Dass die Tatorte nach und nach auf DVD erscheinen, ist großartig, denn so manche Folge kann eine hochwertige Story und Produktion vorweisen und sich durchaus mit Kinofilmen messen. Was jedoch stört, ist die Art und Weise der DVD-Veröffentlichung. Einige Folgen werden in "Kommissar"-Boxen zusammengefügt, andere (wie in diesem Beispiel) in Boxen, deren Zusammenhang im Produktionszeitraum zu suchen ist, und noch andere erscheinen als Einzelfolgen. Für Sammler ein Alptraum. Aber der Reihe nach:
Die drei in dieser Box zusammengefügten Episoden weisen, außer, dass sie zur Tatort-Reihe gehören, im Grunde keine Gemeinsamkeiten auf, die eine Zusammenfügung gerechtfertigt hätten. Der Frankfurter Fall "Herzversagen" ist für mich Höhepunkt dieser Box. Ein Glücksfall von einem Krimi, der eine traurig stimmende "Randgruppenstudie", eine meisterhafte Krimikonstruktion und großartige Charaktere verbindet. Die Folge wurde zurecht mit dem Grimme- und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet und wäre eigentlich prädestiniert gewesen, als Einzel-DVD zu erscheinen. / Der Münsteraner Fall ist solide und bietet wie immer skurrilen Humor. Diese Episode hätte gut mit in eine der Münsterboxen gepasst. / Die Lindholm-Folge "Dunkle Wege" macht in dieser Konstellation am wenigsten Sinn, denn Hannes Jaenicke spielt mit. Er ist eine Nebenfigur aus dem Umfeld der Kommissarin und hat in zwei oder drei Folgen mitgespielt. Diese Folgen in einer Box zu kombinieren, wäre eine gute Idee gewesen, da sie einen Zusammenhang innerhalb der Lindholm-Folgen bieten. In dieser Box ist sie im wahrsten Wortsinn "aus dem Zusammenhang gerissen". // Die Box bietet noch einige über die drei DVD verteilte Extras: kleine Dokumentationen und Hintergrundberichte, die durchaus sehenswert sind.
Alles in allem erhält man mit dieser Box einen großartigen, einen spannenden und einen skurrilen Tatort. Ärgerlich ist stellenweise die Bildqualität, denn in einigen Nachtaufnahmen gibt es leichte Bildstörungen. Mein Fazit: Drei sehr gute Einzelfolgen, die unglücklich kombiniert und in nicht optimaler Bildqualität produziert wurden.