Dieses Buch schildert aus der Perspektive bedeutender Schriftsteller,Journalisten und Algerienkenner authentisch die aktuelle Situation in Algerien.
Bezug genommen wird auf die französische Kolonisation,den Unabhängigkeitskrieg und speziell auf die furchtbaren Ereignisse seit dem Wahlsieg der FIS Anfang der 90er-Jahre,die das Land bis heute lähmen.
Anstelle von europäischen "Außenstehenden" kommen zum größten Teil direkt Betroffene algerische Intellektuelle zu Wort,deren Liebe und Verbundenheit zu "ihrem" Algerien in den Texten deutlich wird,und die nach Lösungen für ein friedliches Algerien suchen.
Betont wird auch das kontinuierliche Desinteresse der westlichen Welt im Bezug auf das algerische Problem,und deutlich wird wieder einmal,wie unwichtig die Stimme unterdrückter und in ständiger Angst lebender Menschen in vielen Entwicklungs-und Schwellenländern ist.Erst wenn "Gefahr" für die westlichen Länder besteht,wird eingegriffen (s.Afghanistan).
Speziell den Textbeitrag von Akli Kebaili,in Deutschland wohnhaft,finde ich sehr bereichernd,denn er nimmt speziell Bezug auf die Berber (Masiren),die ca. 30% der algerischen Bevölkerung ausmachen,und deren Kultur bis heute vom Staat Algerien unterdrückt wird,und die keine einheitliche Repräsentanz im Staatsgefüge Algeriens haben.Wenig bekannt ist im Ausland zum Beispiel,daß diese Volksgruppe eine eigene Sprache und Schrift hat,die bis heute nicht als zweite Amtssprache in Algerien anerkannt ist.
Fazit dieses Buches ist für mich,daß Algerien sich zu einem freien, demokratischen Staat entwickeln muß, der allen Volks- und Menschengruppen gerecht wird und vor allem die Menschenrechte respektiert,und daß sich speziell Europa mehr für die Problematik Algeriens zuständig fühlen muß. Schließlich ist die französische Kolonisation ein nicht unerheblicher Faktor, der mitschuld an der heutigen Situation ist.
Ein tolles Werk für alle,die das Leid der Menschen in Algerien nicht kalt läßt.