen: die Infos hier auf der Amazon-Seite sind falsch, das Buch wurde nicht gelesen von Bibiana Beglau). Anneke Kim Sarnau ist die perfekte Besetzung. Einfach großartig! Ihre Fähigkeit, Stimmen und Dialekte zu imitieren sowie ihre heiter-melancholische Stimme bringen einem die lakonische Tragikkomik der Protagonisten erst richtig nah. Deshalb ergeht der Rat an alle Interessenten: dieses Buch hören und nicht lesen! Und die Bitte an Anneke Kim Sarnau: unbedingt mehr Hörbücher sprechen!
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am 5. September 2015
I only read this book because I heard Peter Dinklage was in a film based on it. The character he plays in the movie does not appear much in the book and judging from the trailer and excerpts, a good deal has been changed for the screen – even though the novelist also wrote the screenplay/scrip. The film is not on general release in the UK so it is hard to tell.

Alex started training in insurance at her parents' encouragement after she finished school but feels as though she is stagnating. She doesn't see what else she could do, so becomes a cabbie doing night shifts. Learning the Hamburg knowledge and going through all the paperwork must take quite a bit of application and guts, which is at odds with Alex's tendency to move with the current instead of making her own decisions about life.

The book is set in the 1980s (a time when people used to just drop in on each other unannounced -- remember that? So much easier) and intersperses anecdotes about difficult passengers or sometimes poignant journeys, with tales of her love-life. Alex is attractive and has a healthy sex-drive and drifts into an affair with a fellow driver simply because she hasn't snogged for a year, then seems to be too passive to end it. There are other and overlapping lovers, too, but I don't want to give too much away.

Alex's steady boyfriends and one of her other workmates in particular are keen to point her towards reading matter that highlights the supposed inferiority of women. Most of the other drivers do it in part-time while they study, write or paint, and they are snooty about her library on primates. Her boyfriend seems to see her as a project and wants to educate her, giving her books he thinks will improve her mind. This is very familiar. Alex often compares her passengers with behaviour among apes. Her straight-forward views contrast with the pseudo-intellectual stances of the men around her.

The men in her life make demands on her that cut into her working time, thereby reducing the income she so enjoys earning, but she just goes along with what they require from her. Gradually she can't make ends meet, her social life is over, and she becomes tired and depressed, either sleeping or watching TV. Her world seems to be closing in: she's in her room or she's in her cab.

It took me a while to get into the novel but gradually become engrossed. Alex is rather frustrating but then surprises the reader by taking action when you don't expect it.
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am 17. August 2010
Selten habe ich ein Buch in Händen gehabt, welches so unterschiedlich in der Wahrnehmung und damit auch in den Rezensionen ist. Auch ich bin hin und her gerissen. Mich hat dieser Episoden-Roman zum Weiterlesen verleitet, weil er anders ist als Vieles bisher, und weil die Geschichte, obwohl sie bedrückend ist, mit Witz, subtilem Humor und triefender Ironie aufwartet. Somit gibt es von mir ausgemittelte 3 Sterne für das Buch mit dem ansprechenden Cover.

Karen Duve, die selbst viele Jahre lang Taxi gefahren ist, beschreibt in >Taxi< das Leben einer Taxifahrerin in Hamburg.
Der Roman handelt von Alex Herwig, die lethargisch, frustriert und schließlich depressiv in ihrem scheinbar ausweglosen Taxi-Leben gefangen ist, sowie den Erfahrungen mit ihren neurotischen Taxifahrer-Kollegen, ebensolchen Anti-Helden wie Alex selbst. Die einzelnen Kapitel widmet die Autorin den Vorkommnissen mit den Fahrgästen, für genau die Zeit, die diese auf dem Kunstledersitz des Taxis mit der Funknummer Zwodoppelvier Platz nehmen.

Das Buch ist herb mit einem schonungslosen Blick auf den ungeschönten Taxifahrer-Alltag in lakonischer Ausdrucksweise verfasst, dementsprechend trist, fast freudlos. Dennoch ist es dabei durchaus komisch und amüsant. Das liegt mitunter an den präzisen Beobachtungen und exakten Beschreibungen der Menschen, die durch die Autorin unbarmherzig real zu Papier gebracht werden.

