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Tausend Plateaus: Kapitalismus und Schizophrenie / Kapitalismus und Schizophrenie Broschiert – 1. September 2010


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Produktinformation

  • Broschiert: 716 Seiten
  • Verlag: Merve (1. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3883960942
  • ISBN-13: 978-3883960944
  • Größe und/oder Gewicht: 14,9 x 5,5 x 23 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 158.215 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

90 von 90 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von noolog am 9. Oktober 2004
Tausend Plateaus von Deleuze/Guattari wirkt zunächst abschreckend: unglaublich dick, der Buchrücken ist unbeschriftet (wer es im Regal hat wird es sowieso niemals verwechseln), und die Konzeption ist ersteinmal befremdlich: keine Kapitel sondern Plateaus, die Lesereihenfolge derselben wird dem Leser explizit zur Disposition gestellt, und im Vorwort behaupten die Autoren direkt, dass sie nicht einer, aber auch nicht zwei seien, sondern eine ganze Menge. Auf der anderen Seite hat das Buch eine mächtige Wirkungsgeschichte, und viele der Begriffe, die auch die Begriffswolke auf dem Einband bilden, machen erst heute Karriere (auch die Begriffswolke wurde oft kopiert, nicht zufällig auf dem Einband des Buches zur Documenta X). Kaum ein theoretisch-kritisches Werk unserer Zeit zitiert es nicht, und ganze Herrscharen Intellektueller und Künstler fühlen sich als Nomaden und berufen sich damit auf dieses Buch.
Die Frage drängt sich auf: Worum geht es eigentlich? Die Autoren entwickeln eine Theorie der Vielheiten, und wenden sich explizit gegen die binäre Logik, die sie im Baum-Modell verkörpert sehen: jede Verästelung teilt sich in zwei - und am Ende dieses Modells steht die Begriffspyramide. Dagegen setzen sie das sogenannte "Rhizom", ein wild wucherndes Wurzelnetz, in dem jeder Punkt mit allen anderen verbunden ist, ohne Hierarchie. So heisst die Einleitung, die auch als Einzelpublikation herausgegeben wurde. Damit sollen gängige Vereinfachungen vermieden werden, überall im Werk geht es um Vielheiten, Variationen, Schichten, Komplexität. So versucht auch der Schlussteil, die einzelnen Plateaus vielfach miteinander zu verlinken.
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30 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von bloom am 4. Februar 2007
Für mich gehören Deleuze und Guattari auf jeden Fall zu den elementaren theoretischen Denkerfahrungen, trotzdem reizen mich die "Fünfsterner" meiner Vorrezensenten zu einer etwas anderen Äusserung. Die Art, wie dieses Buch und der "Anti-Ödipus" viele Intellektuelle mit einem mit der Zeit immer sinnentleerter wirkenden Slang versorgt haben, lässt mich hoffen, dass eines Tages die echten Nomaden dieser Welt nach Europa einfallen und allen Nomadismus-Schwätzern die Leviten lesen werden. Ich finde es geradezu verheerend, wie hier Begriffe zu Grabsteinen über ehemaligem Denken werden, mit denen nach allem geworfen wird, was sich bewegt.
Viele Analysen habe die immergleiche Form, die darin besteht, irgendetwas darzustellen und es früher oder später mit den immergleichen Begriffen in die immergleiche eigene Theorie heimzuführen. Dieser Vorgang hat auf mich nach einiger Zeit so zwanghaft gewirkt, dass ich einfach aufhören musste. Ironischerweise findet man bei den Jüngern genau diese Zwanghaftigkeit bis in die originale Wortwahl hinein wieder.
Aber eigenartig ist es schon, wie hier echte denkerische Revolutionen und Kopfdurchlüfter zu hocheffektiven Denk-Verhinderungs-Tarnkappen werden können, in die eingespannt keine freien Bewegungen mehr möglich sind.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Alexander Arnold am 9. März 2010
Nach Jahren der Abstinenz und einem gescheiterten Versuch wage ich mich nochmal an diesem Wälzer.
Man darf hier wohl, wie ich aus eigener Erfahrung zu berichten weiß, absolut nicht dogmatisch vorgehen.
Dieser Schinken ist geradezu dafür gemacht, um Kapitel für Kapitel zu überfliegen. Da jedes Kapitel als eigenes Plateau gesehen wird und kein Zusammenhang besteht, ist es ebenso zugänglich für abgehobene Ignoranten wie für sinnentleerte Philosophen. Es ist in jeglicher Hinsicht eine Bereicherung oder aber absoluter Nonsens. Diese Gradwanderung wird hier mit fabulöser Bravur gemeistert. Trotz der hier bereits genannten Schwächen in der Logik (Die Idee des Rhizoms is m. E. sehr charmant, aber nicht überzeugend), finde ich es aufgrund seiner kompromisslos anarchistischen, alles transzendierenden Vorgehensweise (getreu dem Motto: Wer etwas verstehen will, muß es zunächst zerstören) als Denkanstoß sehr gelungen.
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19 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 26. September 2000
Dem baumartigen Denkansatz, in dem die Terme binär aufgespalten werden und bi-univoke Beziehungen eingehen und der durch seine Statik oft in eine Sackgasse gerät, stellen die Autoren den "rhizomatischen" gegenüber. Das Leben, das nur als "Werden" begriffen werden kann, "organisiert" sich in Form des "Rhizoms", das heißt eines Geflechts ohne Anfang und Ende, das sich nur in Form einer Karte im Sinne von Landkarte darstellen und denken läßt. In den "Tausend Plateaus" zeigen die Autoren anhand von mehreren, voneinander unabhängig lesbaren Kapiteln (Plateaus), in denen sie u.a. Themen aus Biologie, Politik und Kunst behandeln, wie man bei Erstellung der Karten vorgehen sollte.
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