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Als Lena Odenthal 1989 ihre Stelle in Ludwigshafen antrat, war sie die einzige, inzwischen ist sie die dienstälteste Tatort-Kommissarin. Seit 1996 im Team mit Kollege Mario Kopper.
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Am 29. November 1970 ging eine neue, gegenüber vorherigen Produktionen völlig neue Krimireihe im deutschen Fernsehen, unter dem Titel "Tatort", mit ihrer ersten Folge "Taxi nach Leipzig" an den Start.
Das besondere dieser Reihe war u.a., dass hier gleich mehrere charakterlich höchst unterschiedlich geprägte Kommissare und regional wechselnde Handlungsorte für reichlich Abwechslung in den zu sehenden Folgen sorgten. Für die damalige Zeit geradezu revolutionär, erwies sich diese Idee von Gunther Witte, dem geistigen Vater und Erfinder des "Tatort", sehr schnell als wahrer Geniestreich. Bis heute wurde dieses erfolgreiche Konzept, der wechselnden Tatort-Produktionen durch die verschiedenen Rundfunkanstalten der ARD beibehalten. Auf nun beinahe vierzig Jahre Laufzeit hat es Deutschlands wohl erfolgreichste Krimireihe, welcher die Macher selbst anfangs höchstens zwei Jahre auf dem Bildschirm gaben, mittlerweile gebracht. Bis zu zehn Millionen Zuschauer versammeln sich bei jedem Tatort vor ihren Fernsehern, wenn der rhythmisch hämmernde Sound der legendären Titelmusik vom Komponisten und Musiker Klaus Doldinger erklingt.
Zum anstehenden Jubiläum bringt nun die ARD, in einer im ersten Moment etwas ungewöhnlich erscheinenden Zusammenarbeit mit "Walt Disney Home Entertainment", den Tatort, in stilistisch passend gestalteten Covern im "Tatort-Blau", zur Veröffentlichung auf DVD. Zunächst sind 150 Folgen in Form von Einzelepisoden wie auch als Kommissar- und Städteboxen geplant. Dabei sollen sowohl Klassiker, wie aber auch neuere Produktionen zur Veröffentlichung kommen. Für die Zukunft wurde sogar die Möglichkeit in Aussicht gestellt, über ein Online-Forum per Voting direkt mit an der Auswahl weiterer Tatort-Veröffentlichungen auf DVD Einfluss zu nehmen.
Von der vorliegenden DVD-Box kommt eine Auswahl von vier der Tatort-Folgen mit Kommissarin "Lena Odenthal" (Ulrike Folkerts) zur Veröffentlichung. Seit 1989 wird die Ludwigshafener Tatort-Kommissarin "Lena Odenthal" durch die Darstellerin Ulrike Folkerts verkörpert. Sie trat damit die unmittelbare Nachfolge von Schauspielkollegin Karin Anselm an, die zuvor von 1981-1988 als Kriminaloberkommissarin "Hanne Wiegand" in acht Tatortfolgen ermittelte. "Lena Odenthal" ist mit Stand dieser Rezension (11/2009), somit die dienstälteste Tatort-Kommissarin. In ihrem ersten Tatort anfangs noch bei der Sitte, wechselt sie im Zuge der Ermittlungen zur Mordkommission. Seit 1996 fester Bestandteil mit in ihrem Ermittler-Team, ist ihr Kollege Mario Kopper (Andreas Hoppe). So ist er dann auch in dreien der insgesamt vier von der vorliegenden DVD-Box befindlichen Tatort-Folgen mit dabei und zu erleben.
Von der ersten DVD kommt mit der 224. Tatort-Folge, unter dem Titel "Die Neue", die große Chance für die junge Kommissarin Lena Odenthal, die im Sittendezernat arbeitet. In dieser Folge, die ihre Erstausstrahlung am 29.10.1989 hatte, ermittelt sie im Zuge einer Reihe von Vergewaltigungen durch einen stets maskierten Täter. So gestalten sich die Ermittlungen recht schwer, da kaum eine der Frauen verwertbare Angaben und Beschreibungen über den oder die Täter machen kann. Als ein erneuter Überfall diesmal tödlich endet , wird "Lena Odenthal", da die Stelle der zuvor ausgeschiedenen Kriminaloberkommissarin "Hanne Wiegand" noch nicht neu besetzt wurde, die kommissarische Leiterin der Mordkommission. Sie verstärkt ihre Ermittlungen gegen eine Gruppe von einschlägig Vorbestraften und erstellt von diesen detaillierte Psychogramme. Eine Lösung des Falls scheint in greifbare Nähe zu rücken, aber es fehlen noch Beweise. Die Kommissarin entschließt sich zu einem gewagten Täuschungsmanöver, um den Täter in eine Falle zu locken und den Fall aufzuklären. Diese psychologisch spannend und anspruchsvoll inszenierte Tatort-Folge entstand unter der Regie von Peter Schulz-Rohr und dem Buch von Norbert Ehry.
