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Tatort Fankurve: Fußball, Gewalt und Rechtsextremismus [Broschiert]

Klaus Blume
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

November 2013
Ob in den Profiligen, den Amateur- oder den Jugendklassen: Die Gewalt im deutschen Fußball nimmt zu. Fans, Spieler und Funktionäre werden im Stadion oder auf dem Weg dahin überfallen, Massenschlägereien auf Autobahnraststätten sind an der Tagesordnung. Schiedsrichter werden bedroht, bespuckt, geschlagen. In manchen Bundesländern werden bis zu 60 Prozent der Spiele vorzeitig abgebrochen. Klaus Blume leistet einen pointierten Überblick über das Phänomen. Er zeigt, welche Fans als gewaltbereit eingeschätzt werden und warum – und wie ohnmächtig die Politik ist. Er analysiert, was der DFB dagegen unter nimmt und überhaupt unternehmen kann. Er erklärt, warum vor allem die Radikalisierung einer Fangruppe – der »Ultras« – die Stadien unsicher macht.Und er belegt, dass die frühere Distanz zwischen Ultras und Neonazis nicht mehr gilt: BVB, Eintracht Braunschweig, Schalke 04 – die Rechtsradikalen docken erfolgreich an die Fanclubs an. Ganz zu schweigen von der Jugendarbeit: Allein in Thüringen gründeten in den letzten vier Jahren bekannte NPD-Mitglieder 26 neue Fußballvereine für Kinder. Klug, kenntnisreich und gründlich recherchiert: Ein Buch für alle, die sich für Fußball begeistern und sich auch in Zukunft noch daran erfreuen wollen.

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Tatort Fankurve: Fußball, Gewalt und Rechtsextremismus + Angriff von Rechtsaußen: Wie Neonazis den Fußball missbrauchen + Die Ultras: Fußballfans und Fußballkulturen in Deutschland
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Produktinformation

  • Broschiert: 272 Seiten
  • Verlag: BEBUG; Auflage: 1 (November 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3867891885
  • ISBN-13: 978-3867891882
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 12,6 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 549.013 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Klaus Blume, geboren 1940, beschäftigt sich seit 1964 journalistisch mit dem Fußballsport und dessen Hintergründen, zuerst als Bundesliga- und WM-Redakteur für die Frankfurter Abendpost, Welt und WamS. Für die NZZ schrieb er eine regelmäßige Bundesliga-Kolumne. Im DeutschlandRadio Kultur sprach er von 1995 bis 2010 wöchentliche Fußball-Satiren. Er ist Autor zahlreicher Bücher, zuletzt Die Dopingrepublik (2012).

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Kundenrezensionen

3.8 von 5 Sternen
3.8 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Thema verfehlt 1. April 2014
Von Anne132
Format:Broschiert
Im Klappentext wird angegeben, dass der Autor "die aktuelle Fußballszene durchleuchtet und feststellt, dass das Fußballstadion längst zu einer Bühne der Gewalt geworden ist". Dies klingt so, als habe man es mit einem Szene-Kenner zu tun, davon kann jedoch keine Rede sein. Schon bald wird klar, dass Klaus Blume nur das zusammenfasst, was er den Medien entnommen hat. Vieles wird nur oberflächliche beleuchtet, in den einzelnen Kapiteln wird ständig von einer Fan-Szene zur nächsten gesprungen. Häufig erwähnte Personen, wie "SS-Siggi", werden ständig neu vorgestellt, so als würden sie zum ersten Mal im Buch auftreten.
Überhaupt nicht nachvollziehbar sind die Äußerungen rund um den Abriss des Georg-Melches-Stadions in Essen: "Angesichts des radikalen Abrisses fragt man sich, wo die Großväter ihren Enkeln, die Väter ihren Söhnen etwas aus früheren Zeiten erzählen sollen. Im Stadion gibt es nicht mal mehr eine öffentliche Kneipe, um gemütlich zu klönen. Nur piekfeine VIP-Räume für die oberen Zehntausend. Die Neonazis in Dortmund und Oberhausen reiben sich längst die Hände, sie werden Rot-Weiß Essen gründlich aufmischen." Sorry, aber in Mönchengladbach sind nach dem Abriss des Bökelbergs nicht plötzlich alle Anhänger der Borussia zu Neo-Nazis mutiert.
Komplett am Thema vorbei ist das letzte Kapitel 10: NSU-Versorgungsraum Pfalz. Kurz wird die pfälzische Karateszene als Rückzugs- und Versorgungsraum für den NSU bezeichnet. Ansonsten geht es in dem Kapitel um die deutschen Sportschützen und "die Aufgeschlossenheit des deutschen Reitsports gegenüber braunen Avancen".
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Format:Broschiert
Gleich zu Beginn ein Warnhinweis: Diese Buch sollte ausdrücklich nicht auf nüchternen Magen gelesen werden. Zu schnell mag sich nämlich aufgrund schier unglaublicher Fakten ein Unwohlsein in der Magengegend einstellen. Die Frage, ob der deutsche Fußball allgemein auf dem rechten Auge blind sei, musste auch schon vor Blumes „Tatort Fankurve“ mit einem eindeutigen „Ja!“ beantwortet werden. Dabei umfasst die Bandbreite nahezu sämtliche Ausführungen von Naivität über Inkompetenz bis hin zu Desinteresse und Ignoranz. So lässt sich der reichlich zitierte und genauso oft eingeforderte Ausdruck der „Selbstregulierung innerhalb der Fan-Szene“ schwer bis nahezu unmöglich umsetzen, wenn der entsprechende Verein wegschaut und Probleme bagatellisiert, um sein Image nicht zu beschädigen. Ein Schuss, der vermehrt droht nach hinten loszugehen. So nennt Blume Anhaltspunkte dafür, dass neben bekannten NPD-Parteibonzen auch Mitglieder des NSU in der Fußballszene unterwegs waren. An mancher Stelle ist dem Buch anzumerken, dass der Autor aufgrund seines Jahrgangs 1940 eine besondere Verpflichtung darin sieht, rechten Einflüssen gegenzusteuern. Insgesamt ein herausragend recherchiertes Werk. Es bleibt nur zu hoffen, dass die einflussreichen Verantwortlichen in Vereinen und Verbänden es lesen und entsprechend handeln.
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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Massenbasis des NSU 5. Dezember 2013
Format:Broschiert
Folgte man dem Verhaltensforscher Konrad Lorenz, der dem Fußballspielen eine Funktion der Aggressionsabfuhr attestierte, müsste die wöchentliche Randale rund um die Bundesliga eigentlich schwächer geworden sein: Die Deutschen sind seit langem wieder an richtigen Kriegen beteiligt, könnten sich also prima in Afghanistan austoben, statt sich dem Ersatzkrieg in den Stadien zu widmen. Das Gegenteil ist der Fall: Die Zahl der gewaltsamen Krawalle ist in den letzten Jahre angewachsen und sie haben sich, wie der Autor Klaus Blume in seinem Buch "Tatort Fussballkurve" belegt, politisiert: "Inzwischen hat sich der Fußball . . . zu der Bühne für Neonazis entwickelt", schreibt Blume und belegt das mit Zahlen der "Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS)", die bei "mindestens 16 Clubs in den drei deutschen Profi-Ligen Überschneidungen zwischen gewaltbereiten Fans und der rechten Neonazi-Szene gibt."

