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Es ist die Geschichte über eine Hochzeitsreise, die drei Jahre dauert und ungewöhnlicher kaum sein kann. Es geht rund um die Welt, an Bord eines lediglich 9 Meter kleinen Segelbootes, ohne elektronische Hilfsmittel und ohne die meisten Annehmlichkeiten heutiger Segelyachten. Eine Reise an die wohl aufregendsten, romantischsten und schönsten Plätze der Erde, alle von See aus angesteuert.
Drei Jahre nachdem sich Astrid und Wilfried Erdmann in Gibraltar kennen gelernt und genau diese Zeit nicht gesehen haben (Wilfried segelte knapp drei Jahre allein um die Welt), treffen sich beide in Cuxhaven wieder, heiraten bald darauf und beschließen: Die Hochzeitsreise soll unter Segeln um die Welt gehen. Astrid lässt alles zurück, Job, Wohnung in Düsseldorf, Freunde, Familie usw. Wilfried erarbeitet sich mit Gelegenheitsjobs das nötige Startkapital. Im Sommer 1969 legen sie und ihre 9 Meter-Slup "Kathena 2" ab, Kurs Westsüdwest, erstes Ziel: Quer über den Atlantik nach Barbados. Astrid ist auf der gesamten Reise fast pausenlos seekrank, Wilfried ist ständig bemüht, ihr möglichst alle faszinierenden Plätze seiner ersten Weltumsegelung zu zeigen.
Und sie erleben viel: Schatzsuche auf der Kokos-Insel, unbewohnt und -dokumentiert- früher von Seeräubern als Versteck für ihre Reichtümer genutzt. Riesenwarane füttern auf der Insel Komodo, Besuch bei "Menschenfressern", die augenzwinkernd versichern: heutzutage würden nur noch selten Weisse im Kochtopf landen, usw., usw.
Lebhaft und bunt erzählt Erdmann über die 1011 Tage Abenteuer. Dennoch: viele Eindrücke bleiben dem Leser in ihrer ganzen Faszination verborgen. Wie schön, aufregend und erlösend es wirklich sein muss, eine Südsee-Insel nach Sturm, Flaute, Angst, teilweise Hunger und Durst endlich zu erreichen, mit Trink-Kokosnüssen und "traumhaft süßen Früchten" , das können nur wirklich fantasievolle Leser nachempfinden. Erdmann gelingt es einfach nicht, ganz zu vermitteln, wie schön solche Impressionen wirklich sein müssen. Vielleicht ist die Reise einfach auch zu lange her. Fantasie seitens des Lesers ist also gefragt. Allerdings helfen viele eindrucksvolle Fotos, sich ein Bild zu machen von den schönen Seiten des Törns. Die schlechten Seiten werden selten fotografiert.
Was allerdings wirklich verständlich wird und jedesmal wieder beeindruckt, sind die Erlebnisse der beiden Segler mit fremden Kulturen. Wortwörtlich auf der ganzen Welt gastfreundlich aufgenommen, mit Geschenken überhäuft und mit Verpflegung versorgt verlässt das Ehepaar nahezu jede besuchte Ortschaft, reicher an Erfahrungen und neuen Freunden. So springt der Abenteurer-Funke über, wer nicht gleich davon träumt, hinterher zu segeln, hat die Welt wohl schon komplett gesehen...
Lesenswert! Ein Abtauchen in Südsee- und Seglerromantik ist absolut möglich. Insgesamt aber doch eher ein die Fantasie stark anregendes Sachbuch, wer also einen in sich strukturierten und abgeschlossenen Roman erwartet, wird wohl enttäuscht werden. Langweilig ist mir beim Lesen aber nie geworden.
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