Am 12.01.1997 hatte der 350. Tatort unter dem Titel "Tod im All" nach dem Buch von Thomas Bohn und unter der Regie von Thomas Bohn seine Fernsehpremiere. In diesem fühlt sich die junge Kommissarin anfangs nicht ernst genommen. Sie glaubt, dass es sich bei dem durch einen anonymen Anrufer bekanntgegebenen Mord an einem populären Ufologen und Bestseller-Autor, nur um einen Werbegag handelt. Erst als eine Radioreporterin, die sich mit dem Ufologen "Lunik van Deeling" (Dietmar Schönherr) und dessen Umfeld beschäftigt, tot aufgefunden wird, übernimmt sie die Ermittlungen. Steht der Kommissarin im Zuge der Ermittlungen nun eine Begegnung der "Dritten Art" mit Außerirdischen bevor? Oder wird sie mit ihrem Assistenten "Mario Kopper" (Andreas Hoppe) den Fall doch eher auf konventionelle Art lösen? Bei diesem Tatort sehr interessant auch die Gastauftritte. So erlebt man neben Nina Hagen, die ja schon des Öfteren von ihrer Begegnung mit Außerirdischen im realen Leben berichtete, auch Anke Engelke und Ingolf Lück in Gastauftritten.
Die dritte DVD zeigt mit "Engelchen flieg" einen Tatort, der zugleich emotional bewegt und dabei spannend die Geschichte eines aufwühlenden und erschreckenden Familiendramas bietet. Bei diesem 399. Tatort, welcher am 01.11.1998 erstmals im Fernsehen zu sehen war, führte Hartmut Griesmayr die Regie. Das Buch stammt aus der Feder von Dorothee Schön. Als ein kleines Kind aus dem sechsten Stock eines Wohnblocks stürzt, stellt sich schnell die Frage, ob es ein Unfall oder doch Mord war. Die Eltern belasten sich gegenseitig schwer und die Presse wittert lüsternd eine gute Story. Dabei zeigt sich einer der sensationshungrigen Journalisten besonders ambitioniert und zieht dabei selbst "Lena Odenthal" und ihre Ermittlungen mit in das Licht der Öffentlichkeit.
Der 507. Tatort, von der vierten DVD dieser Veröffentlichung, stellt die gute Zusammenarbeit vom Ermittler-Team "Odenthal-Kopper" auf eine harte Bewährungsprobe. Eigentlich will "Lena Odenthal" nur noch etwas Geld für ihren anstehenden Urlaub bei der Bank abheben, als plötzlich zwei maskierte und schwerbewaffnete Männer diese überfallen. Als im Tresorraum ein Schuss fällt und die Präsenz der Polizei vor der Bank immer größer wird, verliert einer der Bankräuber die Nerven. "Lena Odenthal" wird während dieses Überfalls lebensgefährlich verletzt und verliert zum Teil ihr Gedächtnis. "Kommissar Kopper", dem zwischenzeitlich zusammen mit "Wolfgang Viereth" (Justus von Dohnányi) die Ermittlungen in diesem Fall übertragen wurden, ist verunsichert. Er überlässt einige der Ermittlungsakten entgegen allen Vorschriften seiner Kollegin "Lena Odenthal", welche die Vorahnung hat, dass ein Polizist in den Banküberfall involviert sein könnte. Längst noch nicht voll einsatzfähig, stürzt sie sich, als ihr keiner glauben will, auf eigene Gefahr hin in die Ermittlungen zu diesem Fall. Als ein zweites Mal auf sie geschossen wird, landet sie erneut im Krankenhaus. Überaus spannender Tatort unter der Regie von Matthias Glasner, nach dem Buch von Martin Pristl und Johanna W. Betz.
Mit einer laut Hersteller angegebenen Gesamtlaufzeit von ca. 358 Minuten und im Bildformat von 4:3 (1,33:1) bei der ersten und 16:9 (1,78:1) anamorph bei den drei weiteren DVDs, kommt das Bild bei dieser Veröffentlichung zur Ansicht. Vom Gesamteindruck können alle vier DVDs dieser Veröffentlichung mit einem akzeptablen und gelungenen Bild mit kleineren Schwächen in sich gewertet werden.
Die Farben präsentieren sich in allen der vier Tatort-Folgen in kräftigen und natürlichen Tönen mit ausgewogener Intensität. Die Einstellungen von Schärfe und auch Kontrast sind in mittleren Werten gut getroffen und bieten kaum Grund zur Klage. Nur hin und wieder fällt bei den DVDs eine gewisse Unruhe, gepaart mit zum Teil bemerkbaren leichteren Bildrauschen auf, welches aber erträglich und nur wenig auffällig oder gar störend bemerkbar ist.
Die Gestaltung der DVD-Menüs ist mit kleineren Animationen und der zu hörenden Titelmusik stimmig und passend zum Thema gelungen.Aus dem nach Einlegen der DVD zur Ansicht kommenden Menü, kann der Film unmittelbar gestartet werden. Neben einer sich separat öffnenden "Kapitelauswahl", werden noch optional zuschaltbare deutsche Untertitel angeboten.
Von jeder der DVDs dieser Veröffentlichung werden einige Extras geboten. Als gelungen wäre hier u.a. ein ca. neunzig Minuten dauerndes Extra mit dem Titel "Mord nach der Tagesschau", von der zweiten DVD dieser Veröffentlichung zu erwähnen. In diesem gibt es zahlreiche Infos zur Tatort-Reihe und deren Macher, wie auch über die Darsteller der verschiedenen Kommissare. Gleich viermal, also auf jeder DVD dieser Veröffentlichung, findet sich ein "Kommissar-Porträt". Hier erfährt man in Form von Texttafeln und Bildern, dargestellt in einer Art Ermittlungsakte, zahlreiche Infos um und über die Kommissare "Odenthal-Kopper", nebst dem sie umgebenden Team. Von der dritten DVD kommt ein ca. 44 Minuten dauerndes Interview mit Ulrike Folkerts zur Ansicht. Auf jeder der DVDs findet sich ein jeweils zwischen einer bis zu fünf Minuten laufender Bericht über die Dreharbeiten und Hintergründe zur jeweiligen Tatortfolge.
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