Blume zieht eine lange Linie einer von Nazis organisierten Politisierung der Fußballfanszene. Hatte doch schon in den 1980er Jahren der Bonner Fascho-Vordenker Michael Kühnen ein Strategiepapier vorgelegt, in dem gefordert wurde, die Fußballfans "als gewalttätiges Potential für uns einsetzen zu können." Und wer die Hitlergrüße vieler Fans bei den wöchentlichen Stadien-Inszenierungen sieht, wer sie "Schiri nach Ausschwitz" skandieren hört und die Vielfalt der offenen und verdeckten Nazi-Symbole in den Fankurven wahrnimmt, der weiß um den späten Erfolg Kühnens, der weiß um die Gefahr, die aus der organisierten rechten Gewalt droht.
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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tatort Fankurve 20. November 2013
Format:Broschiert
Es gibt traurige Höhepunkte in den Fußballvereinen, die allmählich zu Gewaltspielen verschiedener Gruppen aufrufen. Hier schraubt sich eine Gewaltspirale die diverse Fangruppierungen schon als Fankrieg bezeichnen. Die Polizeigewerkschaft GdP fordert mit Blick auf die alarmierenden ZIS-Zahlen derweil ein konsequentes Vorgehen gegen die Täter. Die Presse spricht sogar von Ultra Gruppierungen die, die Aggressivität anheizen. Was ist da los? Brennende Bengalos, demolierte Mannschaftsbusse, hinterhältige Angriffe auf Fans. Fragen Sie doch mal ihren Nachbarn, ob er in unserem ach so sicheren Lande eine gefährliche Beeinflussung durch Rechtsextreme befürchten würde. Wetten, dass er Sie ganz und gar verwundert anschauen wird, um Ihnen dann in etwa zu antworten: >> Die wenigen in die Irre geleiteten, die hin und wieder schwarz gekleidet durch unsere Straßen marschieren, machen nun wirklich niemandem Angst. Wie es aber wirklich in der rechten Szene ausssieht, erfährt nur derjenige und auch dieser allenfalls nur ansatzweise , der sich direkt in die Szene hineinbewegt, nämlich in die Fußballstadien. Der Klappentext auf der Buchrückseite, kann es nicht besser wiedergeben, deshalb übernehme ich ihn. Ohne Krawall und Exzess geht es im deutschen Fußball nicht mehr. Allwöchentlich attackieren sich gegnerische Hooligans, auch die eigentlich friedlichen Ultra-Gruppen werden immer radikaler. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Phänomen seitens des DFB und der Politik, findet nicht statt. Klaus Blume durchleuchtet die aktuelle Fußballszene und stellt fest: Das Fußballstadion ist längst zu einer Bühne der Gewalt geworden und die Fankurve zum Tatort. Lesen Sie weiter... ›
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