Die Geschichte ist eigentlich ansprechend und sprachlich auch gut lesbar umgesetzt. Es handelt sich um ein typisches Rachedrama. Das Motiv für die grausame und reihenweise Ermordung der befreundeten Gastwirte ist schnell erkannt.
Allerdings gestaltet sich die Tätersuche abstrus und leider haben sich diverse inhaltliche Fehler im Verlaufe des Buches in unerfreulichem Maß gehäuft. Schon nach dem zweiten Mord ergeben sich Erkenntnisse, dass beide Opfer einer gewissen Clique angehört haben, so der Arbeitskollege des ersten Opfers. Nachfragen oder Konsequenzen: keine. Stattdessen wird im Adressbuch des Opfers nach möglichen weiteren Gefährdeten geforscht, angesichts der vielen Eintragungen jedoch weitere Maßnahmen aufgegeben. Rechtliche Belehrungen finden gar nicht statt. Der Beschuldigte wird vielmehr aufgefordert, alles zu erzählen. Anschließend wird er, trotz weiterer Morde, in der Haft vergessen, um dann nach zwei Tagen entlassen zu werden. Der unter Personenschutz stehende Gastwirt ist am Ende plötzlich auch entführt und die Observation eines vermeintlichen weiteren Tatortes wird im Rahmen der Streifenfahrt jeweils für etwa zwanzig Minuten unterbrochen mit gravierenden, aber wenig überraschenden Folgen.
Der Ermittler beschränkt sich auf Stammtischtreffen und Gedanken an seinen neuen Hund. Der anfängliche Heiratsantrag scheint dem Ermittler auch nicht derart nahe gegangen zu sein, als dass die Ablehnung durch seine Freundin weiter erwähnenswert wäre.
Schade! Den zweiten Stern gibt es dafür, dass durchaus Potenzial zu erkennen ist mit viel Luft nach oben.