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Tatort Wald: Von einem, der auszog, den Forst zu retten: Klimawandel und kranke Umwelt - was die Jagdlobby mit kaputten Wäldern zu tun hat!
 
 
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Tatort Wald: Von einem, der auszog, den Forst zu retten: Klimawandel und kranke Umwelt - was die Jagdlobby mit kaputten Wäldern zu tun hat! [Gebundene Ausgabe]

Claus-Peter Lieckfeld
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 244 Seiten
  • Verlag: Westend; Auflage: 1., Aufl. (September 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3938060115
  • ISBN-13: 978-3938060117
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 15,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 569.211 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
  • Komplettes Inhaltsverzeichnis ansehen

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Claus-Peter Lieckfeld
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Produktbeschreibungen

Münchner Merkur, 4.10.2006

"Dieses Buch wird für einigen Wirbel sorgen. Spannend wie ein Krimi."

Neue Presse, 5.10.2006

"Das Buch ist ein spannendes Sach- und Enthüllungsbuch und gleichzeitig die Biographie eines Zeitzeugen. Ganz gleich, auf welcher Seite man steht, man kann dem Werk nur eine lebhafte Diskussion wünschen."

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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die 'Nachhaltigkeit der Ausreden' für unterlassene Umweltvorsorge, 12. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Tatort Wald: Von einem, der auszog, den Forst zu retten: Klimawandel und kranke Umwelt - was die Jagdlobby mit kaputten Wäldern zu tun hat! (Gebundene Ausgabe)
Claus-Peter Lieckfeld belegt diesen krassen Verstoß gegen die Umweltvorsorge in seinem Buch anschaulich und spannend mit den Erlebnissen eines "forstlichen Widerstandskämpfers': Dr. Georg Meister, langjähriger Leiter eines Hochgebirgsforstamtes, ersparte dem bayerischen Steuerzahler Millionensummen durch eine effektive Jagd, die zu einem waldverträglichen Wildbestand führte. Doch dafür erntete er nicht etwa Lob, was man angesichts der leeren Staatskassen eigentlich erwarten sollte, sondern nur Ärger, Angriffe und Undank. Ursache dafür ist die jahrzehntelange massive Subventionierung des Jagdvergnügens einer winzigen gesellschaftlichen Minderheit.

Überhöhte Wildbestände in den Wäldern, erläutert Lieckfeldt, führen zu überstarkem Verbiß besonders der jungen Bäume und zu einer Reduzierung des Ertrags, den ein Waldbesitzer durch den Verkauf ausgewachsener Bäume erzielen kann. Überhöhter Wildbestand bedeutet damit mittelbar Enteignung. Warum lassen sich die Waldbesitzer diese enteignungsgleichen Eingriffe gefallen, ohne dagegen massiv zu protestieren?

Der Wald dient jedoch nicht nur der Holz- und Wildproduktion. Wegen der Klimaerwärmung brauchen wir dringender denn je artenreiche, naturnahe Wälder mit einem tief durchwurzelten und humusreichen Waldboden. Und so ist es ebenso unverständlich, dass die steuerzahlende Öffentlichkeit den staatlich gebilligten Verstoß gegen die Umweltvorsorge nicht bemerkt. Der Grund ist einfach: Sie sieht es nicht! Kaum ein Waldbesucher erkennt, dass die für einen gesunden Mischwald wichtigen Pflanzen und Bäume wie Waldweidenröschen, Hasenlattich, Schneeball, junge Elsbeeren oder Tannen in der Waldgesellschaft fehlen. Denn eben sie werden von Rehen besonders gern und außerhalb von Schutzzäunen ratzekahl abgefressen oder bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Nur im Schutzzaun kann er sehen, was ohne Verbiß an Vegetationsvielfalt in unseren Wäldern möglich wäre. Der Leser lernt, worauf er zu achten hat.

Und die Rehe? Sie haben in einer Million Reh-Generationen gelernt, sich vor ihren Feinden im Dickicht zu verstecken, machen selbst dem ambitionierten Jäger schon beträchtliche Mühe, sie auf ein waldverträgliches Maß zu reduzieren. Selbst als Nicht-Jäger versteht man, wie absurd deshalb die Vorstellung ist, bequem vom Hochsitz aus 'mal eben Rehe am Waldrand zu zählen und anhand dieser Zahlen festzulegen, wieviel Reh es denn sein darf: Für einen dann angeblich gesunden Wald und sogar für die Zucht-Auswahl besserer Gehörne.

Warum tun die Förster nichts gegen diesen Mißstand? Sind sie doch die Fachleute, die ihn erkennen können und von Amts wegen anprangern müssten? Da gibt es einen unguten Interessenkonflikt. Denn als beamtete Jäger sind sie oft selbst Hauptnutznießer der allzu hohen Wildbestände. Nur: Förster lassen sich leichter zählen als Rehe am Waldrand und Förster sind teuer. Wenn die Förster ihre gesellschaftliche Verantwortung weiterhin verweigern, indem sie den Zustand des verbissenen Jungwaldes auch künftig nur beschönigen statt ihn zu verbessern, wird die Politik die Zahl der Förster noch mehr reduzieren. Kann ein weitergebildeter Waldarbeiter nicht viel Holz aus Monokulturplantagen billiger produzieren, ein Berufsjäger viele Jagdtrophäen billiger "heranhegen? Braucht man den Förster noch?

