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Tauben fliegen auf: Roman [Gebundene Ausgabe]

Melinda Nadj Abonji
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (32 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

28. Juli 2010
Eine ungarische Familie aus Serbien in der Schweiz. Ein schwungvoll und gewitzt erzählter Roman aus der Mitte Europas.Zuhause ist die Familie Kocsis also in der Schweiz, aber es ist ein schwieriges Zuhause, von Heimat gar nicht zu reden, obwohl sie doch die Cafeteria betreiben und obwohl die Kinder dort aufgewachsen sind. Die Eltern haben es immerhin geschafft, aber die Schweiz schafft manchmal die Töchter, Ildiko vor allem, sie sind zwar dort angekommen, aber nicht immer angenommen. Es genügt schon, den Streitigkeiten ihrer Angestellten aus den verschiedenen ehemals jugoslawischen Republiken zuzuhören, um sich nicht mehr zu wundern über ein seltsames Europa, das einander nicht wahrnehmen will. Bleiben da wirklich nur die Liebe und der Rückzug ins angeblich private Leben?

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Tauben fliegen auf: Roman + In Zeiten des abnehmenden Lichts: Roman einer Familie
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 314 Seiten
  • Verlag: Jung und Jung; Auflage: 4. Auflage (28. Juli 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3902497785
  • ISBN-13: 978-3902497789
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (32 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 65.139 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Eine poetische Autorenlesung bietet Melinda Nadj Abonji. Ihr buchpreisgekrönter Roman 'Tauben fliegen auf' ist zwischen der beschaulichen Schweiz und dem friedlosen Balkan unterwegs, zwischen dem Stimmungszauber der jugoslawischen Kindheitswelt und der Cafeteria am Zürichsee. Eine sehr persönliche und zugleich, vor dem Hintergrund der Migrationsdebatte, doch auch repräsentative Geschichte, die von der Autorin in einem schmeichelnden, weichen, die Stöße und Prellungen der Zwei-Welten-Konfrontation gleichsam abpolsternden Ton vorgetragen wird." (www.boersenblatt.net)

"Anfangs wirkt die Stimme von Melinda Nadj Abonji noch ungelenk, doch bald verfällt man dem Charme der leicht alemannisch gefärbten Vokale, bewundert die Leichtigkeit und die Eleganz der Prosa und des Vortrags." (B5)

"Stimmungszauber. Eine sehr poetische Autorenlesung bietet Melinda Nadj Abonji. Ihr mit dem deutschen Buchpreis 2010 ausgezeichneter Roman "Tauben fliegen auf" ist zwischen der beschaulichen Schweiz und dem friedlosen Balkan unterwegs, zwischen dem Stimmungszauber der jugoslawischen Kindheitswelt und der Cafeteria am Zürichsee: eine sehr persönliche und zugleich, vor dem Hintergund der Migrationsdebatte, doch auch repräsentative Geschichte, die von der 42-jährigen Schriftstellerin in einem schmeichelnden, weichen, die Stöße und Prellungen der Zwei-Welten-Konfrontation gleichsam abpolsternden Ton vorgetragen wird. Kein väterlicher Fluch lässt die Stimme der Vorleserin laut werden." (Buchjournal) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

Über den Autor

Melinda, Nadj Abonji, geboren 1968 in Becsej, Serbien, lebt als Schriftstellerin und Musikerin in der Schweiz.

