Nicht jeder ist zum großen Satiriker geboren, auch Georg Markus nicht. Seine österreichischen Geschichten sind halt nett verfasst, locker und leicht lesbar, einfache Kost, die man amüsiert zur Kenntnis nimmt. Und über die man lächeln kann. Mehr nicht. Er hat sich ja bemüht. Georg Markus ist auch nicht alles misslungen. Bestand das Führungspersonal der k. und k.-Monarchie doch tatsächlich meist aus veralbernswerten Figuren, und auch das österreichische Volk gibt sich selbst heute noch gelegentlich ungemein aristokratisch. Tatsächlich hatte es Gerog Markus doch ziemlich schwer, denn wie er selbst in einem seiner Texte schreibt: Die Satire wird in Österreich in vielen Fällen von der Realität übertroffen. So klingt alles recht harmlos, was in diesem Buch über die letzten Tausend österreichischen Jahre geschrieben steht. Nur an einer Stelle hat sich Georg Markus eindeutig überhoben. Seine lustig gemeinte Geschichte des fiktiven Besuchs Adolf Hitlers in der Praxis von Sigmund Freud mag nicht so recht Heiterkeit erzeugen. Hier wird ein ernstes Thema sehr dilettantisch ausgeschlachtet. Schade. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)