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Tausend Kraniche,
  
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Tausend Kraniche, [Unbekannter Einband]

Yasunari: Kawabata
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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Rheda-Wiedenbrück, Bertelsmann 1996, (1. Januar 1996)
  • ASIN: B0038HX3I8
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Yasunari Kawabata
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Yasunari Kawabatas Romane sind für gewöhnlich nicht sehr umfangreich - zumindest, was die Zahl der Buchseiten angeht. Im Rahmen seiner Geschichten gelingt es Kawabata jedoch immer, einen an Empfindungen, Eindrücken und erzählerischen Details sehr reichen Mikrokosmos zu entfalten. Dies trifft insbesondere neben "Schneeland" auch bei den "Tausend Kranichen" zu.

Im Mittelpunkt steht Kikuji Mitani, ein junger unverheirateter Büroangestellter, dessen verstorbener Vater einst neben seiner Frau zwei Geliebte hatte, die Teemeisterin Chikako Kurimoto und eine andere, verwitwete Frau, von der wir nun den Familiennamen, Oota, erfahren. Kikuji lernt auf einer Teezeremonie, zu der ihn Chikako eingeladen hat, das schöne Mädchen Yukiko kennen, mit der ihn Chikako unbedingt verheiraten will; indessen fühlt Kikuji sich jedoch zu Frau Oota hingezogen. Obwohl 20 Jahre älter, erliegt er eines Tages ihrer erotischen Ausstrahlung. Als Frau Oota sich das Leben nimmt, weil sie sich als Geliebte von Kikujis Vater und Kikuji selbst schuldig fühlt und dadurch in einen schweren inneren Konflikt gestürzt wird, nimmt quasi deren Tochter Fumiko ihren Platz bei Kikuji ein. Die intrigante Chikako versucht zwar, Kikuji von Fumiko abzubringen, dieser läßt sich jedoch nicht beirren. Indessen lebt jedoch das Schuldgefühl von Fumikos Mutter auch in Fumiko selbst fort, daher bleibt der Ausgang der Geschichte völlig offen.

Natürlich ist auch dieses Werk Kawabatas typisch japanisch - die längere Auseinandersetzung, wer im Rahmen der Liebesaffäre zwischen Frau Oota und Kikuji die Schuld trägt und moralisch verwerflich gehandelt hat, zeigt dies: die Tendenz zum Aufsichnehmen einer Schuld ist stärker als die, zu akzeptieren, daß der andere die Schuld auf sich nimmt. Oder die hier allgegenwärtigen Aspekte der Teezeremonie: für Europäer nur ein unverständlich ausführliches Betrachten von Teegeschirren, für Japaner jedoch höchst bedeutungsvoll, haben doch Teegeschirre in ihrer Formgebung und ihrer Ausführung stets eine Seele und eine Aussage in sich, genauso wie die Zeremonie und der Tee selbst. Da die Teegeschirre oftmals generationenübergreifend vererbt werden, offenbart sich in ihnen immer etwas von demjenigen, der sie einmal bessesen hat.

Herausragend an dem Roman ist nicht unbedingt die Handlung - sie ist sehr überschaubar -, sondern wie Kawabata diese durch vielerlei kleine Introspektiven anreichert. Diese, gepaart mit seinem Nuancenreichtum, lassen vor dem geisten Auge des Lesers ein äußerst farbiges Bild allen Geschehens entstehen. Es gelingt Kawabata, menschliche Abgründe wie Sünde und Intrige trotz allem mit Schönheit zu verbinden und dieselbe über alles zu stellen.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Tausend Kraniche von Yasunari Kawabata war für mich der Einstieg in japanische Literatur und hat in meinem Denken darüber gründlich aufgeräumt. Der Erzählstil sollte noch den ein oder anderen überraschen, wird jedoch sehr schnell vertraut und hilft dabei die Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Kawabata beschreibt mit einer ungeahnten Fülle von Symbolen, Gesten sowie Farben und Formen eine Kultur die für Europäer nur sehr schwer zu verstehen ist und reicht einem dennoch eine Hand, in eine Welt, die zu neuem Denken einlädt.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Marukami zu Kawabata 3. Februar 2002
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Als grosser "Fan" von Marukami, habe ich Gefallen an der japanischen Literatur gefunden und stiess auf dieses wunderbare, lyrische Werk. Das Buch kam mir vor wie das muntere Fliessen eines Baches, beruhigend und wunderschön.
Diese äusserst sinnliche Geschichte von Kikuji ist auch die Aufarbeitung eines Jeden mit seiner eigenen Geschichte und der steten Frage was Gut und was Böse ist.
Chikako, die alternde Geisha mit ihrem grossen Muttermal auf der Brust und ihre Rivalin, die anziehende Frau Oota scheinen einen grösseren Einfluss auf den Romanhelden zu haben als die eigene Mutter. Beide waren Geliebte seines Vaters und bringen überraschenderweise nach dem Tode des Vaters, den Vater viel näher. Oder handelt es sich hier einfach um die grundlegende Lebenswahrheit der ewigen Fortpflanzung und der Einnahme des Platzes durch die nächste Generation?
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