So sollte eine Einführung in die Evolutionsbiologie aussehen - ohne unnötige Kompliziertheit, aber auch nicht zu vereinfachend, wenn es sein muss. In zehn Kapiteln werden die wichtigsten und interessantesten Grundlagen der Evolutionstheorie abgehandelt. Man erfährt nicht nur etwas über die neuesten biologischen Entdeckungen, sondern bekommt auch eine kurze Einführung in die Geschichte und eine Widerlegung kreationistischer Argumente.
Dass klare Aussagen nicht jedem gefallen, das musste schon Darwin erfahren und das wird sich auch so schnell nicht ändern. Getroffene Hund bellen und so ist die wütende Kritik der erbitterten Darwin-Gegner, der Kreationisten verschiedener Couleur, ein großes Lob.
Es ist schon interessant: Während man Darwin selbst und auch 'Klassiker' wie Ernst Mayr und selbst Richard Dawkins weitgehend in Frieden lässt, entlädt sich der ganze Hass der Darwin-Feinde an neueren Autoren. Und zwar vor allem an deutschen Autoren, die den Mut haben, die Theorien Darwins und der neuen Evolutionsbiologie ernst zu nehmen und für ein breites Publikum ansprechend und lesbar darzustellen. Ist es ein Zufall, dass Autoren wie Axel Meyer, Ulrich Kutschera, Thomas Junker, Sabine Paul und Franz M. Wuketits von denselben Leuten verfolgt werden? Wohl kaum.
Wer sind die Urheber der kreationistischen Kampagne?
Aktiv sind hier zum einen die Anhänger der christlich-fundamentalistischen Studiengemeinschaft "Wort und Wissen". Zu Ihren Vordenkern gehören Reinhard Junker und Siegfried Scherer, die ein Pseudo-Lehrbuch der Evolution verfasst haben, in dem sie sich bemühen zu zeigen, dass die Evolution sich nicht als übergreifendes Erklärungsprinzip biologischer Phänomene eignet. Da ihr mittelalterliches Weltbild mit der gesamten modernen Naturwissenschaft (d.h. nicht nur der Biologie, sondern auch der Geologie, der Physik und der Kosmologie) im Widerspruch steht, es also wenig Argumente gibt, die für es sprechen, versuchen sie nun umgekehrt, die wissenschaftliche Kritik zu diskreditieren, soweit sie die Möglichkeit dazu haben.
Interessant ist noch ein anderer Punkt: Sieht man sich die besonders gehässigen Kommentare an, so fällt auf, dass diese nur zum Teil von erklärten Kreationisten verfasst wurden. Führend sind hier vielmehr vor allem die Jünger des ,Kooperations'-Propheten Joachim Bauer. Es ist ihnen natürlich unbenommen, für die esoterisch angehauchten Ideen ihres Gurus Reklame zu machen. Woher aber kommt der von regelrechtem Vernichtungswillen geprägte Hass auf Autoren, die eine andere Sicht der Dinge haben? Sieht so das von Bauer gepriesene "Prinzip Menschlichkeit" aus? Schämen sollte man sich für so etwas.
Wie auch immer: Im Windschatten von Bauers pseudo-inhaltlicher Darwinismus-Kritik und mit seiner tatkräftigen Unterstützung ist ein Sammelbecken für all die feigen Kreationisten entstanden, die nicht den Mut haben, sich offen zu ihrer Meinung bekennen. Auch Bauer selbst lehnt es nach außen hin ab, sich als Kreationist (= Schöpfungsgläubiger) zu outen. Es ist hier auch nicht der Ort, genauer auf seine Ideen einzugehen. Nur folgendes: Wo kommen denn die von ihm so betonten biologischen "Grundprinzipien" Kooperativität, Kommunikation und Kreativität her? Bauer kann (will?) nicht angeben, wie sie entstehen, sie sind einfach da - und so etwas nennt man gemeinhin ein Wunder.
Jedenfalls ziehen die Bauer-Anhänger und die christlichen Fundamentalisten seit Monaten höchst einträchtig an einem Strang, wenn es darum geht, den in der Öffentlichkeit bekanntesten Kritikern kreationistischer Ideen zu schaden. Alles Zufall oder was?
Die Feinde der Aufklärung haben meist ein feines Gespür und sie haben gemerkt, dass hier eine neue Generation von Evolutionsbiologen schreibt, die es geschafft hat, Darwins Ideen in humaner und lebensbejahender Weise für unsere Zeit zu interpretieren.
Also: Wer wirklich etwas über Darwin und der moderne Evolutionsbiologie erfahren will, der sollte die Bücher von Axel Meyer, Ulrich Kutschera, Franz M. Wuketits, Sabine Paul und Thomas Junker lesen. Es lohnt sich!