Jeder Tati-Film ist ein Volltreffer an Geschmack, an Stil, Humor und Intelligenz. Wie ein grosser Baumeister hat Tati jahrelang unbeirrt an der Umsetzung seiner filmischen Ideen gearbeitet und jedes Mal - doch leider nur fünf Mal - ein staunenswertes Meisterwerk hervorgebracht. Jour de fête, Les vacances de Monsieur Hulot, Mon Oncle, Playtime und Trafic heissen die fünf Perlen, leuchtende Sternbilder am cineastischen Firmament.
In dieser Gilde ist Playtime, wie soll ich sagen, der Grosse Wagen unter seinen Filmen, der schönste, der teuerste, der auffälligste und der perfekteste. Tati hat zig Jahre Arbeit in diesen Film gesteckt, sein gesamtes Vermögen investiert. Ob er nun die Millionenmetropole Paris - die von ihm nachgebaute - lenkt, oder ob er das alltägliche Chaos in einem Restaurant beschreibt, die ordnende Hand des Regisseurs hat alles im Griff -wie in einem bunten Mikado, wo hundert Stäbe auf der Spielfläche verteilt über-, unter- und nebeneinander liegen und sie der Spieler sicher wieder zu einem Ganzen bündelt.
Tati ist über diesem Werk mausarm geworden. Wir aber sollten dankbar sein, dass er uns so reich beschenkt hat.