Wer als Exkursionsleiter einer botanischen Exkursion oder als Biologiestudent beim Familienspaziergang schon einmal mit der Situation konfrontiert war, über die ein oder andere Pflanze etwas (möglichst spannendes) erzählen zu müssen, weiß, wie schwierig diese Situation zu meistern ist, wenn nur die üblichen Bestimmungsbücher, in denen solche Informationen gewöhnlich fehlen, zur Hand sind. Dem vorliegenden Buch gelingt es, diese Lücke zu schließen.
Zu über 450 Arten (weitere ca. 500 Arten werden kürzer charakterisiert) liefert es dem Leser ausführliche Informationen über Vorkommen, Blüten, Früchte, Verwendung und Ökologie. Ersteres beinhaltet dabei nicht nur Standort und ggfls. Ursprung der Pflanzen, sondern auch oft lesenswerte Hintergründe über die Etymologie der deutschen und/oder lateinischen Namen und dem zugrundeliegenden mythologischen oder antiken Ursprung, was einen für mich persönlich besonderen Reiz des Buches ausmacht.
Einen wichtigen Teil der Artbeschreibungen nimmt die Bestäubungsökologie der einzelnen Arten ein, wodurch die enge Vernetzung zwischen Blütenbau einerseits und Art bzw. Anatomie der Bestäuber andererseits immer wieder eindrucksvoll vor Augen geführt wird. Auch in der Einleitung wird auf die verschiedenen Bestäubungstypen sowie auf die unterschiedlichen Pflanzentypen und Verbreitungsstrategien kurz eingegangen.
Bestimmungshilfen kann das Buch aufgrund seines Umfangs nicht bieten, Anfänger sind also auf jeden Fall auf zusätzliche Bestimmungsliteratur wie beispielsweise den Rothmaler oder Schmeil/Fitschen angewiesen. Einige Zeichnungen helfen dagegen, morphologische Besonderheiten zu verdeutlichen, zusätzliche nach Lebensräumen und Verwendungszweck gegliederte Artenlisten runden das Werk ab. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)