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Tat-Sachen: Narrative von Sexualstraftätern
 
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Tat-Sachen: Narrative von Sexualstraftätern [Broschiert]

Michael B. Buchholz , Franziska Lamott , Kathrin Mörtl
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 49,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Broschiert: 540 Seiten
  • Verlag: Psychosozial-Verlag; Auflage: 1. Aufl. (1. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3898068811
  • ISBN-13: 978-3898068819
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14,6 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 569.144 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Wenn ein neues Werk von Michael B. Buchholz auf den Markt kommt, wird man nicht enttäuscht. Nun kommt im Psychosozial-Verlag eine phantastische Studie heraus, die Buchholz gemeinsam mit Franziska Lamott und Kathrin Mörtl verfasst hat. Ausgangspunkt der Untersuchung ist eine vollständig transkribierte Gruppentherapie von inhaftierten Sexualstraftätern von 90 Sitzungen !, die von den AutorInnen konversations- und metaphernanalytisch ausgewertet worden sind. Das Versprechen des Klappentextes, aus dieser Vorgehensweise seien »überraschende Einsichten in bewegende Geschichten, interessante Gesprächsformate und Redezüge sowie Sprachbilder zur Abwehr und Selbstreflexion entstanden, die Leser erhielten Einblicke in Biografiemuster, Täuschungsstrategien und Aufdeckungshilfen, Zweifel und Rechtfertigungen, die Mühen der Einsicht und die mühsame Arbeit am Sinn«, wird auf großartige Weise eingelöst. Das Buch ist nicht nur ein herausragendes Beispiel für die Reichweite qualitativer Forschungsprogramme, sondern widmet sich auch einem Thema, dessen vertieftes Verständnis wie kein zweites durch ideologische und moralische Diskurse erschwert worden ist. Pflichtlektüre für alle, die professionell mit Delinquenten zu tun haben, darüber hinaus eine außerordentliche intellektuelle Bereicherung für jeden, den die Dynamik von Scham und Schuld interessiert. systemagazin freut sich, kurz vor Erscheinen einen ausführlichen Vorabdruck bringen zu können, in dem die AutorInnen einführend zu ihrem Forschungsfeld und den Zielen ihrer Studien Stellung nehmen und erste Einblicke in ihre Arbeitsweise geben. (systemagazin.de)

In Ihrem Buch »Tat-Sachen - Narrative von Sexualstraftätern« geben die Psychologen der Sektion Forensischer Psychotherapie der Universität Ulm ihre Ergebnisse einer Analyse von Videomaterial preis, das während gruppentherapeutischer Sitzungen mit inhaftierten Sexualstraftätern entstanden ist. Die Videoaufzeichnungen wurden transkribiert und anschließend qualitativ ausgewertet. Hoffentlich folgen diesem Buch noch weitere ähnliche Arbeiten. Die qualitative Auswertung mit der Methode der Konversations-, Narrations- und Methapheranalyse, kurz KANAMA, welche die Autoren aus einem psychoanalytischen Grundverständnis heraus entwickelt haben, macht dem Leser auf subtile und differenzierte Art und Weise Ebenen in den Dialogen der Teilnehmer, in ihren Darstellungen und Selbstdarstellungen sichtbar, die sich um den Umgang der Strafgefangenen mit ihrer Tat drehen. In der Gruppentherapie werden die Teilnehmer gezwungen, sich mit ihrer Vergangenheit, ihrer Schuld und Verantwortung auseinanderzusetzen. An ihrer Sprache werden Stellungnahme, Entwicklungen und Veränderungen, aber auch ihre Widerstände und Ängste, dinghaft gemacht. Die Leser erhalten einen tiefen Einblick in das Ringen der Teilnehmer, sich zwischen dem Status eines Gefangenen und dem eines Patienten zu verorten und ihre Position mit allen Konsequenzen als eine Täterposition aufzufassen. Die Erwartung des Lesers, aus den Ergebnissen der Analysen Kausalhypothesen zu gewinnen, die zu einer allgemeinen Theorie über Sexualstraftaten führen, wird nicht erfüllt. Gewinnbringend sind die Ergebnisse institutionell gesehen für Therapeuten und Gutachter. Der verschränkte Blick auf den linearen Zusammenhang zwischen biografischer Entgleisung und resultierender Tat wird durch die Auseinandersetzung geöffnet für aktualisierte Momente von Motiven und Motivdarstellungen geöffnet. Die Autoren sagen eindrücklich, dass nicht hinter der Sprache nach nicht Wahrhaftigkeit, nach etwas Eigentlichem, etwas Unverstellten, gesucht werden soll, sondern direkt in der Sprache selbst, im Ausdruck, in der Rhetorik, in der Wahl der Metaphern. Den Autoren ist diese Suche gelungen. Durch kniffliges Auseinandernehmen, Teilen, Auspacken, verlieren sie sich bei jeder »Verfolgung« nicht im Detail oder Material, sondern schaffen es, denn Faden zu verfolgen, bis das Wesentliche sichtbar wird. Nicht für Psychologen, auch für Studenten oder Interessenten bieten die Autoren einen reichhaltigen und interessanten Stoff. Ein Ausdruck im fachüblichen Jargon wurde weitestgehend vermieden. Es ist bemerkenswert, wie einfach und klar, vielleicht gerade deshalb, die Gegenstände im Buch beschrieben und somit für jedermann zugänglich sind. Ein Großteil des Buches bietet den Lesern einen ausführlichen Überblick über die einzelnen Elemente der Methodik. Die Rolle der Autoren und die Schwierigkeiten, denen sie während der Auswertung des Materials begegnet sind, werden in Zwischenüberlegungen reflektiert. Es ist ein Vorteil dieses Buches, dass die Arbeit weder in die Behandlungs-, noch in das Feld der Prognoseforschung fällt. Dies ermöglicht eine Freiheit für differenzierte gesprächsanalytische Überlegungen, die sich, wie die meisten qualitativen Forschungen über die Behandlung von Sexualstraftätern, schlussendlich nicht auf die retrospektive Erstellung von Prädiktorenkatalogen für Rückfälligkeitsstatistiken reduzieren lassen, die nicht »outcome«-orientiert sein müssen. Hoffentlich folgen diesem Buch noch weitere ähnliche Arbeiten. (uni-online.de)

