Der Roman "Moltke" basiert auf einem der besten Duisburg-Tatorte mit den Kommissaren Schimanski und Thanner. Dabei ist der Film nicht in erster Linie wegen seines Krimiplots so bemerkenswert, sondern wegen der eigenwilligen Atmosphäre, die sich durch den Film zieht, und wegen einiger großartiger Szenen, die sich den Tatort-Fans bis heute eingebrannt haben. (Dazu gehören sicherlich die Szene mit Schimanski im Löwenkäfig oder auch die wunderbar abstruse und volltrunkene Weihnachtsfeier in einem Duisburger Bordell.) Diese Szenen sind auch die stärksten des Romans, wobei allerdings der Autor die merkwürdige, manchmal fast surreale Stimmung nur bedingt einfangen kann und das Ganze immer etwas wie eine Nacherzählung wirkt.
Der Erzählstil und die Dialoge sind routiniert und nur selten etwas holprig. Der Roman lebt allein von der Figur des Film-Kommissars und setzt dessen Wissen natürlich voraus, die Dialoge funktionieren nur, wenn man sich Götz George und dessen ganz eigene, stets gehetzt wirkende Betonung der Worte vorstellt.
Der Roman tut dem Film nicht weh, aber er fügt ihm auch nichts Eigenes oder Besonderes hinzu. Es gibt einige kleinere Änderungen, aber keine wesentlichen oder bedenklichen Einschnitte oder Verfremdungen. Eine durchaus annehmbare Nacherzählung eben.