Das Buch "Tatort Deutsche Weinstraße" versammelt 19 Autoren und Autorinnen, die jeweils zu einzelnen Orten entlang der Weinstraße kurze Geschichten verfassen, sodass der Untertitel richtigerweise auch "Kriminalstorys" lautet.
Diese Geschichten sind selbstverständlich von unterschiedlicher Güte, weisen aber immer das richtige Lokalkolorit auf: So thematisiert "Gehörnt in Lambrecht" die jährliche "Gäsbockversteigerung", bei der der Tributbock von Lambrecht nach Deidesheim geführt wird.
Auch "Es war einmal in Wachenheim" spielt recht ansprechend mit Geschichte und Lokalität (Wachtenburg, Sektkellerei Schloss Wachenheim, usw.).
Ebenso "Des Kanzlers Kreditkarte" greift Helmut Kohls Vorliebe für gutes Essen im "Deidesheimer Hof" auf.
Von daher ist das Buch als gelungen zu bezeichnen.
Weniger erfreulich ist, dass nicht alle Geschichten wirklich spannend sind.
Ebenso enttäuschend fällt auf, dass die Autoren und Autorinnen alle Nicht-Pfälzer sind und somit unsere Eigenheiten (unser "Sproch", wir sind sehr schnell beleidigt, geben auch gerne ein wenig an, außerdem entfalten wir beim Diskutieren eine immense Lautstärke, wir trinken Wein nur aus Halblitergläsern und entwickeln einen ungeheuren Appetit, wir sind sehr kommunikationsfreudig, usw.) nicht kennen - diese feine bzw. grobe Zeichnung des einheimischen Menschenschlags fehlt leider.