Mit Ironie und einer großen Portion Lebenserfahrung in diesem Berufsfeld, die die Autorin in 13 Jahren selbst erfahren konnte, beschreibt Karen Duve das Leben von Alex Herwig. Alex, die nach einer abgebrochenen Ausbildung zur Versicherungskauffrau,den Job als Taxifahrerin in Hamburg beginnt.Dort trifft sie auf Kollegen, verkappte Studenten und Schriftsteller und gescheiterte Existenzen, die versuchen mit diesem Job ihren Lebensunterhalt zu bestreiten,einem Job der nicht härter sein kann. Jede Nacht fährt man Betrunkene, Zuhälter und andere Gestalten, die einen anpöbeln oder die Zeche nicht zahlen wollen und tagsüber schläft man, um sich von der anstrendenden Nacht zu erholen und das alles für wenig Geld.
Wen wundert es, dass unsere Protagonistin in Lethargie verfällt, zu keinen wirklichen Beziehungen mehr fähig ist und am wirklichen Leben nicht mehr teilnimmt.
Eigentlich ist die Geschichte depremierend, doch mit Witz und einer ausgeprägten Beobachtungsgabe für skurrile Situationen und Gestalten peppt Karen Duve die"unerträgliche Alltäglichkeit" auf und gestaltet diese Geschichte so unterhaltsam, dass die Seiten sich von allein umblättern und man sich diesem Buch nicht eher entziehen kann, bis es ausgelesen ist und man wundert sich und ist auch ein wenig traurig, dass es zu Ende ist, denn die Protagonisten waren so angenehm menschlich.