Der wohl mit bekannteste und brillianteste "Tatort" Klassiker "Reifezeugnis" mit Kinski Tochter Nastassja und der zeitlos grandiosen Judy Winter als verständnisvolle betrogene Ehefrau bedient leider eines der übelsten Lolita- Klischees schlechthin : thirtysomething Lehrer verliebt sich in 17 jährige Schülerin. Umsetzung bis zum missglückten Selbstmordversuch - Showdown allerdings gut gelungen.
Mein persönliches für- immer- Highlight ist "Peggy hat Angst" mit Hannelore Elsner als auch schon in den späten Dreissigern angekommenes Fotomodell im schnöden Mainz. Sie wird am Telefon Zeugin, wie ihre beste Freundin (Ute Christensen) von einem hoch gradig psychisch gestörtem Taxifahrer(Synchronsprecher Hans Georg Panczak) nach einem One Night Stand erschlagen wird. Mit der Aufklärung wird die wie immer understated spielende Karin Anselm betraut.
Besagter Taxifahrer wird zum Stalker und Verehrer von Peggy;man lernt sich kennen, lieben, und als alles auffliegt, hält Peggy sogar zum neuen Freund und verhilft ihm bis zum ultra offenen Ende zur Flucht.
Die Dialoge zwischen der bürgerlichen Kommissarin und dem flatterhaften Fotomodell sind an Wortwitz und Tiefe nicht zu übertreffen. Selten hat das "Tatort" Team einen anspruchsvolleren, interessanteren und unterhaltsameren Stoff produziert, der nebenbei auch noch ein bzw zwei Frauenporträt(s) ist / sind. Well done, everybody ...