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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Clash der Kulturen" 28. November 2010
Von Mag Wolfgang Neubacher TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Die Ich-Erzählerin dieses Romans stammt - wie die Autorin, die hier offensichtlich ihre Familiengeschichte verarbeitet hat - aus einer der wahrscheinlich interessantesten Regionen Europas, nämlich aus der Vojvodina. Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein, ja bis heute war (und ist) diese Region ein Schmelztiegel der Völker: Deutsche (nach dem 2. Weltkrieg vertrieben - bei uns das dann als "Banatler- und Batschka-Flüchtlinge" bezeichnet); Serben, Ungarn, Slowaken, Kroaten, Montenegriner, Bunjewatzen, Goranen, Russinen (= Ruthenen), Sinti, Roma usw lebten und leben hier.
Die Ich-Erzählerin Ildiko Kocsis gehört - wie ihre Schwester und ihre Eltern - zur ungarischen Minderheit im nördlichen Serbien. Heimatort ist Zenta (Senta); allen Experten der Habsburger bzw. türkischen Geschichte bekannt als Ort, in dem Prinz Eugen Ende des 17. Jahrhunderts die osmanischen Truppen schlug.
Doch damit nicht genug der Geschichte: Gerade der Zerfall Jugoslawiens spielt in diesem Roman eine wichtige Rolle, betrifft er doch wesentliche Teile der Verwandtschaft der Familie Kocsis.
Der Vater selbst ist rechtzeitig in die Schweiz emigriert und baut sich zusammen mit seiner Frau - die später nachkommt - mit viel Arbeit (und Unterwerfung) eine Existenz auf. Noch später kommen die beiden Töchter Nomi und Ildiko nach, die daheim inzwischen von ihrer geliebten Großmutter ("Mamika") versorgt wurden. Für Ildiko ist Mamika überhaupt d e r Lebensmensch. Hier, in der sauberen und adretten Schweiz, treffen sie immer wieder auf Landsleute - so etwa auf Dalibor, einen kriegstraumatisierten jungen Mann aus Dubrovnik, in den sich Ildiko verliebt (und mit dem sie sich auf Englisch unterhält!)
"Tauben fliegen auf" ist ein unheimlich schöner Roman, der die (oft vergeblichen) Mühen und Plagen einer Integration zeigt, angesiedelt in den politischen Wirren des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Die Eltern Kocsis haben es leichter - sie wollen unbedingt Schweizer werden; die beiden Töchter (vor allem Ildiko) hängen offensichtlich viel stärker an ihrer alten Heimat, die sich so grundlegend von der Schweiz unterscheidet.
Müsste man als Leser Partei ergreifen, würde man sich womöglich für die (meist) arme, aber sehr "menschliche" Chaostruppe in der Vojvodina - natürlich ohne die kriegerischen Ereignisse - entscheiden.
Heftigste Leseempfehlung; Gratulation zum deutschen Buchpreis!
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26 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Glücksfall 15. November 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Ich konnte bisher mit den meisten Preisträgern des Deutschen Buchpreises wenig anfangen und war deshalb nicht unbedingt erfreut, als ich dieses Buch geschenkt bekommen habe. Es dauerte aber nur ein paar Seiten und die Sprache nahm mich gefangen. Der Autorin gelingt es, die Stimmungen der einzelnen Szenen so genau zu treffen, dass man es schade findet, nicht dabei gewesen zu sein. Stilsicher, witzig, nachdenklich, traurig, schön. Alles drin in diesem Buch, das den Preis wirklich verdient hat.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen HÖRBUCH-REZENSION!!! 26. Februar 2012
Von Helga Kurz TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Audio CD
29 Rezensionen gibt es bereits zu "Tauben fliegen auf" - aber keine einzige ist eine Hörbuchrezension. Ich empfinde es als Ärgernis, dass Buchrezensionen generell auf die Hörbuch-Produktseite übernommen werden, obwohl es hier auch sehr auf die Stimme bzw. Stimmen der "Vorleser" ankommt, wenn Hörgenuss entstehen soll. Amazon sollte darüber einmal nachdenken.

Die Autorin des Buchs liest selbst, in einem warmen Deutsch, in dem eine zarte, liebenswürdige Fremdheit mitschwingt. Spricht sie Namen, Ortschaften und Dinge aus dem anderen Land aus, um das es hier auch geht (aber das ist definitiv keine Geschichte über das ehemalige Jugoslawien und über den Balkankrieg schon gar nicht und will es auch nicht sein), dann wird gleich klar: so muss das ausgesprochen werden, so und nicht so, wie ich diese Wörter vermutlich im Buch lesen würde. Nicht wenige Leser reiben sich an dem Schreibstil dieser Autorin. Beim Hören spielt der aber keine Rolle; das Buch wird durch und durch stimmig vorgelesen. Ein Genuss an sich und ein Vorteil dieses Mediums. Insgesamt 7 Stunden lang lauschte ich Ildikos (gekürzter) Geschichte bei der Hausarbeit, beim Autofahren, beim Spazierengehen...Unsere Medien sind mobil geworden und erlaubt uns das Hören, wo immer wir wollen und können. Das ist wunderbar, denn unsere Pflichten erlauben uns nicht so viele literarische Mußestunden, wie wir sie gerne hätten. Hörbücher, für die ich an dieser Stelle eine Lanze brechen möchte, sind keine Exoten mehr und schaffen uns Freiräume, Literatur auch dann zu genießen, wenn wir beispielsweise den Keller aufräumen oder weite Strecken im Auto oder im Zug zurücklegen müssen. Ich sehe sie als Bereicherung des Alltags an und genieße die Möglichkeit, mich so noch mehr mit Literatur beschäftigen zu können.

