Kurzbeschreibung
Die Ethnopsychoanalyse Paul Parins gründet auf dem Anspruch Freuds, individuelle und zugleich gesellschaftliche Verhältnisse aufzuklären. Dieser Anspruch kann heute nicht mehr ethnozentrisch gelöst werden. Der Blick in 'die' Psyche erfordert den Blick auf die jeweiligen sozialen Strukturen, in denen sich die psychischen entwickeln und manifestieren. Parin betrachtet fremde Völker (die Dogon und die Agni in Westafrika) und vergleicht das Ergebnis mit uns und unserer Gesellschaft. dabei treten Widersprüche hervor - in unserer Gesellschaft und in uns selbst. Die 'abendländische' Psyche wird entmystifiziert. In diesem Sinne ist Parin Aufklärer und die Ethnopsychoanalyse emanzipatorische Wissenschaft. Aus dem Inhalt: * Freiheit und Unabhängigkeit. Zur Psychoanalyse des gesellschaftlichen Engagements. * Gesellschaftskritik im Deutungsprozeß * Persönlichkeitszüge unter dem Druck des Kulturwandels * Triebschicksale der Aggression * Ethnologie und Psychiatrie
Autorenportrait
Paul Parin, geboren 1916, ist in Slowenien aufgewachsen. 1942 promovierte er in Zürich in Medizin. Seit 1952 praktiziert er als Psychoanalytiker in Zürich. Mit Fritz Morgenthaler gilt er als der Begründer der Ethnopsychoanalyse. Zahlreiche ethnopsychoanalytische Forschungsreisen nach Afrika und nachfolgende Publikationen "Die Weißen denken zuviel", "Fürchte deinen Nächsten wie dich selbst", "Zu viele Teufel im Land" zusammen mit Fritz Morgenthaler und seiner Frau Goldy. Weiterhin erschien von ihm das Buch "Das Faschismus-Syndrom", das ihm zum 80. und Goldy zum 85. Geburtstag gewidmet ist.