Im fünften Fall des Münsteraner Teams Thiel und Boerne wird gleich zu Beginn ein historischer und bis heute ungeklärter Mord zitiert.
Der Mord am Arbeiter Rohrbach gilt bis heute als unaufgeklärt und nebenbei als einer der größten Justizskandale der Nachkriegszeit.
Die zerteilte Leiche Rohrbachs wurde am Aasee gefunden, der Kopf, so nahmen die Gutachter nach Aktenlage an, habe die Ehefrau des Opfers nach dem Mord im heimischen Herd verbrannt.
Aufgrund dieser Indizien wurde Maria Rohrbach wegen Mordes verurteilt.
Nachdem drei Jahre später der Kopf Rohrbachs in einer Kiesgrube gefunden wurde, mußte der Fall erneut verhandelt werden. Maria Rohrbach wurde freigelassen, der Mord konnte nie aufgeklärt werden.
Der Aasee wird auch in diesem Münsteraner Tatort zum Fundort einer zerstückelten Leiche. Es handelt sich um eine junge Frau, und auch ihr wurde der Kopf abgetrennt, um die Identifizierung zu erschweren.
Als Opfer kommen die Ehefrau des ukrainischen Geschäftsmannes Dr. Oleg Buykov sowie die, von ihrer Freundin Laura Schott als vermisst gemeldete, Dozentin Solveig Helmhövel in Frage. Ehemann Sigbert und Schwägerin Monika Hanke-Helmhövel allerdings vermuten Solveig auf Madeira.
Während Boerne in gewohnter Manier eigene Untersuchungen anstellt, bleibt Thiel skeptisch, vor allem, weil Staatsanwältin Wilhelmine Klemm den Fall schnellstmöglich zum Abschluss bringen will.
Da geschieht ein zweiter Mord.
Auch in ihrem fünften gemeinsamen Fall laufen Hauptkommissar Frank Thiel und der Forensiker Prof. Dr. Karl-Friedrich Boerne wieder zur Hochform auf.
Die witzig-ironischen Dialoge und das Querdenken der Protagonisten zeichnen auch diese Tatort-Folge aus.
Die historische Komponente macht diesen Krimi über den Lokalkollorit hinaus spannend. Ein weiterer gelungener Fall des für mich besten Tatort-Teams.