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Tausend Kraniche: Roman
 
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Tausend Kraniche: Roman [Taschenbuch]

Yasunari Kawabata , Sachiko Yatsushiro
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 110 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: Neuaufl. (1. Juni 1989)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423110805
  • ISBN-13: 978-3423110808
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 12,1 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 240.512 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Yasunari Kawabata
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Tausend Kraniche
OT Sembazuru OA 1952 DE 1956Form Roman Epoche Moderne
Der Roman, für den Kawabata Yasunari 1952 den Geijutsuin-Preis (Preis der Akademie der Künste) erhielt, spielt in der Welt der traditionellen japanischen Künste.
Inhalt: Kikuji Mitani wird von Chikako, der ehemaligen Geliebten seines verstorbenen Vaters, zu einer Teezeremonie eingeladen. Sie möchte ihm dabei die junge Yukiko vorstellen. Neben Chikako und Yukiko nehmen die Witwe Ota, eine andere Nebenfrau des Vaters, und deren Tochter Fumiko an der Zeremonie teil.
Ota, die ihren verstorbenen Geliebten noch sehr vermisst, passt dessen Sohn auf dem Rückweg ab und verführt ihn. Die Beziehung entwickelt sich gegen den Widerstand von Chikako. Ota kann ihr Schuldgefühl nicht ertragen und nimmt sich das Leben. Kikuji fühlt sich nun von Fumiko angezogen, die ihn an ihre Mutter erinnert. Von Leidenschaft überwältigt, lieben sie sich im Teehaus seines Vaters. Danach verschwindet Fumiko und Kikuji findet nur noch die Teeschale, die ihm Fumiko als Erinnerung an ihre Mutter geschenkt hatte, zerbrochen vor.
Aufbau: Jedes der vier Kapitel hat einen Titel, der die Gedanken Kikujis symbolisch wiedergibt. Im ersten Kapitel Tausend Kraniche treffen sich alle Hauptfiguren bei der Teezeremonie, die Konkurrenz zwischen Chikako und Ota um Kikujis Vater wird geschildert. In dieser Szene bewundert Kikuji die tausend Kraniche – ein Symbol der Unschuld – auf dem Einschlagtuch von Yukiko. Sonnenuntergang im Wald heißt das zweite Kapitel, in dem die Gegnerschaft beider Frauen sich nun auf den Sohn Kikuji bezieht. Kikuji kann den gemeinsam mit Ota beobachteten Sonnenuntergang nicht vergessen; Ota bringt sich jedoch um. Im dritten und vierten Kapitel Eshino (ein Markenname von Porzellan) und Lippenstift der Mutter geht es um die Rivalität zwischen Chikako und Fumiko, der Tochter von Ota, nach deren Hinterlassenschaften die beiden Kapitel benannt sind. Nach der Affäre mit Fumiko sieht Kikuji im letzten Kapitel Der doppelte Stern am Himmel einen Stern, der ihn an die beiden Frauen erinnert. Kikuji weiß nicht, wie er sich zwischen den jeweiligen Rivalinnen entscheiden soll, und bleibt ratlos und passiv.
Kawabata hat 1954 mit Wellen-Regenpfeifer die Fortsetzung von Tausend Kraniche vorgelegt. Auch im Geschehen dieses Romans bleibt Kikuji ein Spielball des Schicksals und findet keinen eigenen Weg.
Wirkung: Der Roman wurde oft mit Kawabatas fast gleichzeitig erschienenem Buch Ein Kirschbaum im Winter verglichen, das ebenso in der traditionellen japanischen Welt spielt. Dieses fand und findet heute noch wegen seiner Konstruktion und Thematik größere Resonanz. S. S.

Kurzbeschreibung

»Seine meisterhafte Erzählkunst vermag mit großer Einfühlungsgabe das Wesen des japanischen Geistes beschwören. Kawabata ist als Schriftsteller ein Traditionalist im besten Sinne des Wortes.« Tagesspiegel

Bei einer Teezeremonie, die von Chikako, einer alternden Geisha und ehemaligen Geliebten seines Vaters, arrangiert wird, lernt Kikuji zwei schöne Mädchen kennen. Mit der einen möchte Chikako ihn verheiraten, die andere ist die Tochter der sehr verführerischen Frau Oota. Auch diese war lange die Geliebte von Kikujis Vater, den sie nun in seinem Sohn wiederauferstehen sieht. Kikuji kann sich der erotischen Faszination, die von ihr ausgeht, nicht entziehen. Als sie plötzlich stirbt, empfindet er sich als mitschuldig an ihrem Tod und verantwortlich für das weitere Schicksal ihrer Tochter. Doch die zarte Beziehung, die sich zwischen beiden anspinnt, wird durch die Intrigen der eifersüchtigen Chikako gestört. - In diesem Roman hat Yasunari Kawabata seine Suche nach der »intuitiven Wahrheit des Lebens, die sich notwendigerweise mit Schönheit verbindet«, in höchster Verfeinerung verwirklicht.


