Der neuüberarbeitete Taschantlas Biochemie des Menschen sticht primär durch sein neues Layout ins Auge. Inhaltlich unterscheidet sich das Taschenbuch, welches sich primär an Studenten der Medizin und Pharmazie wendet, von der vorherigen Auflage vor allem durch die Überarbeitung der Themengebiete. Keine Biochemie der Säugetiere o.Ä., dafür ist der Atlas um zahlreiche Seiten mit pathobiochemischen Hinweisen erweitert. Somit richtet er sich nun an die Anforderungen des IMPP.
Das handliche Buch ist ganz im altbewährten Thieme-Schema verfasst: 1 Doppelseite stellt inhaltlich eine Einheit dar; wobei links der Text steht, die rechte Seite zeigt dazugehörige Bilder. Das Ganze mag auf den ersten Blick etwas abschreckend wirken, da der Text sehr klein und ohne nennenswerte Absätze durchgeschrieben ist. Allerdings ist hervorzuheben, dass jeweils am Ende der Seite das Thema abgeschlossen und dadurch noch klarer strukturiert ist.
Zwar wird im Vorwort erwähnt, dass teilweise Inhalte komprimiert dargestellt werden und das Taschenbuch somit keinen Ersatz für ein herkömmliches Lehrbuch bietet; trotzdem bleibt der Thieme Taschenatlas Biochemie, genauso wie die Taschenatlanten Anatomie und Physiologie ausfürlicher, zuverlässiger und genauer als die meisten anderen Bücher in dieser Größe. Der Text ist knapp und dennoch vollgepackt mit Informationen - kein Satz ist überflüssig. Allerdings haben die Erläuterungen oft aufzählenden Charakter; die Kürze bietet häufig keinen Platz für ausschweifende Erklärungen. Wer naturwissenschaftlich/ chemisch sehr gute Grundlagen hat oder sich bereits mit dem Thema beschäftigt hat, wird den Text ohne Probleme so flüssig lesen können, wie es gewollt ist. Weniger bewanderten Studenten wird es sicher des Öfteren passieren, dass die knappen Erkläurungen und die Fülle an Informationen zu Unverständnis führen. So bietet sich hier der Taschenatlas erst nach Studium eines einfachere Buches, wie z.B. dem Horn an.
Sehr gut gelungen ist die Überarbeitung der Bilder. Sie passen inhaltlich immer zur jeweiligen Thematik und es ergibt sich kein unnötiges Blättern. Des Weiteren sind auf der rechten Seite zahlreiche Strukturformeln zusammengestellt, was den Taschenatlas auch zu einem sehr guten Nachschlagewerk hierfür macht. Die Schemazeichnungen sind meist größer als der Text, bunt und übersichtlich. Einzig bei der Form einiger Enzymkomplexe vermisst man die sonst so detailgetreue Darstellung. Die Übersicht über sämtliche Stoffwechselzyklen mag oft etwas überladen wirken, aber dies zu vermeiden gelingt fast keinem Buch. Hingegen ist hervorzuheben, dass erst eine Seite der Beschreibung und Übersicht des gesamten Kreislaufes dient, die nächste erläutert die Schritte nocheinmal. Im Anschluss folgt jeweils die Pathobiochemie.
Durch oben genannte gute Strukturierung und ausführliche Aufarbeitung des Inhalts eignet sich der Taschenatlas auch zum kurzen Überfliegen eines Themas vor Seminar oder Prüfung und meist ist dies schon mit ein bis zwei Doppelseiten getan.
Diese Darstellung unterscheidet meiner Meinung nach den Thieme-Atlas von den Alternativen, die sich auf dem Büchermarkt bieten.
Insgesamt empfiehlt sich der Taschenatlas Biochemie des Menschen also in erster Linie durch drei Attribute: Handliches Format, ausführlicher Inhalt und gut strukturierte Kapitel. Somit bietet er ein praktisches Buch für unterwegs und genauso ein handliches Nachschlagewerk für die maßgeblichen Themengebiete.