>Taxi< stimmt schwermütig und nachdenklich gleichermaßen; ist ebenso banal wie hintergründig; nervt und erregt Aufmerksamkeit zugleich und schafft bei alldem, dass man über die skurrilen Gestalten sowie das Taxifahren nachdenkt.
Oder wie Alex Herwig selbst sagen würde: "Ich frage mich manchmal, ob die Leute sich überhaupt noch trauen würden, Taxi zu fahren, wenn sie wüßten, was Taxifahrer von ihnen halten." Ich bin mir nach der Lektüre da nicht mehr so sicher...
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TOP 500 REZENSENTam 15. November 2010
Für Literatur dieser Art finde ich noch keine Gattungsbezeichnung. Es handelt sich dabei um Schriftsteller der Baby-Boomer-Generation, die über ihre späte Adoleszenz berichten. Sven Regener gehört ebenfalls zu dieser Gruppe. Wie Karen Duve ist Regener Jahrgang 1961. Romane wie "Herr Lehmann" oder hier "Taxi" befinden sich auf einer schmalen Linie zwischen Trivialliteratur und Belletristik.

Karen Duve verarbeitet in "Taxi" rund zwanzig Jahre nach ihrer eigenen Tätigkeit als Taxifahrerin ihre Erlebnisse in diesem speziellen Milieu. Ihre Erfahrungen als Frau unter einer Spezies Mensch, die, wie sie beschreibt, zu keinen normalen sozialen Kontakten mehr fähig sind und deren Mitglieder sich miteinander begnügen. Episodenhaft schildert sie Erlebnisse mit Fahrgästen, in der Regel männlich, betrunken und anzüglich oder aber weiblich und jenseits der achtzig. Gleichermaßen analysiert sie ihre Liebschaften zu einem anderen Taxifahrer, einem Kleinwüchsigen und einem erotomanen Journalisten.

Überwiegend witzig sind die Dialoge, mit denen Duve die Handlung vorantreibt. Die Auseinandersetzungen der Protagonistin Alex Herwig, einer orientierungs- und ziellosen jungen Frau, mit Machos, Pseudointellektuellen und nervenden Fahrgästen locken das ein oder andere Lächeln beim Lesen hervor, reichen aber beispielsweise an "Herr Lehmann" nicht heran.

"Taxi" ist nichts noch nicht Dagewesenes. Alles in allem eine amüsante Unterhaltungslektüre mit einem Einblick in die 80er Jahre, dieses angeblich blasseste aller Jahrzehnte im letzten Jahrhundert. Ein wenig wirkt sich diese Farblosigkeit allerdings auch auf den Roman ab.
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am 6. Juli 2008
... und eigenartig emotionslos und charakterlich nicht wirklich nachvollziehbar wird sie von der Autorin Karen Duve beschrieben. So richtig Zugang bekommt man zu der Person nicht, ihre Gefühle, Gedanken, Sehnsüchte bleiben komplett verborgen. Was schade ist, denn das hätte dem Buch mehr Tiefe gegeben, und die fehlt hier leider. Auch die anderen in dem Buch auftauchenden Personen sind eigenartig, nicht nachvollziehbar beschrieben, substanzlos geradezu.

Die Idee hat mich angesprochen, die positiven Besprechungen hier haben mich zum Kauf des Buches verleitet. Doch leider bin auch ich etwas enttäuscht, und frage mich nicht zum ersten Mal, ob einige Rezensenten hier die Bücher auch wirklich lesen, oder nur Verlagsprogramme abschreiben.

Das Buch plätschert dahin, nicht uninteressant, aber eben auch ohne irgendwelche Höhepunkte. Bis zum Ende habe ich auf irgendetwas gehofft, da kommt aber nichts, das Buch bleibt seltsam "ziellos".

Kann man lesen, muss man aber nicht. Ein Kracher ist dieses Buch wirklich nicht.
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am 12. Juli 2009
Normalerweise schreibe ich nie Rezensionen, aber dass Karen Duve hier so schlecht wegkommt, will ich ausgleichen.
Sie schreibt mit trockenem Humor über den bösen Alltag und das ist absolut lesenswert. Ich bin begeistert von dem Buch.
Ich kann mir die 1-Sterne-Bewertungen nur so erklären, dass sie von Leuten stammen, die sonntags abends um 20:15 mit voller Absicht ZDF einschalten.
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