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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Mikrokosmos zwischen menschlichen Abgründen und Schönheit, 9. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Tausend Kraniche: Roman (Taschenbuch)
Yasunari Kawabatas Romane sind für gewöhnlich nicht sehr umfangreich - zumindest, was die Zahl der Buchseiten angeht. Im Rahmen seiner Geschichten gelingt es Kawabata jedoch immer, einen an Empfindungen, Eindrücken und erzählerischen Details sehr reichen Mikrokosmos zu entfalten. Dies trifft insbesondere neben "Schneeland" auch bei den "Tausend Kranichen" zu.

Im Mittelpunkt steht Kikuji Mitani, ein junger unverheirateter Büroangestellter, dessen verstorbener Vater einst neben seiner Frau zwei Geliebte hatte, die Teemeisterin Chikako Kurimoto und eine andere, verwitwete Frau, von der wir nun den Familiennamen, Oota, erfahren. Kikuji lernt auf einer Teezeremonie, zu der ihn Chikako eingeladen hat, das schöne Mädchen Yukiko kennen, mit der ihn Chikako unbedingt verheiraten will; indessen fühlt Kikuji sich jedoch zu Frau Oota hingezogen. Obwohl 20 Jahre älter, erliegt er eines Tages ihrer erotischen Ausstrahlung. Als Frau Oota sich das Leben nimmt, weil sie sich als Geliebte von Kikujis Vater und Kikuji selbst schuldig fühlt und dadurch in einen schweren inneren Konflikt gestürzt wird, nimmt quasi deren Tochter Fumiko ihren Platz bei Kikuji ein. Die intrigante Chikako versucht zwar, Kikuji von Fumiko abzubringen, dieser läßt sich jedoch nicht beirren. Indessen lebt jedoch das Schuldgefühl von Fumikos Mutter auch in Fumiko selbst fort, daher bleibt der Ausgang der Geschichte völlig offen.

Natürlich ist auch dieses Werk Kawabatas typisch japanisch - die längere Auseinandersetzung, wer im Rahmen der Liebesaffäre zwischen Frau Oota und Kikuji die Schuld trägt und moralisch verwerflich gehandelt hat, zeigt dies: die Tendenz zum Aufsichnehmen einer Schuld ist stärker als die, zu akzeptieren, daß der andere die Schuld auf sich nimmt. Oder die hier allgegenwärtigen Aspekte der Teezeremonie: für Europäer nur ein unverständlich ausführliches Betrachten von Teegeschirren, für Japaner jedoch höchst bedeutungsvoll, haben doch Teegeschirre in ihrer Formgebung und ihrer Ausführung stets eine Seele und eine Aussage in sich, genauso wie die Zeremonie und der Tee selbst. Da die Teegeschirre oftmals generationenübergreifend vererbt werden, offenbart sich in ihnen immer etwas von demjenigen, der sie einmal bessesen hat.

Herausragend an dem Roman ist nicht unbedingt die Handlung - sie ist sehr überschaubar -, sondern wie Kawabata diese durch vielerlei kleine Introspektiven anreichert. Diese, gepaart mit seinem Nuancenreichtum, lassen vor dem geisten Auge des Lesers ein äußerst farbiges Bild allen Geschehens entstehen. Es gelingt Kawabata, menschliche Abgründe wie Sünde und Intrige trotz allem mit Schönheit zu verbinden und dieselbe über alles zu stellen.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Einstieg ins japanische Denken, 27. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Tausend Kraniche: Roman (Taschenbuch)
Tausend Kraniche von Yasunari Kawabata war für mich der Einstieg in japanische Literatur und hat in meinem Denken darüber gründlich aufgeräumt. Der Erzählstil sollte noch den ein oder anderen überraschen, wird jedoch sehr schnell vertraut und hilft dabei die Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Kawabata beschreibt mit einer ungeahnten Fülle von Symbolen, Gesten sowie Farben und Formen eine Kultur die für Europäer nur sehr schwer zu verstehen ist und reicht einem dennoch eine Hand, in eine Welt, die zu neuem Denken einlädt.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Von Marukami zu Kawabata, 3. Februar 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Tausend Kraniche: Roman (Taschenbuch)
Als grosser "Fan" von Marukami, habe ich Gefallen an der japanischen Literatur gefunden und stiess auf dieses wunderbare, lyrische Werk. Das Buch kam mir vor wie das muntere Fliessen eines Baches, beruhigend und wunderschön.
Diese äusserst sinnliche Geschichte von Kikuji ist auch die Aufarbeitung eines Jeden mit seiner eigenen Geschichte und der steten Frage was Gut und was Böse ist.
Chikako, die alternde Geisha mit ihrem grossen Muttermal auf der Brust und ihre Rivalin, die anziehende Frau Oota scheinen einen grösseren Einfluss auf den Romanhelden zu haben als die eigene Mutter. Beide waren Geliebte seines Vaters und bringen überraschenderweise nach dem Tode des Vaters, den Vater viel näher. Oder handelt es sich hier einfach um die grundlegende Lebenswahrheit der ewigen Fortpflanzung und der Einnahme des Platzes durch die nächste Generation?
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