Zum Inhalt. Ildiko, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, ist die Tochter von Eltern, die noch vor dem jugoslawischen Bürgerkrieg in die Schweiz immigriert sind. Auch in ihrer Heimat gehörten sie einer Minderheit an. Die ersten Jahre waren hart und von unaufhörlicher Arbeit geprägt. Anpassung war das Gebot der Stunde und das Erlernen der Sprache und Bräuche, die nicht die ihren sind. In diesen ersten Jahren blieben Ildiko und ihre zwei Jahre jüngere Schwester Nomi, zu der sie ein enges Verhältnis hat, bei der Großmutter zurück. Als sie 5 Jahre alt ist, holen die Eltern die beiden Mädchen zu sich in die Schweiz. Sie betreiben inzwischen eine Wäscherei und später, als die Töchter bereits Teenager sind, übernehmen sie das "Mondial", ein Lokal an der Zürcher Goldküste, in dem die Mädchen als Serviertöchter mitarbeiten müssen. Die hohe Hürde der Einbürgerung ist genommen, die Töchter sind, wie könnte es anders sein, junge Schweizerinnen. Die alte Heimat, vor allem von der geliebten Großmutter verkörpert, ist zum Ferienland geworden. Als der Krieg beginnt, fallen auch diese Besuche weg und die Sorgen um die zurückgebliebenen Verwandten sind groß. Aber die Mädchen werden erwachsen, die "Trutzburg Familie", die bei vielen Immigranten besonders dicke Mauern umgibt, wird zu eng. Das Leben lockt und damit die Abnabelung von den wohlmeinenden und behütenden Eltern, die, geprägt von ihrem alten Leben, das es nicht mehr gibt und dessen einstige Existenz sie so häufig verleugnen müssen, nie vergessen haben, dass sie sich besonders bemühen müssen, um in der neuen Heimat anerkannt zu werden. Ihre Schweiz wird immer eine andere sein, als die der Töchter. Das ist der Preis, besonders auch für gelungene Immigration. Das Land, in dem Eltern und Töchter leben, wird emotional nie das gleiche sein. Ildiko, die ein intelligentes und waches Mädchen ist, sieht die Welt mit wachen Augen. Ihr von frühem Leid geschärfter Blick, den die Trennung von der Großmutter, bei der sie die ersten prägenden Jahre ihres Lebens in jenem anderen Land verbrachte, verursachte, macht sie sensibel für das was ist und sein könnte. Als emotionale Grenzgängerin, die sie trotz ihres privilegierten Lebens ist, ist sie sich der Unberechenbarkeit von Lebensentwürfen immer im Klaren. Dass Weggehen nicht nur eine theoretische Möglichkeit ist, hat sie verinnerlicht. Was werden wird, weiß sie nicht. Die erste, heimliche Liebe, in der sie die Schatten des auf dem Balkon tobenden Krieges selbst auf neutralem Boden erfassen, ist vorbei. Zum beweglichen Inventar des behäbigen Mondials und seiner gut situierten, oft selbstgefälligen Gäste will sie nicht mehr gehören. Als Bosheit im unseligen Verbund mit Dummheit wieder einmal zeigt, zu was sie fähig ist, hat sie endgültig (und im tatsächlichen Sinn) die Nase voll. Sie verlässt das "Mondial" und das Elternhaus und nimmt ihr Leben selbst in die Hand.

Eine bewegende Geschichte, die vermutlich viele biografische Bezüge hat, und ein liebenswertes Portrait einer starken und doch verletzlichen Familie zeichnet. Schön, dass sich Deutschland und die Schweiz bei der Buchpreisvergabe im Jahr 2010 hier einig waren.

Helga Kurz
26. Februar 2012
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3.0 von 5 Sternen Ein wenig hochgejubelt und etwas zu niedlich für das Thema
Mit Büchern verhält es sich wie mit Menschen, man darf nicht so schnell die Geduld mit ihnen verlieren. Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Rheinischer Lesekreis veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Lesenswert
Auch wenn die ersten Seiten noch etwas träge dahinflossen, ändert sich das mit jeder Seite. Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von T-Rein veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Grandios!
Mit "Tauben fliegen auf" hat Melinda Nadj Abonji ein wahres Meisterwerk der Schreibkunst auf den Buchmarkt geworfen. Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Auraya veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Gute Geschichte, schlechter Schreibstil
Wäre die Geschichte nicht gut, ich hätte keine zehn Seiten durchgehalten. Ich nahm das Buch immer wieder zur Hand, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht mit den... Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von Ulrich von Engelberg veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Fern der Heimat
Die Eltern der Ich-Erzählerin Ildiko wandern aus der ungarisch sprachigen Vojvodina, einer Region Serbiens in die Schweiz aus, Ihre beiden Töchter lassen Sie... Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von Swen Piper veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Herkunft - Heimat - Oma in der Vojvodina
Es ist diese Geschichte einer Immigrantenfamilie in der Schweiz. Solange ist es noch gar nicht her, mitten in Europa - in und um den Balkan - tobt ein furchtbarer Krieg. Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Adlerkopf (München) veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Vojvodina, mon amour
Abonji, die Relativsätze ohne Hauptsätze offenbar für große Kunst hält, sie geradezu zelebriert, ich, der sich fragt, was diese debilen Satzkaskaden... Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von film-o-meter veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Bildlich und versonnen
Was würde wohl Melinda Nadj Abonji antworten, würde man sie nach ihrer Heimat oder ihrer Nationalität fragen? Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von Kultur-Ostbayern.de veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Atmosphärisch dichter Roman um eine Einwandererfamilie
Was die sehr guten von den guten Romanen unterscheidet, ist ein individueller Ton, der der Geschichte eine eigene Note gibt. Hier gibt es ihn. Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von Kai Bargmann veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Wer diesen Roman gelesen hat, betrachtet das Thema "Integration"...
Abonji hat einen versöhnlichen, integraiv höchst wertvollen, fließenden Roman über die Annäherung und auch die verschiedenen Lebensweisen in Ost- und... Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von Jörg Wolter veröffentlicht
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