Ich studiere Medizin im 4. Semester. Das Buch ist auch in erster Linie für Mediziner ausgerichtet, wie man dem Einband entnehmen kann: "Der Inhalt deckt alle Anforderungen der ärztlichen Vorprüfung im Fach Physiologie ab." Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Ob man es sich auch als Nicht-Mediziner zulegen sollte, kann ich nicht beurteilen.
Man kann die einzelnen Kapitel unabhängig voneinander durcharbeiten: Z.B. ist das Kapitel "Säure-Basen-Haushalt" verständlich, auch wenn man zuvor noch nicht Kapitel "Atmung" und "Niere" en detail bearbeitet hat, da man auf die wichtigen Zusammenhänge zu anderen Themengebieten hingewiesen wird und diese auch erläutert werden. Fantastisch ist auch, wie die Autoren es schaffen auf nur zwei Seiten absolute Klarheit über das Thema Adrenozeptoren (wichtig wegen Therapie durch Sympathikomimetika u.s.w.) zu schaffen: Es steht genau da, welche Rezeptoren sich wo befinden und welche Wirkung sie vermitteln. Es wird z.B. gleich darauf hingewiesen, dass es am Herzen eben nicht nur beta-, sondern auch alpha-Rezeptoren gibt, was in den meisten Lehrbüchern erstmalig im Kapitel 'Herz' Erwähnung findet und dann dort zu Verwirrung führt. Man darf aber nicht den Fehler machen, zu glauben, ein einmaliges Durchlesen des Buches reiche aus. Man muss sich Zeit nehmen und jedes einzelne Wort bewusst lesen und überdenken. Dann kann man Physiologie wirklich verstehen.
P.S.: Ich habe mit ALLEN(!) Physiologiebücher, die für Mediziner geeignet sind, gelernt. Dieses hier belegt auf meiner persönlichen Liste ganz klar Nummer Eins. Für das Thema Neurophysiologie empfehle ich aber unbedingt auch einen Blick in den Deetjen, Speckmann, Hescheler.