Das Buch hat seine Längen und geht vielleicht auf Grund der Themenvielfalt nicht so sehr in die Tiefe. Jedoch finde ich es als Denkanstoß durchaus gelungen. Vor allem der Bezug zur heutigen Verteilung von Macht, deren Ausnutzung, die Probleme der Arbeitslosigkeit, die auseinander klaffende Schere und das Problem der Gewalt geben dem Buch gerade in derart turbulenten Zeiten mehr aktuellen Bezug denn je. Wie ein roter Faden durch das sehr umfangreiche Werk zieht sich die These, dass die Struktur der Gesellschaften auf Tausch- und Täuschbeziehungen basiert. Drennig gibt aber keine Antwort auf die beschriebenen Probleme der heutigen Gesellschaft. Als Guru stellt er sich nicht dar, der will er meines Erachtens nach auch nicht sein. Klar ist für ihn lediglich, dass die Antworten auf die so wichtigen Fragen weder durch die heutige Politik, noch in einer sozialistisch-kommunistischen Utopie zu finden sein werden.
Alles in allem: für mich eine Empfehlung. Wenn man sich auf die These des Tauschen und Täuschens einlassen kann und nicht vor den teils umfangreichen Kapiteln zurückschreckt, definitiv ein tolles Werk, das zum Denken anregt...