Kurzbeschreibung

Sexualstraftaten erwecken im Beobachter Angst und Unverständnis zugleich. Genauso erschreckend ist der Mangel an hochwertigen Auseinandersetzungen mit dem Thema. Noch nie sind therapeutische Prozesse mit Sexualstraftätern so genau analysiert worden wie in diesem Buch. Die Autoren gehen das Thema mit modernsten sozialwissenschaftlichen und psychologischen Methoden an. Die videografierten Gruppentherapiesitzungen wurden transkribiert und nach einer neuartigen Kombination von Konversations- und Metaphernanalyse vor dem Hintergrund eines psychoanalytischen Grundverständnisses ausgewertet. Daraus entstanden überraschende Einsichten in bewegende Geschichten, interessante Gesprächsformate und Redezüge sowie Sprachbilder zur Abwehr und Selbstreflexion. Die Leser erhalten Einblicke in Biografiemuster, Täuschungsstrategien und Aufdeckungshilfen, Zweifel und Rechtfertigungen, die Mühen der Einsicht und die mühsame Arbeit am Sinn.Wer sich für Straftaten und Täter ebenso interessiert wie für deren Opfer, und wer verstehen möchte, was in solchen Menschen vor sich geht, sollte zu diesem Buch greifen. Das Buch ist einzigartig, es gibt innerhalb der therapeutischen Community nichts Vergleichbares.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Die Autoren haben sich hier die (lohnende) Mühe gemacht, komplette Mitschriften (sog. Transskripte) gruppentherapeutischer Sitzungen mit Sexualstraftätern in einer JVA unabhängig zu analysieren. Es ist spannend und instruktiv, zu verfolgen, wie die Männer von ihren Taten und den Tatumständen erzählen, und sich dabei in ihrer Darstellung bemühen, ihre Schuld und ihre Verantwortung gleichzeitig zu enthüllen und zu verbergen. Im Therapieprozess, das wird deutlich, lässt sich dann aber die implizite Zustimmung der anderen Gruppenmitgliedern zu den oft offenkundig geschönten, verschleierten, unstimmigen, lückenhaften und abgewiegelten Erzählungen nicht aufrecht erhalten, da die Männer diese (Erzähl-)techniken von sich selbst kennen, oder an sich selbst erkennen, so dass dann ein oft bewegendes Ringen um die überwiegend düstere und banale "Wahrheit" beginnen kann.
Ich bin Arzt und auch mit der Behandlung komplex traumatisierter, meistens weiblicher Opfer sexualisierter Gewalt befasst. Ich habe mich nach der Täterseite gefragt, und bin dabei zufällig auf dieses Buch gestossen.
Wirklich packend fand ich aber den methodischen Ansatz, der im ersten Drittel des Buches ausführlich dargestellt wird. Hierbei handelt es sich um eine Verbindung von 1. Metaphernanalyse, 2. Narrationsanalyse und 3. Konversationsanalyse. Ich kannte alle drei Begriffe nicht, also, ganz schlicht: 1. welche bildhaften, oft impliziten Konzeptualisierungen von psychischer Realität werden im jeweiligen Kontext in und durch Sprache erzeugt und in der Interaktion transportiert? 2. Wie und nach welchen Regeln läuft das Gespräch, was folgt worauf, wer führt, übernimmt, was bedeutet das? 3. wie wird erzählt?
Ich habe viele Anregungen für meine eigene gruppentherapeutische Arbeit gewonnen und bin von dem Buch nachgerade begeistert, auch wenn ich weiterhin nicht weiss, wie dem Elend in den Familien vorgebeugt werden kann.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Fundierte Untersuchung 18. Dezember 2008
Format:Broschiert
Wer sich für die menschliche Psyche interessiert und dafür wie wir Menschen mit Schuld umgehen, bzw. der eigenen Schuld und Verantwortung auszuweichen suchen, findet im vorliegenden Werk tiefe Einblicke, die so bisher nicht zu erlangen waren.
Insgesamt spannend und für Fachleute, auch die, die nicht mit Straftätern arbeiten, absolut lohnenswert.
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