Vermutlich müssen künftig bei klimatischen Entgleisungen noch viel mehr Städte überflutet oder Straßen durch Lawinen versperrt werden, bis man die Bedeutung des Waldes für die Umweltvorsorge ' und umgekehrt ' erkennt. Das Buch von Claus-Peter Lieckfeldt ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Wege dieser Erkenntnis. Und ein gutes Beispiel für Berufs- und Zivilcourage um der guten Sache Willen.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die unsichtbare Veränderung des Waldes und ihre Folgen für Mensch und Natur, 4. Dezember 2006
Von 
Paul Grafwallner (Berchtesgaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Tatort Wald: Von einem, der auszog, den Forst zu retten: Klimawandel und kranke Umwelt - was die Jagdlobby mit kaputten Wäldern zu tun hat! (Gebundene Ausgabe)
Die allmähliche und deshalb nicht unmittelbar erkennbare Veränderung des Waldes personalisiert dieses spannende Sachbuch. Die schwerwiegenden Folgen für uns und für kommende Generationen werden dadurch glaubwürdig und sichtbar.

Viele Menschen wollen sich im Wald erholen. Sie sehen dort am Boden Sträucher, Kräuter und Gräser. Sie glauben, dass diese Artenzusammensetzung natürlich ist, weil sie keinen Vergleich haben. Ganz selten sehen sie ein Reh. Jäger oder Förster erklären ihnen, dass Jagd und Forstwirtschaft den Waldbesitzern und allen Bürgern optimal nützt. Aber manchmal hören sie andere Stimmen: Es soll viel zu viele Rehe geben, die sollen manche Pflanzen stark verbeissen, dadurch soll sich die Artenzusammensetzung stark verändern und es soll großer Schaden entstehen. Solche Veränderungen und Schäden sind für uns unsichtbar; wir könnten sie nur erkennen, wenn wir Pflanzen über einen langen Zeitraum beobachten.

Der Förster Dr. Georg Meister hat genau das getan. Als Förstersohn hart zur waidgerechten Hegejagd erzogen, waren für ihn Veränderungen der Waldvegetation unsichtbar. Später haben ihm einzelne Professoren solche Veränderungen gezeigt. Im Widerstreit zwischen den ideologischen Glaubenssätzen der waidgerechten Jagd und einer umfassend nachhaltigen Waldnutzung hat er sich gegen die ständige Verharmlosung der Wildschäden entschieden. Es war viel Zivilcourage notwendig, der Allmacht der Jagdlobby in Verwaltung und Politik zu widerstehen.

Die Stationen dieses Wandels vom waidgerechten Hegejäger zum Kämpfer für einen tatsächlich naturnahen Wald werden spannend erzählt. Der mutige Förster überzeugt durch seine einmaligen Zeitsprung  Bilder über Jahre hinweg, mit denen er die negativen Folgen der allzustarken Wildschäden glaubwürdig sichtbar macht. Seine Einblicke in die jagdlichen Privilegien der Förster und seine Kosteneinsparungen beim Wiederaufbau schwer geschädigter Schutzwälder zeigen, wie viel Geld Waldbesitzer und Steuerzahler einsparen könnten. Wir erfahren, dass es in naturfernen Forsten nur selten eine Nachhaltigkeit für das Gemeinwohl gibt; meist gibt es nur eine Nachhaltigkeit der Holznutzung und der Ausreden.

Der Klimawandel wird neue Katastrophen wie Hochwasser oder Dürre bringen. Ein naturnaher Wald mit einem humusreichen Waldboden könnte viel zur Vorsorge gegen die schlimmsten Auswirkungen beitragen. Claus-Peter Lieckfeld und Georg Meister zeigen, wie allein durch den Abbau einiger unsinniger ideologischer Bestimmungen sehr viel für einen kostengünstigen Umbau der Bodenvegetation, des Waldbodens und des Waldes erreicht werden könnte.

Jeder, der sich über den mutigen Kampf eines Försters gegen eine übermächtige Lobby und über die Fähigkeit des Waldes informieren möchte, den Menschen und der Natur im Zeichen des Klimawandels zu helfen, muss dieses spannende Sachbuch lesen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der Lebenskampf eines Försters für den Wald, 1. Dezember 2006
Von 
Winfried Berner (Mitterfels) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Tatort Wald: Von einem, der auszog, den Forst zu retten: Klimawandel und kranke Umwelt - was die Jagdlobby mit kaputten Wäldern zu tun hat! (Gebundene Ausgabe)
Ein ausgesprochen empfehlenswertes Buch für alle Natur- und Waldfreunde, das auf ausgesprochen spannende Art fundiertes, aber auch erschreckendes Wissen über das Verhältnis von Wald und Wild vermittelt.

Wenn wir als Laien im Wald spazieren gehen, genießen wir das frische Grün und die gute Luft  und bemerken meist gar nicht, dass wir durch ein bis auf Mannshöhe kahlgefressenes Terrain gehen. So leicht es ist zu sehen, was da ist, so schwer ist es zu erkennen, was nicht da ist, und noch schwerer ist zu verstehen, warum es nicht da ist. Am Waldboden wachsen Gräser, Farne, einige Sträucher, doch was wir in aller Regel nicht sehen, weil es nicht mehr da ist, ist alles, was dem Rotwild schmeckt. Die Tragweite dieser Feststellung bedeutet einen kleinen Knacks in unserem romantischen Bild von der heilen Waldwelt: Wild und Wald leben keineswegs in friedlicher Eintracht; vielmehr lebt das eine von dem anderen, mit der Folge, dass ein Zuviel von dem einen ausgesprochen schlecht für das andere ist, weil zu hohe Wildbestände radikal alles Wohlschmeckende und Genießbare wegfressen, was zu einer Verkümmerung der Artenvielfalt gerade dort führt, wo wir sie eigentlich vermuten, erhoffen und bräuchten.

Das spannend erzählte Buch des GEO-Journalisten Claus-Peter Lieckfeld beschreibt die Lebens-, Lern- und Kampfesgeschichte eines der mutigsten und profiliertesten deutschen Förster, des mittlerweile 77-jährigen Dr. Georg Meister, der lange Jahre Leiter des Forstamts Bad Reichenhall war, aber auch im Ruhestand keine Ruhe gab. Der Sohn eines Forsters kannte von Kind auf keinen anderen Lebenstraum als selbst ein großer Forstmann zu werden  und er ist es geworden, aber wohl ganz anders als er es sich als Bub erträumte. Mit jugendlicher Naivität erlebe er in den Kriegsjahren die glühende Begeisterung seiner Vorbilder für die Festivitäten von Hermann Görings Deutschem Forstverein mit und sog die Ideologie der Trophäenjagd und der "züchterischen Auslese" in sich auf.

Doch schon in seinen Lehr- und Studienjahren wurde von pflanzenkundigen Förstern und Professoren der Funke des Zweifels gesät, und in seinen ersten Berufsjahren wandelte sich Meister nach vielen inneren Kämpfen immer mehr "vom Hegejäger zum Waldheger", wie das dritte Kapitel überschrieben ist. Bewundernswert die persönliche Konsequenz, mit der der junge Förster unangenehme Einsichten nicht verdrängt, sondern zulässt und praktische Schlussfolgerungen aus ihnen zieht. Bewundernswert auch der Mut, mit dem er seinen Einsichten folgt und sich dabei im Laufe der Jahre zusehends mit der Jagdlobby in Ministerien und im Geld- und Blutadel anlegt. Doch gelingt ihm der Nachweis, dass eine natürliche Verjüngung des Waldes selbst in stark gefährdeten alpinen Steillagen gelingt, wenn nur die Wilddichte auf ein vernünftiges Maß reduziert wird.

Aber haben wir denn wirklich zuviel Wild in unseren Wäldern? Ist es nicht für uns Waldwanderer ein seltener Glücksfall, wenn wir mal ein Rudel Rehe sehen, von Hirschen oder Gämsen ganz zu schweigen? Wie der erfahrene Forstmann überzeugend vermittelt, sind gerade die Rehe Meister im Verstecken. Ein Lehrbeispiel ist der Flughafen Zürich, der aus Sicherheitsgründen wildfrei gemacht werden sollte: "Für das wilddicht eingezäunte Gelände hatte ein sehr zuverlässiger Wildhüter die Zahl der Rehe mit 42 angegeben. Geschossen wurden dann 215  mehr als das Fünffache dessen, was der ortskundige Experte gezählt hatte." (S. 180) So entsteht die seltsame Paradoxie, dass Jäger von städtischen Tierfreunden dafür kritisiert werden, dass sie die armen Rehlein totschießen, während sie in Wirklichkeit um ihres Trophäenkultes willen viel zu hohe Wildbestände halten  zu Lasten nicht nur des Waldes, sondern auch der Steuerzahler, die dieses feudalistische Hobby, wie Lieckfeld vorrechnet, ebenso unwissend wie unfreiwillig mit Millionenbeträgen subventionieren.

Eine liebenswerte Dreingabe ist ein farbiges Faltblatt, das dem Buch beiliegt und einige "Zeigerpflanzen" vorstellt, an denen auch wir Laien eine angepasste Wilddichte erkennen können: Waldweidenröschen, Hasenlattich, Türkenbund, Frauenfarn, Gemeiner Schneeball und nicht zuletzt die vom Aussterben bedrohte Weißtanne. Nachdenkliche Weihnachten!
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